Samstag, 24. November 2012

Das Weihnachtswunder Teil 2









Als sie eintrat wurde sie fröhlich begrüßt.
Weihnachtslieder ertönten aus einem CD-Player
in der Ecke.
Ursel eine fröhliche mollige Frau stand auf der Leiter und brachte eine Girlande an.
Am Fuß der Leiter stand Birgit und dirigierte mit laut tönender Stimme:
Mehr nach rechts, halt, halt mehr nach links!“
Schnell entledigte sich Lieselotte ihres Mantels und trat zu dem Weihnachtsbaum und bald hängte auch sie Kugeln und Lametta auf.
Dabei schwatzte sie glücklich mit Ria und Betty.
Die Tür ging auf und ein Schwall kalter Luft, begleitet von Schneeflocken drang ins Zimmer.
Entschuldigt meine Verspätung, aber meine Kleine hat Husten, „ meinte Nicole und schüttelte den Schnee aus ihrem Kopftuch.
Du hättest doch zu Hause bleiben können,“ rief Ursel von der Leiter herunter, doch Nicole schüttelte den Kopf.
Schließlich dürfen meine Kinder morgen hier bei der Bescherung dabei sein. Deshalb ist es Ehrensache, wenn ich bei den Vorbereitungen helfe.“
Betty beugt sich vertraulich zu Lieselotte.
Wird ein trauriges Weihnachtsfest bei den Stegners dieses Jahr. Ihr Mann ist schon längere Zeit arbeitslos, die kleine Jule hat einen bösen Husten und der kleine Armin kann nicht in den Kindergarten, weil das Geld knapp ist.
Geld für einen Weihnachtsbaum und gar für Geschenke ist keines da.
Und auch das Essen wird wohl mager ausfallen.
Sie kommen Morgen auch zur Bescherung.
Es ist schon traurig, wie schnell man in die Armutsgrenze fällt.“
Sie wendet sich wieder der Schachtel mit den schimmernden Christbaumkugeln zu und wählt dann eine lila Kugel aus und befestigt sie an einem Zweig, der etwas höher liegt.
Sie muss sich auf die Zehenspitzen stellen, um ihn zu erreichen.
Lieselotte hat ein Büschel silbernes Lametta in der Hand und beginnt sie einzeln auf den Zweigen zu verteilen, dabei hängt sie ihren Gedanken nach.
Sie kennt Nicole schon längere Zeit.
Eine liebenswerte freundlich Frau und ihre beiden Kinder, der fünfjährige Armin und die achtjährige Jule sind zwei gut erzogene liebe Kinder.
Auch den Mann hatte sie einmal bei einer Feier gesehen und sich gefreut, wie liebevoll er mit den Kindern und seiner Frau umgegangen ist
und nun dieses Unglück.
Wenn man noch so unglücklich war, wie sie in ihrer Ehe, so traf man doch immer wieder auf Menschen, denen es noch schlechter ging.
Hatte sie doch eine warme hübsche Wohnung, einen gefüllten Kühlschrank und es ging ihr finanziell gut, dafür sorgte ihr Mann, der einen guten Job hatte.
Und ihre schönen eleganten Kleider, finanzierte sie mit ihrem Nebenjob und Liebe, die konnte man sowieso nicht kaufen.
Hier nun waren vier Menschen, die sich liebten und zusammen hielten und ihnen fehlte das Geld für ein schönes behagliches Weihnachtsfest.
Kauf dir was schönes,“ hörte sie Ellas Stimme und gab es etwas Schöneres, als Menschen, die es verdienten, glücklich zu machen?
Lieselotte lächelte und ein glückliches Gefühle durchströmte sie, denn sie wusste nun, was sie tun würde.
Leise vor sich hin summend schmückte sie weiter die riesige Tanne.
Nach einiger Zeit waren sie fertig und für die Bescherung der Waisenkinder morgen war alles bereit.
Müde aber glücklich zogen die Frauen ihre Mäntel an und verabschiedeten sich voneinander.
Nicole verließ als Erste das Gemeindehaus, denn es drängte sie nach Hause zu ihrem kranken Kind.
Lieselotte eilte ihr nach.
Nicole warte auf mich!“
Die Frau drehte sich ungeduldig um, doch da war Lieselotte auch schon bei ihr und drückte ihr das Kuvert mit dem Geld in die Hand.
Mach deinen Kinder und deinem Mann ein schönes Weihnachtsfest, „ murmelte sie, umarmte die Verdutzte und eilte beschwingt nach Hause.
Sie fühlte sich unendlich glücklich.
Am nächsten Tag im Gemeindehaus begegnete sie vier glücklich strahlenden Menschen, die sich immer wieder bei ihr bedankten.
Bis es ihr zuviel wurde und sie drohte, ihnen die Freundschaft zu kündigen, wenn sie das Wort „Danke“ noch einmal hörte.
Es wurde ein wunderschöner Hl. Abend, wie er sein sollte, die Kinder freuten sich über die liebevoll verpackten Geschenke und überhaupt lag über dem Ganzen die Liebe und der Frieden, den Jesus durch seine Geburt in die Welt gebracht hatte.
Dieses wunderbare Gefühl nahm Lieselotte mit nach Hause und selbst, als auf ihrem Anrufbeantworter weder von ihrem Ehemann noch von ihren Kinder eine Nachricht war, konnte dies ihre gute Laune nicht mindern.
Sie schenkte sich ein Gläschen Wein ein, legte eine schöne CD auf und ließ den Abend mit einem frohen Gefühl und schönen Gedanken ausklingen.

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