Dienstag, 9. Oktober 2012

Verena und Michael  ( 6 )




Bild von dreamies,de



Das Zauberland

In einem alten Buche
Das jüngst ich einmal fand
Darinnen ging die Sage
Von einem Zauberland

Wo bunt die Blumen blühen
Im golde`nen Abendschein
Sie hüllen und sie wiegen
In süßen Duft dich ein

Und Vogelstimmen klingen
So lieblich an dein Ohr
Und lauter Quellen springen
So silberhell hervor

Und Liebeslieder tönen
Wie man sie nie gehört
Ein wundersames Sehnen
Das arme Herz betört

Ach könnt`man dorthin kommen
Vergessen alles Leid
Wo ist der Weg zu finden
Er liegt so weit, so weit

Weit in der blauen Ferne
Wo es noch keiner fand
Es liegt im Reich der Träume
Das schöne Zauberland


E. Ammerich






Michael schreitet zügig durch den Wald.
Er ist sich der vielen Augen nicht bewusst, die ihn beobachten.
Wurzelmännchen, Gnome, Zwerge , Bäume und Sträucher.
Noch nie hatte ein Mensch ihr Reich betreten, doch sie vertrauen Lilofee.
Michael steht auf einmal vor Lilofees Häuschen.
Beherzt tritt er in den Garten und klopft an die grün bemalte Tür.
Ein Gesicht erscheint am Fenster und Michael hört einen überraschten Aufschrei, dann wird die Tür geöffnet und er sieht ein
wunderschönes Mädchen vor sich, das ihn lächelnd herein bittet.
"Hallo, ich bin Lilofee, meine Schwester Verena kennen sie ja."
Verena sitzt auf dem Sofa und sieht ihm, teils trotzig, teils sehnsüchtig entgegen.
"Hallo, kleine Hexe." Auch Michael ist verlegen.
Verena springt auf, stemmt die Hände in die Hüften und funkelt ihn empört an.
"Ich bin keine Hexe, sondern eine Fee!"
Vergnügt grinst der junge Mann.
"Entschuldige, so genau kenne ich mich hier nicht aus. Ich weiß nur, dass ihr mich verhext habt und ich nur noch an euch denken kann."
Verena wird rot.
"Nun setzt euch doch und trinkt eine Tasse Tee mit uns," hilft Lilofee den beiden aus der Verlegenheit.
Es wird viel gelacht an diesem Vormittag in dem kleinen Häuschen
und mit großem Bedauern verabschiedet sich Michael, aber er muss nach Hause.
Verena sieht ihm lange nach, dann wendet sie sich mit strahlenden Augen zu ihrer Schwester.
Lilofee nickt, aber sie ist auch besorgt.
"Was wird Vater sagen?"
"Ist mir egal!" Verena schürzt trotzig die Lippen.


Fortsetzung folgt






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