Mittwoch, 9. Januar 2013

Robins Wiese Teil 5







Primelchen aber hebt die Hand und fordert:
Nun seid bitte still und kümmert euch um eure Blumen.“
Traurig aber denkt sie daran, dass die Blumen bald sterben und vielleicht auch sie alle.
Doch sie will ihr kleines Volk nicht noch mehr beunruhigen und deshalb lächelt sie und verspricht:
Habt keine Angst , ich werde mir etwas einfallen lassen.“
Voller Vertrauen zu ihrer Königin schwirren die Elfen zu ihren Blumen und bald hört man sie wieder fröhlich Singen und Lachen.
Elfen können nun mal nicht lange betrübt sein.


Der Abendwind fliegt lustlos durch die Straßen.
Erst als er die Wiese erreicht, die friedlich im Mondschein schläft, lächelt er.
Sanft fährt er über die geschlossenen Blüten, in denen die Elfen friedlich schlummern und lächeln, als diese sich leicht im Wind bewegen.
Eine der Blüten ist noch geöffnet und der Abendwind sieht sich suchend um.
Primelchen sitzt auf einem Strauch, die Arme um die Beine geschlungen und das Kinn auf die Knie gestützt.
Leise setzt sich der Abendwind neben sie.
Primelchen hebt den Kopf.
Tränen glitzern in ihren Augen und ganz sachte pustet der Wind sie trocken.
Traurig lächelt die kleine Elfe.
Du weißt, dass unser Beschützer ins andere Reich gegangen ist?“
Der Abendwind nickt und die Blätter am Strauch rascheln leise.
Nun wollen die Menschen in der Stadt unsere Heimat zerstören und ich weiß nicht, wohin ich mit meinem Volk ziehen soll.“
Traurig verzieht der kleine Wind das Gesicht.
Er lebt schon länger als die Menschen auf dieser Welt und konnte immer wieder beobachten, wie sie erst alles aufbauten und dann durch Kriege wieder alles zerstörten.
Doch die Natur hatten sie bisher immer gehegt und gepflegt, bekamen sie doch von ihr die Gaben zum Überleben.
Doch in den letzten Jahrzehnten haben sie mit ihren Häusern und Maschinen und Erfindungen immer mehr der schönen Erde erobert und den Tieren und Pflanzen den Lebensraum genommen.
Dachten sie doch, sie brauchten die Natur nicht mehr, konnten sie doch inzwischen schon künstliche Nahrung herstellen.
Der Kleine Abendwind schüttelt die traurigen Gedanken ab und überlegt, wie er seiner Freundin helfen könnte.
Leider kenne ich keinen Ort in der Nähe wohin ihr flüchten könnt, aber ich werde meine Schwester die Kleine Brise fragen, sie streift tagsüber durch die Gegend.“
Primelchen lächelt dankbar.
Du solltest schlafen gehen, Elfenkönigin, morgen sieht vielleicht schon alles anders aus.“
Du hast recht ,mein Freund.“
Primelchen fliegt zu ihrer Blume, kuschelt sich hinein und diese schließt ihre Blüten.
Der Abendwind aber pustet sacht und wiegt sie in den Schlaf.

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