Freitag, 1. März 2013

Der Sohn des Wassermannes Teil 15



Für den Moment sind wir in Sicherheit,“ murmelt die Möwe, während sie versucht auf der wankenden Eisscholle nicht abzurutschen.
Wohin fahren wir denn?“ will Lucinda wissen.
Der Pinguin schaut sie mit seinen schönen dunklen Augen freundlich an, bleibt aber stumm.
Dein Freund redet wohl nicht gern.“
Er ist eben einer von den Stillen.
Wir bringen dich zum Nordwind. Er ist der Bruder von Perlweiß und wird dir sicher helfen.“
Woher weißt du so viel über meine Familie?“
Ich komme eben viel herum und unterhalte mich gerne.“
Gib zu, dass du eine neugierige Klatschbase bist.“
Und du bist ein undankbares, freches Fräulein!“ ereifert sich die Möwe.
Wir sind da,“ unterbricht der Pinguin die Streithähne.
Die Eisscholle prallt an das Ufer und Lucinda springt auf festen Boden.
Ohne sich umzusehen fliegt der beleidigte Vogel in eine Felsengrotte und die junge Frau folgt ihm, während der Pinguin wendet und wieder auf das offene Meer hinaus treibt.
Lucinda spürt ihre Füße kaum noch, als sie durch den Tunnel aus Eis stolpert.
Endlich erreicht sie einen offenen Raum.
Stühle und Tische sind aus glitzerndem Eis und von den Wänden hängen Eiszapfen.
Eine Frau in einem weißem schimmerndem Kleid, das mit herrlichen Eisblumen bestickt ist, steht an einem Ofen und rührt in einem großen Topf.
Sie hebt den Kopf und sieht sie überrascht an.
Die Möwe sitzt auf einer Stuhllehne und putzt sich die Federn.
Wen hast du mir denn da gebracht?“
Die Dame betrachtet die vor Kälte schlotternde junge Frau.
Das ist Lucinda, das Schwesterkind deines Mannes.“
Du bist die Frau von Meeresheld. Wir haben von der Hochzeit gehört.
Aber was rede ich solange, da bist ja halb erfroren.
Komm mit mir, erzählen können wir später.“





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