Sonntag, 6. Januar 2013

Robins Wiese Teil 2







Als er vor vielen Jahren mit seiner Luise hierher kam, war alles noch grün und unberührt.
Er baute ihnen das kleine Häuschen, in dem er viele Jahre mit ihr sehr glücklich war.
Nach und nach kamen immer mehr Menschen und es entstand eine hübsche Siedlung mit kleinen Häusern und Gärten.
Die Nachbarn waren freundlich, man hatte Zeit für ein kleines Schwätzchen und oft flog ein freundlicher Gruß über den Gartenzaun.
Doch dann verschwand ein Häuschen nach dem anderen und an ihrer Stelle entstanden große, graue Betonblöcke und niemand hatte mehr Zeit für ein kleines Schwätzchen.
Immer wieder kam der Bürgermeister bei Robin vorbei und wollte ihm das Grundstück abkaufen und bot ihm eine hübsche kleine Wohnung dafür in der Stadt an, doch dieser schüttelte nur den Kopf.
Sein Luiserl war inzwischen ins andere Reich gewechselt und er wusste, dass sie dort auf ihn wartete.
Er freute sich auf das Wiedersehen mit ihr, aber gleichzeitig wollte er hier nicht weg gehen, denn was sollte dann aus den kleinen Elfen werden.
Ja die Wiese war die Heimat der Elfen und nur er und seine Luiserl konnten sie sehen.
Viele schöne Stunden hatten sie mit dem fröhlichen sorglosen Völkchen verbracht und das tröstete sie darüber hinweg, dass sie keine Kinder hatten.
Und als sein Luiserl ihm dann voraus ins andere Reich gegangen war, fühlte er sich trotzdem nicht allein, denn die Elfen besuchten ihn und trösteten ihn und mit der Zeit wurde es ihm wieder leichter ums Herz.
Inzwischen war er 95 Jahre alt geworden und in letzter Zeit fühlte er sich etwas müde.
Und dann schickte der liebe Gott seinen Todesengel zu ihm, um ihn abzuholen.
Das ganze Zimmer war voller Elfen, die Abschied nahmen von ihrem Freund und als man den alten Robin fand, lag ein seliges Lächeln auf seinem Gesicht und das Zimmer duftete nach Blumen.

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