Freitag, 25. Januar 2013

Die Zaubergeige






Dieses Wochenende soll es ja sehr eisig werden, bevor die Temperaturen dann wieder zurück gehen.
Zeit also, wer zuhause bleiben kann, sich auf das Sofa zu kuscheln, einen heißen Tee zu trinken und eine Geschichte zu lesen.
Zufällig habe ich eine Geschichte für Euch, die davon erzählt ,wie es der Eishexe einmal beinahe gelungen wäre die Weltherrschaft an sich zu reißen.



Mutter Erde tritt aus ihrem Wolkenschloss und lässt zufrieden den Blick über ihren Garten schweifen.
Vier Beete liegen fein säuberlich nebeneinander.
Jeder ihrer Söhne hatte sein eigenes Beet.
Bunt und voller herrlicher Fülle wucherten tausende von Blumen und Blüten auf dem Beet ihres Sohnes, dem Frühling.
Daneben die satten Früchte und goldgelbes Getreide ihres Sohnes, dem Sommer.
Ihr Sohn, der Herbst und auch der farbenprächtigste und fröhlichste ihrer Söhne hatte sein Beet mit den schönsten Farben des Regenbogens geschmückt.
Mutter Erde lächelt, dann gleitet ihr Blick zum Beet ihres Sohnes, dem Winter.
Schmucklos und weiß war dieses und nur wenige Blumen streckten ihre Köpfe hervor.
Eine Gestalt kommt den Weg herauf.
Mutter Erde beschattet die Augen.
Ihr Sohn Winter kommt zurück.
Sie hat ihn bereits gestern schon erwartet, sein Bett ist bereit.
Sie dreht sich um und geht in die Küche.
Kurz darauf poltert der Winter herein und brüllt:
Wo steckt er, der Nichtsnutz, der Bruder Leichtfuß, der Schelm!“
Mutter Erde sieht ihn streng an.
Ich wünsche dir auch einen schönen Tag!
Der Winter errötet.
Guten Tag, Mutter.“
Müde setzt er sich auf den Stuhl und nimmt einen Schluck von dem Eistee, den ihm seine Mutter hingestellt hat.
Mutter Erde blickt überrascht auf das Zepter, das ihr Sohn neben sich auf den Tisch gelegt hat.
Warum hast du das Zepter nicht an deinen Bruder weitergegeben?“ fragt sie erstaunt.
Der Winter sieht sie finster an.
Weil mein Herr Bruder nicht am vereinbarten Treffpunkt aufgetaucht ist!“
Mutter Erde setzt sich.
Aber er ist vor zwei Tagen aufgebrochen, um dich zu treffen.“
Aber er ist nicht gekommen, wer weiß wo er sich herumtreibt, leichtfertig wie er ist. Wahrscheinlich schäkert er mit den Töchtern der Sonne.“
Seine Mutter schlägt mit der Hand auf den Tisch, dass das Eis in dem Teeglas klirrt.
Unsinn! Wenn er auch nicht so schwerfällig ist wie du und gerne Späße macht, so ist er doch pünktlich und gewissenhaft. Er weiß genau was es für die Erde bedeutet, wenn sie aus dem Rhythmus kommt.“
Sie steht auf und nimmt ihm das Glas ab, aus dem er gerade trinken wollte.
Geh zurück auf die Erde, ich werde mich darum kümmern.“
Mit einem Schnauben verlässt der Winter das Schloss, einen eisigen Schauer hinter sich lassend.
Besorgt sieht seine Mutter ihm nach, dann holt sie ihren Umhang und macht sich auf den Weg zur Frau Holle.

1 Kommentar:

  1. Ich bin sehr gespannt, liebe Lore, wie die Geschichte weitergeht. Sie fängt sehr vielversprechend an!
    Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende dir
    Regina

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.