Samstag, 26. Januar 2013

Die Zaubergeige Fortsetzung 1





Durch wirbelnden Schnee folgt sie der Himmelstraße und betritt kurze Zeit später das Haus von Frau Holle.
Diese sitzt zusammen gesunken auf ihrem Sessel.
Hallo Mutter Erde,“ murmelt sie müde.
Hallo, Frau Holle, du siehst ja elend aus.“
Ist es ein Wunder? Mein Rücken schmerzt, meine Arme kann ich kaum noch heben, vor lauter Betten ausschütteln und ich bin entsetzlich müde.“
Sie schließt einen Moment die Augen.
Was ist nur mit deinen Kindern los? Ich weiß ja, dass der Winter und der Frühling sich nicht vertragen, aber müssen wir darunter leiden. Warum hat dein Sohn das Zepter noch nicht an seinen Bruder weitergegeben?“
Sie fährt sich stöhnend über den schmerzenden Rücken.
Mutter Erde hat inzwischen Tee gekocht und beobachtet zufrieden wie sich nach dem ersten Schluck ein seliges Lächeln über Frau Holles Gesicht ausbreitet.
Dann vertraut sie ihrer Freundin ihre Sorgen an.
Frau Holle nickt ernst.
Das ist bedenklich, was kann geschehen sein? Der Frühling ist der fröhlichste und leichtfertigste deiner Söhne und das ist wohl auch der Grund, wieso er sich mit dem schwerfälligen Winter nicht verträgt. Aber er würde nie seine Pflichten vernachlässigen. Es muss ihm etwas zugestoßen sein.“

Sie reißt den Mund zu einem herzhaften Gähnen auf und schlägt sich erschrocken die Hand auf den Mund.
Entschuldige, bitte! Aber ich bin sooo müde, doch bevor der Winter das Zepter nicht abgibt, darf ich nicht schlafen und so sehr meine Arme und mein Rücken schmerzen, muss ich auch die Betten ausschütteln, denn die Pflanzen unter der Erde müssen gut mit Schnee zugedeckt werden, damit sie vom Frost der Eishexe geschützt sind.“
Mutter Erde nickt ernst.
Es muss etwas passiert sein, wenn ich nur wüsste was?“
Frau Holle zieht nachdenklich die Stirn kraus.
Ob die Eishexe dahinter steckt?“
Mutter Erde winkt ab.
Die Eishexe hat nicht die Macht, dem Frühling zu schaden.“
Täusche dich nicht! Sie hat schon öfter geäußert sie möchte die Weltherrschaft an sich reißen und wenn sie sich mit ihren Schwestern verbündet, dann haben sie zusammen eine Menge Macht.“
Die Eishexe, die Meerhexe, die Moorhexe und die Feuerhexe, die Macht der Vier,“ murmelt Mutter Erde.
Es sind trübe und sorgenvolle Gedanken die sie beherrschen, als sie Frau Holle verlässt.
Zuhause sieht sie nach ihrem Sohn, dem Sommer. Liebevoll streicht sie im über das Haar, das gelb wie der Weizen unter der Decke hervor schimmert.
Ein sonniges Lächeln erscheint auf seinem Gesicht.
Durch die Verbindungstür geht sie zu ihrem Sohn dem Herbst, dessen karottenroter Schopf wie Stacheln nach allen Seiten absteht.
Ein vergnügtes Grinsen liegt auf seinem Gesicht, als würde er selbst im Traum noch etwas aushecken.
Im Zimmer des Frühlings bleibt sie gedankenverloren stehen und sieht sich um.
Sie schüttelt das Bett auf, räumt die herum liegenden Kleidungsstücke auf und denkt daran, wie vergnügt er sich vor zwei Tagen verabschiedet hat.
Was war nur geschehen, dass er nicht rechtzeitig zum Treffpunkt kam, um das Zepter aus den Händen seines Bruders entgegen zu nehmen.
Ruhelos wandert sie hin und her, dann hüllt sie sich in ihren braunen Pelz und verlässt den Himmel.


Zur Zeit habe ich Probleme mit den Einträgen, ihr habt sicher schon bemerkt, dass das Schriftbild viel zu goße Abstände hat. Da ich euch aber nicht auf die Fortsetzung warten lassen möchte, bitte ich dies in Kauf zu nehmen, bis ich eine Lösung des Problems gefunden habe. 









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