Mittwoch, 20. Februar 2013

Der Sohn des Wassermannes Teil 6



Durch einen schmalen Felsenspalt gelangen sie hinaus aufs offene Meer.
Hier ist die Welt unter Wasser noch bunter.
Teppiche aus Seeanemonen, winzige Muscheln, leuchtend blühende Pflanzenstränge und Seesterne bedeckten die Steine, Mauerwerke und untergegangene Schiffe.
Ein Schwarm silbrig-brauner Fische huscht aus einem Seegrasgestrüpp.
Ein scharlachroter Fisch schoss unter einem Felsen hervor.
Eine Schildkröte paddelte träge an ihnen vorbei.
Als sich aus einem Loch im Riff ein dicker grantig ausschauender Kopf mit einem großen Maul heraus schob, klammert sich Lucinda voller Angst an ihren Mann.
Meeresheld lacht, „ das ist doch nur ein Zackenbarsch!“
Mit einer Handbewegung verscheucht er den Fisch.
Durch die Felsenspalte schwimmen sie zurück in den friedlichen See.
Im Kristallpalast erzählt Lucinda mit leuchtenden Augen von ihrem Ausflug und den Herrlichkeiten, die sie gesehen hat.
Perlweiß und Seerose lauschen lächelnd und auch Meeresheld betrachtet seine Frau voller Stolz und Liebe.
Nur Algengrün meint stirnrunzelnd:
Unsere Welt ist wunderschön, aber auch voller Gefahren, also verlasse niemals alleine den See durch die Felsenspalte.“
Lucinda errötet und alle Freude verschwindet aus ihrem Gesicht.
Sie fürchtet sich etwas vor dem strengen Wassermann.
Meeresheld will zu seiner Frau eilen, doch Algengrün verlässt den Raum und fordert ihn auf, ihm zu folgen.
Perlweiß setzt sich neben Lucinda und legt ihr den Arm um die Schultern.
Algengrün ist manchmal barsch, aber er meint es nicht so. Du brauchst keine Angst vor ihm zu haben.“
Die junge Frau lächelt schüchtern.
Merkt man das so deutlich?“
Perlweiß schmunzelt.
Mit den Gefahren hat er allerdings recht. Nicht alle Bewohner in der Unterwasserwelt sind freundlich.
Im schwarzen Meer wohnt Drisulla, die Meerhexe.
Sie hat alle untergegangenen Piraten um sich versammelt. Eine böse Bande, wehe dem der denen in die Hände gerät.
Aber keine Angst, solange du die Grenze nicht überschreitest kann sie dir nichts anhaben.“
Lucinda seufzt.
Ich muss noch soviel lernen, alles ist mir so fremd und ich möchte Meeresheld doch eine gute Frau sein.
Ach, ich vermisse meine Eltern und meinen Bruder.“
Perlweiß gibt ihr einen Kuss auf die Wange.
Du kannst deine Eltern jederzeit besuchen und du wirst sehen mit der Zeit wirst du dich in der Unterwasserwelt wie zu Hause fühlen.
Auch ich musste mich erst eingewöhnen und bei meinem Temperament war das gar nicht so einfach.“
Neugierig sieht Lucinda ihre Schwiegermutter an.
Dein Vater ist doch der Zauberer Hokuspokus, wie hast du Algengrün eigentlich kennengelernt?“
Perlweiß lehnt sich zurück und dreht gedankenverloren an ihrem Ring.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.