Sonntag, 21. Oktober 2012

Vanessa und der Feenkönig ( 3 )



Vanessa und der Feenkönig ( 3 )






Es regnet
Gleichmäßig plätschern die schweren Tropfen auf die Erde und lassen das kleine Bächlein, das eifrig seinen Weg durch den Zauberwald sucht, anschwellen.
Purzel, der Zwergenminister läuft eilig um sein Häuschen herum.
Irgendwo regnet es herein, seine Frau Purzelina kommt mit dem Aufwischen gar nicht mehr mit.
Plötzlich hört er ein Knacken im Unterholz, als würden schnelle Füße durch den Wald laufen.
Eilig verschwindet der Zwerg in seiner Wohnung.
Schnell klettert er auf einen Stuhl und späht durch die Ritze.
Er sieht zwei Kinder, Hand in Hand, durch den Regen laufen.
Nanu, das sind doch...?
Purzel reißt die Tür auf und läuft hinaus.
"Peter, Vanessa!" ruft er, doch seine kleine zarte Stimme geht unter im Geplätscher des Regens und er ist so klein, dass man ihn im hohen Gras nicht sehen kann.
Die Kinder achten auch nicht auf ihre Umgebung. 
Sie sind verbotenerweise im Zauberwald und wollen nur schnell nach Hause.
Purzel nicht dumm, springt hoch, hängt sich an Peters Jacke, klettert daran empor und zwickt den Jungen kräftig ins Ohr.
"Autsch!" schreit dieser , greift sich ans Ohr und erwischt den Zwerg.
Was ist denn Peter?“ Vanessa bleibt nun auch stehen.
Sieh mal, was ich hier habe.“
Peter hebt den strampelnden Purzel hoch.
Das ist ja ein Zwerg!“ jubelt das Mädchen.
Purzel zappelt verzweifelt.
Lass mich sofort runter, du dummer Junge!“
Peter setzt das kleine Männchen vorsichtig auf den Boden.
Es reicht ihm kaum bis an die Knie.
Die Kinder gehen in die Hocke.
Wie heißt du denn?“
Purzel verzieht wehleidig das Gesicht und reibt sich den Arm.
Purzel heiß ich und du hättest mich bald zerquetscht.“
Na hör mal! Du zwickst mich ins Ohr und beklagst dich, wenn ich vor Schreck etwas hart zupacke!“ empört sich Peter.
Vanessa kichert.
Purzel wirft ihr einen vorwurfsvollen Blick zu.
Ich habe euch gerufen, aber ihr habt mich nicht gehört und irgendwie musste ich mich doch bemerkbar machen. Ich brauche eure Hilfe.“
Es regnet immer noch und die Kinder sind leicht ungeduldig, trotzdem laufen sie mit dem Zwerg zu seinem Haus.
So hier sind wir.“ Purzel atmet schwer, denn schließlich ist er nicht mehr der Jüngste.
Die Kinder sehen sich verwundert um. Sie können nichts entdecken.
Der Zwerg grinst und drückt auf einen Knopf im Baum.
Dieser öffnet sich und ein kleines Häuschen wird sichtbar.
Ist das putzig!“ Vanessa klatscht vor Freude in die Hände.
Purzel nickt sorgenvoll.
Ich bin auch sehr stolz auf mein hübsches Häuschen, aber irgendwo dort oben im Baum muss eine undichte Stelle sein, es regnet ständig herein. Peter würdest du bitte einmal nachsehen, ich bin zu klein , um hinauf zu klettern und die Tiere, die mir bestimmt geholfen hätten, haben sich bei diesem Wetter alle verkrochen.“
Aber sicher!“ Peter hat schon den untersten Ast ergriffen, um sich auf den Baum zu schwingen.
Bald hat er die undichte Stelle entdeckt und flickt sie notdürftig mit einigen Zweigen und Blättern.
Der Junge springt auf die Erde.
Wenn morgen das Wetter besser ist kommen wir wieder und  ich werde es mir noch einmal ansehen.“
Der Zwerg will sich gerade bedanken, als die Tür des Häuschens sich öffnet und Purzelina herausschaut.
Purzel, es regnet nicht mehr.“
Doch Purzelina, es gießt noch immer, nur hat Peter die Stelle geflickt.“
Nun müssen wir aber nach Hause, sonst macht Oma sich Sorgen.“ drängt Vanessa.
Begleitet von den dankbaren Wünschen des Zwergenpaares laufen die Kinder durch den Wald.
Oma Braun späht schon besorgt aus dem Fenster und öffnet die Tür, als die Kinder atemlos den Garten betreten.
Ach meine Lieblinge, ihr seid ja pitschnass! Nun aber schnell ins Badezimmer, ich bringe euch frische Wäsche.“
Wenig später betreten die Kinder das Wohnzimmer, in dem der Opa mit seiner geliebten Pfeife sitzt, die Zeitung auf den Knien.
Flick und Flack, die beiden Jagdhunde springen begeistert an den Kindern hoch.


Die Oma bringt ein  Tablett mit der dampfenden Teekanne und einem Teller selbst gebackener Kekse.
Kinder, trinkt den Tee solange er noch heiß ist, damit ihr euch nicht erkältet.“
Förster Braun lacht .
Trudchen, nun verzärtel die Kinder doch nicht, so ein bisschen Regen schadet ihnen bestimmt nicht.“
Ach du immer mit deinem Abhärten, deshalb müssen die beiden keine Lungenentzündung bekommen!“
Opa lacht und gibt der Oma einen Kuss.
Trinkt euren Tee, die Oma hat immer Recht!“
Gemütlichkeit und Ruhe zieht in die Wohnstube ein.
Draußen senkt sich die Dämmerung über das Land, gefolgt von der Nacht, die ihre schwarzen Schleier ausbreitet.


Fortsetzung folgt










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