Freitag, 1. Februar 2013

Die Zaubergeige Teil 7


Als am Nachmittag Pascal zum Geigenunterricht geht, stellt sich ihm Arne in den Weg.
Na, wenn das nicht Meister Hinkebein persönlich ist,“ höhnt er.
Pascal versucht an ihm vorbei zu kommen, doch da tauchen wie aus dem Nichts Rudi und Andreas auf.
Grinsend umkreisen sie ihn und hilfesuchend sieht Pascal sich um.
Doch bei dieser Kälte bleiben die Bewohner lieber zuhause.
Obwohl ihm etwas mulmig zumute ist sieht er doch die drei Flegel ruhig an.
Lasst mich bitte vorbei, ich komme zu spät zum Unterricht.“
Arne lacht spöttisch:
Ich komme zu spät zum Unterricht,“ äfft er ihn nach und mit einer blitzschnellen Bewegung entreißt er Pascal den Geigenkasten und läuft davon.
Johlend jagen seine Freunde hinterher und sie beginnen sich den Geigenkasten gegenseitig zuzuwerfen.
Entsetzt verfolgt Pascal wie der schwarze Behälter wirbelnd durch die Luft fliegt und so schnell es sein lahmes Bein zulässt rennt er den Jungen hinterher.
Immer übermütiger werden diese und dann passiert es.
Arne stolpert, fällt rückwärts und der Geigenkasten fliegt über ihn hinweg und kracht zu Boden.
Andreas und Rudi bleiben erschrocken stehen, drehen sich um und laufen davon.
Pascal ist inzwischen neben seinem Kasten in die Knie gegangen und öffnet ihn vorsichtig.
Entsetzt keucht er auf, als er die zerbrochene Geige sieht.
Arne ist  aufgestanden und steht nun neben Pascal ebenso entsetzt wie dieser.
Das hatte er nicht gewollt!
Pascal aber sieht zu ihm auf.
Die Tränen strömen über sein Gesicht und anklagend ruft er.
Bist du nun zufrieden! Ich kann nicht Fußball spielen wie du, ich kann auch nicht auf dem Weiher Schlittschuh laufen, obwohl ich es gerne täte. Ich kann vieles nicht mit meinem lahmen Bein, aber ich liebe die Musik und das Geigen spielen und deshalb haben meine Eltern mir diese Geige geschenkt.
Weißt du, dass mein Vater Überstunden machte und meine Mutter drei verschiedene Putzplätze angenommen hat, damit sie mir die Geige kaufen konnten. Und du hast sie einfach kaputt gemacht, nur aus Langweile. Warum hasst du mich so?“
Mühsam steht Pascal auf, nimmt den Geigenkasten und geht mit gesenktem Kopf nach Hause, während die Tränen über sein Gesicht laufen.
Arne aber steht mit hängenden Armen da und sieht der traurigen kleinen Gestalt nach.

Besorgt kommt ihm die Mutter entgegen, als Pascal das Haus betritt.
Was ist passiert? Herr Bellini hat schon angerufen, wo du bleibst.
Pascal schluchzt auf, „die Geige ist kaputt“
Die Mutter erschrickt, nimmt ihn tröstend in die Arme und packt ihn dann ins Bett.
Der Junge ist froh, dass sie nicht weiter fragt, denn aus irgendeinem Grund will er Arne nicht verraten und seine Mutter anlügen möchte er auch nicht.
Am nächsten Tag hat er hohes Fieber. Nervenfieber wie der Arzt meinte.
Arne sieht immer wieder auf den verwaisten Stuhl in der Schule und atmet auf, als nach einer Woche Pascal wieder in die Schule kommt.
Herr Bellini leiht Pascal seine Geige und so kann er weiter Unterricht nehmen, aber er weigert sich diese Geige zum Üben mit nach Hause zu nehmen, fürchtet er doch dass die bösen Buben auch dieses schöne Stück zerstören.
Irgendwie hat er auch die Freude am Spielen verloren.










1 Kommentar:

  1. Da weine ich gleich ein bisschen mit, liebe Lore,
    der arme Junge, was hätte ihm Schlimmeres passieren können, schrecklich!

    Gespannt warte ich auf die Fortsetzung, liebe Grüße
    Regina

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.