Mittwoch, 3. Oktober 2012

Verena und Michael 1



Verena und Michael      ( 1  )





Bild von dreamise.de





Das fröhliche Tschilpen der Vögel erfüllt die Luft und mit dem zarten Zirpen der Grillen als zweite Stimme, entsteht eine feine Melodie.
Die Kaninchen huschen geschäftig durch das Gras.
Frau Reh äst in der Lichtung. Ab und zu hebt sie den Kopf, um ihren beiden Kindern beim Spielen zuzusehen.
Die Biber schleppen eifrig kleine Zweige in den Bach, um ihren Damm noch höher aufzuschichten.
Frau Ente gleitet umgeben von ihren flauschigen Kindern über das Wasser . Als sie durch den Damm aufgehalten wird, schnattert sie empört wendet sich um und schwimmt wieder zurück.
Die Kleinen paddeln aufgeregt hinterher.
Eichkätzchen hetzen im fröhlichen Spiel aufgeregt die Bäume rauf und runter.
Es ist ein schöner Tag und friedlich, wie jeder Tag, seit die Tiere Lilofee zur Königin des Zauberwaldes gewählt haben.

Sie sitzt gerade in ihrem Arbeitszimmer.
Auf der Fensterbank lümmelt ihre jüngste Schwester Verena, den hübschen Mund unmutig verzogen und die Stirn entstellen zwei hässliche Falten.
Lilofee betrachtet ihre Schwester lächelnd.
Welche Laus ist dir denn über die Leber gelaufen?“
Verena springt auf und läuft erregt auf und ab, kickt den Papierkorb zur Seite und ballt wütend ihre Hände zu Fäusten.
Mich ödet alles an, mir ist entsetzlich langweilig!
Du hast all die Tiere und Wesen des Zauberwaldes, die mit ihren Problemen zu dir kommen . Deine Tage sind ausgefüllt.
Und was mache ich? Ich bin nur Papas hübsche kleine Tochter!“
Lilofee schmunzelt.
Und eines Tages kommt ein Feenprinz und du wirst Königin.“
Ist schon da!“
Verena setzt sich wieder auf die Fensterbank.
Der König von Luranien hat bei Papa um meine Hand angehalten !“
Ist doch prima! Ich habe von ihm gehört. Er ist gut und gerecht und an seiner Seite führst du bestimmt kein langweiliges Leben.“
Verena stützt das Gesicht in beide Hände und seufzt kummervoll.
Ihre Schwester betrachtet sie nachdenklich.
Heraus mit der Sprache, es geht um etwas anderes als Langweile.
Was ist los?“
Verena seufzt noch einmal:
Ich habe mich verliebt!“
Wer ist es?“
Der Sohn von Förster Braun!“
Ein Mensch !!!“
Ja und er sieht himmlisch aus! Groß, kräftig, wunderschöne braune Augen und wenn er lacht, ach!“
Und liebt er dich auch?“
Ach, Lilofee, er weiß doch gar nicht, dass es mich gibt.“
Dann vergiss ihn ganz schnell! Er ist ein Mensch und Papa wird das nie erlauben!“ warnt Lilofee.
Ich liebe ihn doch so sehr, Lilo! Jeden Tage laufe ich aus dem Zauberwald und verstecke mich im Gebüsch in der Nähe des Forsthauses, um ihn zu beobachten.
Wenn ich die Augen schließe, sehe ich sein liebes Gesicht vor mir.
Ach Lilo, was soll ich nur tun?“
Diese betrachtet besorgt ihr kleine Schwester.
Verena war schon immer romantischer, als sie gewesen.
Nur das konnte nicht gut gehen. Wenn der Vater dahinter kam, nicht auszudenken, was dann geschah.
Verena und wenn er nun schon Frau und Kinder hat? Du weißt doch rein gar nichts von ihm.“
Verena errötet.
Hat er nicht! Ich belausche auch die Gespräche mit seinen Eltern und da hat er einmal erwähnt, dass er das richtig Mädel noch nicht gefunden hat.“
Und du meinst, du bist die Richtige?“
Verena schürzt trotzig die Lippen.
Warum nicht!“
Lilofee nimmt sie fest in die Arme.
Versuche dein Glück, Kleines, ich werde dir helfen, so gut ich kann.“
Du bist die beste Schwester der Welt!“
Wie ein Wirbelwind saust Verena hinaus, begleitet von dem fröhlichen Lachen ihrer Schwester.


Fortsetzung folgt













Kommentare:

  1. Oh wie schön, das wird spannend! Ich freu mich auf die Fortsetzung, gehe gleich mal weiterlesen, liebe Lore!

    Liebe Grüße
    Regina

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  2. Liebe Lore,
    ich habe wieder einmal bei Dir gestöbert und ich bin schon ganz gespannt, wie es weitergeht.
    Ich werde immer mal wieder eine dieser hübschen Geschichten lesen, so wie es eben meine Zeit erlaubt. Deine Geschichten machen Freude, aber das hörst Du ja von allen Seiten :-)
    Ich wünsche Dir einen schönen Tag
    Astrid

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.