Montag, 3. Dezember 2012

Jasper, das besondere Rentier Teil 5





Jasper aber rennt mit Bertl auf dem Rücken durch den Zauberwald, der wie ausgestorben wirkt.
Dass sie von vielen Augen beobachtet werden, merken sie nicht.
Trübe Gedanken gehen Jasper durch den Kopf und auf einmal fallen dicke Tränen in den Schnee.
Bertl springt von seinem Rücken.
Warum weinst du?“
Wir werden ohne Sternenstaub nie mehr zurück kommen und was wird am Weihnachtsabend ? Wer soll die Rentiere anführen?“
Tja, diesmal haben wir uns in eine ziemlich große Klemme gebracht,“ seufzt der Kobold.
Wir ? Du meinst wohl dich! Wer hat denn Knurrjan den Sternenstaub gestohlen und wollte unbedingt mit mir fliegen!“ schimpft Jasper.
Ach und du wolltest nicht fliegen, ich habe dich nicht gezwungen mitzumachen!“ faucht der Kobold, doch dann lacht er.
Es wird doch nicht besser, wenn wir uns streiten und uns gegenseitig die Schuld zu weisen.“
Auch Jasper lächelt . „Da hast du recht, aber wie geht es jetzt weiter?“
Bertl runzelt die Stirn.
Zuerst einmal brauchen wir eine Unterkunft und etwas zu Essen. Am besten wir trennen uns.“
Ja, aber wie finden wir uns wieder?“
Das ist doch kein Problem!“ lacht der Kobold, „lass nur dein Geweih schön blinken und ich werde dich finden.“
Sie trennen sich und jeder geht in eine andere Richtung.
Jasper läuft durch den stillen Wald und hält Ausschau nach einer Höhle.
Da hört er fröhliches Lachen und Gekreische und bemerkt einige winzige Kinder, die sich im Schnee kugeln, mit Schneebällen bewerfen und voller Freude herum tollen.
Jasper liebt Kinder und trabt näher und sein Geweih blitzt vor Vergnügen.
Doch als die Kinder das riesige Tier mit dem blinkenden Kopfschmuck erblicken, schreien sie vor Entsetzen auf und verschwinden unter den Wurzeln eines großen Baumes.
Neugierig steckt Jasper seinen Kopf in das Loch, in dem die Kinder verschwunden sind und erblickt eine kleine Stube.
Als die kleinen Winzlinge ihn sehen, schreien sie laut auf und verstecken sich unterm Bett, hinterm Schrank und einige kriechen unter den Tisch.
Die kleine stämmige Wichtelfrau aber nimmt einen Besen und haut damit kräftig auf die Nase des Rentiers.
Verschwinde du Ungeheuer, meine Kinder bekommst du nicht!“
Der Besen kitzelt Jasper an der Nase und er muss niesen.
Die Wichtelmutter wird in die hinterste Ecke des Zimmers geschleudert.
Mühsam rappelt sie sich hoch , packt ihren Besen, rennt nach vorne, und lässt ihn immer wieder kräftig auf die Nase des armen Jaspers sausen.
Dieser zieht den Kopf zurück und schüttelt sich.
Ein unfreundliches Völkchen wohnte hier im Wald.
Lautes Atmen und knirschende Schritte sind zu hören und Jasper sieht sich unwillkürlich nach einem Versteck um.
Erleichtert atmet er auf, als Bertl zwischen den Bäumen auftaucht.
Der muss erst einmal verschnaufen, so weit war er mit seinen kurzen Beinen gerannt, aber mit strahlenden Augen berichtet er seinem Freund.
Am Waldrand steht eine Hütte, dort wohnt nur ein alter Mann, aber hinter der Hütte ist ein leerer Stall, dort können wir bleiben. Komm mit!“
Der Kobold springt auf den Rücken seines Freundes und weist ihm den Weg.
Im Stall ist es mollig warm und er sieht aus, als wäre er schon lange nicht mehr benutzt worden.
Jasper sinkt ins Stroh.
Der Tag war lange und aufregend gewesen und er merkt jetzt, wie müde er ist.
Bertl öffnet die Stalltür.
Ich werde uns etwas zu essen besorgen!“
Vorsichtig schleicht der Kobold um das Haus und blickt durch das Fenster in die beleuchtete Stube.
Der alte Mann sitzt am Kamin und ist in ein Buch vertieft.
Geduckt schleicht Bertl weiter und betritt durch die unverschlossene Hintertür die Küche.
Angenehm durftet es hier.
Auf dem Ofen steht ein noch warmer Topf mit Gemüse und der Kobold steckt sich schnell einige Stücke in den Mund, dann wischt er achtlos seine Hand an der Hose ab.
Er zieht ein nicht mehr ganz sauberes Taschentuch hervor und häuft von dem Teller, der auf dem Tisch steht einige Lebkuchen und Plätzchen darauf und verknotet es.
Aus dem Korb mit Äpfeln stibitzt er zwei und verlässt dann leise die Küche.
Die beiden Freund schmausen vergnügt und schlafen dann eng aneinander gekuschelt tief und fest.
Und so bemerken sie auch nicht, wie spät in der Nacht noch ein geheimnisvoller Gast kommt.


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