Freitag, 15. Februar 2013

Der Sohn des Wassermannes Teil 1






In grünen Samt festlich gekleidet schreitet der Wasserprinz in das Schloss.
Von einem hochnäsig wirkendem Butler wird er in eine große Halle geführt, in der viele edel gekleidete
junge Männer zusammen stehen und sich lautstark unterhalten.
Immer wieder braust Gelächter auf und Meeresheld wird fröhlich begrüßt.
Der Haushofmeister klopft mit dem Stab und verkündet:
Ihre Majestäten, König Winfried, Königin Sonja sowie Prinz Erkan und Prinzessin Lucinda.
Sofort tritt Stille ein.
Alle Augen wenden sich der Tür zu, um die Prinzessin zu sehen, von deren Schönheit alles spricht.
Das Herz von Meeresheld klopft heftig.
Wird Lucinda ihn überhaupt beachten unter all den vielen Freiern?
Die Prinzessin betritt den Saal.
Mit hocherhobenem Kopf, die Lippen leicht spöttisch verzogen, schreitet sie an der Seite ihres Bruders hinter ihren Eltern zu dem Podium mit den vier mit roten Samt bezogenen Sesseln.
Anmutig setzt sie sich, richtet ihr blau goldenes schimmerndes Kleid und lässt dann ihren gelangweilten Blick über die versammelten jungen Männer schweifen.
Sie blickt direkt in ein paar grüne Augen, die sie voller Liebe und Zärtlichkeit anblicken.
Leicht errötend senkt sie schnell den Blick, doch durch die Wimpern späht sie hinüber zu ihm.
Wie gut er aussah, wer er wohl war?
Nun beginnen die jungen Männer sich vorzustellen und auch Meeresheld kommt an die Reihe.
Er beugt das Knie.
Mein Name ist Meeresheld und mein Vater ist der Wassermann, der über alle Meere, Seen und Flüsse herrscht.“
Er reicht ihr ein Kästchen mit Perlen.
Meine Gaben sind bescheiden, doch mein Herz ist voller Liebe für Euch.“
Er verneigt sich und tritt still zurück, um den nächsten Freier vorzulassen.
Lucinda ist ganz eigenartig ums Herz und eine innere Stimme flüstert „nimm ihn“, doch so leicht wollte sie es ihm nicht machen.
Deshalb neigt sie nur anmutig das Köpfchen und wendet sich dem nächsten Freier zu.





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