Freitag, 28. September 2012

Wer schreibt, der bleibt


Wer schreibt, der bleibt


Das sagte vor kurzem eine liebe Freundin zu mir.
Und wie recht sie hat, das zeigt folgende Geschichte.
Meine Schwiegermutter war Jahrgang 1905 und malte wunderschöne Bilder, die sie bis nach Amerika verkaufte.
Vor ungefähr 30 Jahren, drückte sie mir ein Büchlein mit handgeschriebenen Gedichten in die Hand, die von ihrer längst verstorbenen Jugendfreundin waren.
Damals war ich jung verheiratet und hatte andere Dinge im Kopf , als Gedichte zu lesen. Ich hielt den kleinen Ordner aber in Ehren. Leider habe ich mich nie bei meiner Schwiegermutter nach der Verfasserin erkundigt und bereue das sehr.
Denn als mir kürzlich der Ordner in die Hände fiel und ich zu lesen begann, erkannte ich erst welch wunderschöne Gedichte diese Frau verfasst hatte.
Sie muss ein ganz besonderer Mensch gewesen sein.
Auch meine Schwiegermutter ist nun bereits seit über 20 Jahren verstorben und ich kann nichts mehr über ihre Jugendfreundin erfahren.
Diese hat ihre handschriftliche Werke mit E. Ammerich unterschrieben und wäre heute wie auch meine Schwiegermutter wohl über 100 Jahre alt.
Aber es wäre sehr schade, würden diesen Gedichte einfach in der Versenkung verschwinden.



Deshalb möchte ich ab und zu eines ihre Werke in meinem Blog stellen.
Vielleicht sieht sie ja vom Himmel herunter und freut sich.

Herbst

Im Wiesengrund steh`n schon die Herbstzeitlosen
Bald ist des Sommers bunte Pracht vorbei
Verblüht, verweht die letzten Rosen
Vielleicht ging auch ein Traum vom Glück vorbei

Scharf weht der Wind schon über Stoppelfelder
Herbstnebel breiten ihre Schleier aus
In Gelb und Rot entflammt das Laub der Wälder
Die letzten Astern blühen im Garten draus

Was nützt die Wehmut, das Jammern, Klagen
Es hat im Leben alles seine Zeit
Sie kommt und geht, und auch nach trüben Tagen
Da ist ein neuer Frühling nicht mehr weit


E. Ammerich







Kommentare:

  1. Liebe Lore,
    ich finde es sehr schön, dass die Gedichte hier auf diese Weise erhalten bleiben und vielleicht eine Leserschar finden werden. Dieses erste gefällt mir schon sehr gut, es drückt das aus, was ich auch empfinde, wenn ich über den Herbst nachdenke!

    Herzliche Grüße
    Regina

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  2. Hallo Loren,
    ich fände es sehr schade wenn diese Werke in einer Schublade ungelesen liegen blieben.
    Ich selbst habe mein ganzes Leben lang geschrieben aber meistens für Kinder, Einige Bücher habe ich vorzuweisen aber auch die vergehen wenn die Zeit abgelaufen ist.
    Ein Blog oder eine Homepage ist ein guter Ort und Leser wirst Du auch finden.
    Wir brauchen Werke die in die Welt hinaus fliegen denn viele Herzen warten darauf.

    Herzliche Grüße von Celine

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  3. Liebe Lore! Ich wußte nicht, dass du dich hinter dem "Märchenzauber" verbrigst.
    Ein sehr schönes Gedicht und viel zu schade für eine Schublade!
    Liebe Grüße!

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    1. Liebe Martina, schön dass du mich gefunden hast. Freue mich sehr. Hast du auch einen Blog wo ich dich besuchen kann? Liebe Grüße Lore

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.