Mittwoch, 27. Februar 2013

Der Sohn des Wassermannes Teil 13



Zum Glück ist sie eine geübte Schwimmerin und der Abstand zu der Grotte wird immer größer.
Hinter sich hört sie einen schrillen Schrei.
Ihre Flucht ist entdeckt worden.
Sie spürt wie das Wasser hinter ihr in Schwingungen gerät und als sie zurück blickt, sieht sie die beiden Muränen, die ihre Verfolgung aufgenommen haben.
Lucinda versucht noch schneller zu schwimmen, aber sie spürt, wie langsam ihre Kraft nachlässt.
Plötzlich, wie aus dem Nichts taucht neben ihr ein Delfin auf.
Halt dich an mir fest, ich bringe dich ans Ufer.“
Wie ein Pfeil schnellt er durch das Wasser und die jung Frau hält sich verzweifelt an seiner Flosse fest.
Dann tauchen Friss und Schnapp neben ihnen auf und umkreisen sie mit tödlich blitzenden Augen.
Der Delfin schreit auf einmal qualvoll auf und Blut sickert ins Wasser.
Silvanas Haustierchen haben ihn gebissen.
Schwimm nach oben, ich lenke sie ab!“ stöhnt der Fisch und Lucinda lässt ihn los und paddelt nach oben.
Friss folgt dem Delfin, der ohne das Mädchen nun viel schneller ist und Schnapp verfolgt Lucinda.
Lucinda nimmt alle ihre Kraft zusammen und taucht auf.
Sie spürt einen scharfen Schmerz am Hals, dann ist sie im seichten Wasser, wohin ihr die grässliche Kreatur nicht folgen kann.
Die wenigen Schritt bis zum Ufer taumelt die junge Frau, dann bricht sie zusammen.

Lucinda ist vor Erschöpfung eingeschlafen.
Als sie erwacht friert sie entsetzlich und als sie sich umsieht, liegt sie auf einem schneebedeckten Strand.
Entsetzt betrachtet sie ihre zerfetzten Kleider und der Albtraum der vergangenen Stunden fällt ihr wieder ein.
Mit einem Griff an den schmerzenden Hals stellt sie fest, dass das Amulett, das Meeresheld ihr gegeben hat nicht mehr da ist.
Die Muräne muss es ihr abgerissen haben und nun liegt es auf dem Grund des Meeres.
Doch ohne das Amulett konnte sie nicht zurück.
Fröstelnd schlägt sie die Arme um ihren eiskalten Körper und Tränen der Verzweiflung strömen über ihr Gesicht.




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