Dienstag, 19. Februar 2013

Der Sohn des Wassermannes Teil 5




Es war eine wunderschöne Hochzeitsfeier und Lucinda schwebte im siebten Himmel.
Wie gut Meeresheld in seiner Uniform aussah und wie viel Liebe in seinen Augen leuchtete.
Alle Erd-Luft- und Wassergeister waren zu dem Fest geladen.
Spät in der Nacht geleitete die ganze Gesellschaft das Brautpaar zum See hinunter.
Königin Sonja umarmte ihre Tochter mit Tränen in den Augen und auch König Winfried fiel der Abschied von seinem Sonnenschein schwer.
Erkan klopfte Meeresheld kräftig auf die Schulter, drückte Lucinda brüderlich und zwinkert Seerose zu, die zart errötete.
Dann verschwanden die Wassergeister im See.
Wie staunte Lucinda, als sie das Kristallschloss sah, das im Mondlicht funkelte und glitzerte.
Es schien, als würde der Mond, der durch die Wasseroberfläche drang, sich ganz besondere Mühe geben.
Stolz führte der Wasserprinz seine junge Frau durch das Schloss.

Am nächsten Morgen, als Lucinda die Augen aufschlägt, muss sie erst überlegen, wo sie sich befindet.
Sie hört leises Kichern und Wispern und bemerkt einige Nixen, die anmutig durch das Zimmer gleiten, ihre Kleider hoch heben und staunend betrachten.
Als sie bemerken, dass sie wach ist, kommen sie ans Bett und berühren ihr Nachthemd und zerren an ihren Locken.
Wütend setzt Lucinda sich auf und schlägt mit beiden Händen nach den lästigen Geschöpfen.
Diese weichen etwas zurück und lachen, wispern und kichern noch mehr.
Lasst sie in Ruhe und verschwindet!“
Meeresheld betritt den Raum und die wunderschönen Nixen gleiten aus dem Zimmer, nicht ohne ihm schelmisch zuzuzwinkern.
Der Wasserprinz schüttelt lachend den Kopf, dann wendet er sich an seine Frau und sein Lächeln wird zärtlich.
Guten Morgen, meine wunderschöne Liebste.“
Lucinda verzieht schmollend den Mund.
Warum hast du mich allein gelassen mit diesen albernen Geschöpfen?“
Meeresheld gibt ihr einen Kuss.
Sie meinen es nicht böse. Sie sind nur furchtbar verspielt und Lachen gern.“
Wo sind meine Kleider, ich möchte mich anziehen,“ mault Lucinda noch immer nicht versöhnt.
Doch ihr Mann lacht nur.
Liebste, deine Kleider haben wir im Schloss deines Vaters gelassen.“
Als seine Frau wütend werden will, legt er ihr den Finger auf den Mund.
Scht, mein kleiner Trotzkopf, deine Kleider wären hier im Wasser nicht geeignet. Komm ich zeige dir etwas.“
Er nimmt ihre Hand und zieht sie ins Nebenzimmer.
Der Raum ist voller wunderschöner Kleider, Tüchern, Umhängen, Schuhen, eben alles, was eine Prinzessin braucht, um noch schöner zu sein.
Seerose lächelt ihr entgegen.
Guten Morgen Lucinda, ich helfe dir beim Ankleiden, bis du dich an die Nixen gewöhnt hast.
Später kannst du dir eine der Nixen als Zofe auswählen.“
Meeresheld gibt seiner Frau einen Kuss, dann lässt er die Beiden allein.
Fröhlich plaudern suchen sie unter all der Pracht ein lavendelfarbenes Kleid aus.
Seerose zaubert aus Lucindas Locken eine schöne Frisur, dann wandern sie Arm in Arm durch den Palast.
Lucinda ist tief beeindruckt von alle der Schönheit unter Wasser, von der man nichts ahnt, wenn man am Ufer des Sees steht.
Später treffen sie Perlweiß, Algengrün und Meeresheld im Speisesaal und nach einem wohlschmeckendem Frühstück zeigt der junge Prinz seiner Gemahlin die Welt unter Wasser.




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