Samstag, 10. November 2012

Die Puppe Namenlos ( 1 )







Ein fein gekleideter Herr betrat eines Tages das Geschäft und kaufte die schöne rothaarige Puppe für seine Nichte zum Geburtstag.
Er gab der Verkäuferin eine Adresse und bat , die Puppe hübsch einzupacken und an seine Nichte zu senden.
Die Puppe wird aus dem Schaufenster geholt und in eine hübsche Geschenkschachtel gelegt und mit Packpapier versandfertig gemacht.
Margot, die Verkäuferin, die heute allein im Laden war, macht sich auf die Suche nach dem Lehrmädchen Lilli.
Dieses war ein faules mürrisches Mädchen.
Maßlos verwöhnt von einer nachgiebigen Mutter hatte sie sich noch nie in ihrem Leben anstrengen müssen.
Mit Ach und Krach schaffte sie die Schule und die Lehrstelle
in „Marions Puppenstube“ hatte sie nur bekommen, weil die Inhaberin ihre Tante war, die leider genauso nachsichtig war.
Lilli verkroch sich meistens hinten im Lager und hörte Musik.
Und dort sucht sie Margot auch.
Mit energischen Schritten geht sie auf das Mädchen zu, zieht ihr die Ohrstöpsel raus und schnauzt sie an.
Heb deinen faulen Hintern hoch, du musst ein Paket auf die Post bringen.“
Mit mürrischem Gesicht schlurft das Mädchen hinter der Verkäuferin her, klemmt sich das Paket unter den Arm und verlässt den Laden.
Draußen stöpselt sie sich die Lautsprecher wieder ins Ohr und zottelt langsam dahin.
Da die Musik so laut in ihren Ohren dröhnt, hört sie nicht den Warnruf eines Skateboardfahrers , der den Bürgersteig entlang saust.
Er kann zwar mit einem kurzen Schlenker dem Mädchen ausweichen, rumpelt sie aber doch ein wenig an.
Das Paket fliegt in hohem Bogen auf die Straße.
Ein Quietschen von Rädern und das demolierte Paket mit der Puppe landet auf der anderen Straßenseite neben einen roten Hydranten.
Erschrocken blickt Lilli auf die gegenüber liegende Seite.
Sollte sie hinüber gehen und das zerknautschte Paket holen?
Die Puppe war bestimmt kaputt und wenn sie damit zurück ins Geschäft ging, dann musste sie sich nur die nervige Strafpredigt von Margot anhören.
Wer konnte schon beweisen, dass sie nicht auf der Post war?
Und den Einlieferungszettel hatte sie einfach verloren.
Achselzuckend dreht sie sich um und ihr Blick fällt auf die Eisdiele.
Das war eine Idee!
Sie würde sich ein Eis kaufen und wenn sie dann zurück kommt, meint Margot sie käme geradewegs vom Postamt.



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