Mittwoch, 13. Februar 2013

Vorwort zu : Der Sohn des Wassermannes






Bei uns zuhause wurde viel gesungen, besonders die schönen alten Volkslieder.
Eines meiner Lieblingslieder ist heute noch
Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein …,“
von Franz Schubert.
Während des Geschirrspülens sangen meine Schwestern und ich die wunderbaren Lieder.
Oft sang meine Mutter aus irgendeinem Zimmer mit und selbst mein Vater fiel manchmal mit seiner tiefen Stimme mit ein.
Das sind schöne Erinnerungen an meine Kindheit, die ich tief im Herzen bewahre.
Nun fragt ihr euch sicher, was hat das mit meinen Märchen zu tun.
Die Ideen zu meinen Geschichten kommen aus ganz unterschiedliche Quellen.
Manchmal finde ich einen ungewöhnlichen Zeitungsartikel, oder ich sehe ein Bild oder ich höre ein Lied.
Als ich die Geschichte von „Robins Wiese“ gerade schrieb kam im Radio das Lied
Frag den Abendwind...“
Dieses Lied hat Francoise Hardy im Jahre 1965 gesungen und es war das Lieblingslied meiner leider viel zu früh verstorbenen älteren Schwester Karin.
Und mir kam der Gedanke:
Der Abendwind könnte doch Primelchen besuchen und sie könnte ihm ihre Sorgen anvertrauen.

Die Geschichte, die ich euch ab Morgen erzählen möchte ist ebenfalls durch ein Lied entstanden.
Es gibt ein altes böhmisches Volkslied, vielleicht kennt ihr es: Es freit ein wilder Wassermann ...
Es ist ein trauriges Lied:
Die Prinzessin heiratet denWassermann, hat Heimweh und geht zurück zu ihren Eltern, doch ihrer Kinder zuliebe folgt sie dem Wassermann wieder in die Tiefe des Sees.
Ich habe mir gedacht, jede der fünf Strophen als Überschrift zu verwenden und dann die Geschichte zu erzählen.
Meine Schwiegermutter hat mir schon die passenden Bilder gemalt, doch dann verschwand das Ganze für viele Jahre in der Schublade.
Erst eine schwere Krankheit vor zwei Jahren zwang mich kürzer zu treten und vor einem Jahr habe ich auch aufgehört Nachhilfe zu geben und endlich fand ich Zeit meine Träume vom Geschichten schreiben zu verwirklichen.
Nun begann ich die traurige Mär von Lilofee, doch wie so oft wenn ich eine Geschichte beginne verselbständigt sich das Geschehen, als wollten die Darsteller nicht in einer so traurigen Rolle auftreten.
So entstand eine völlig andere Geschichte.
Aber seht selbst!



Morgen geht es los









Es freit ein wilder Wassermann
In der Burg wohl über dem See
Des Königstochter wollt er ham
Die schöne junge Lilofee

Sie hört drunten die Glocken geh`n
Im tiefen, tiefen See
Wollt Vater, Mutter wiederseh`n
Die schöne junge Lilofee

Und als sie aus der Kirche kam
Von der Burg wohl über dem See
Da stand der wilde Wassermann
Vor der schönen jungen Lilofee

Sprich, willst du hinunter geh`n mit mir
Von der Burg wohl über dem See
Deine Kinder drunten weinen nach dir
Du schöne junge Lilofee

Und eh`ich die Kinder weinen lass
Im tiefen, tiefen See
Scheid`ich vom grünen Laub und Gras
Ich arme junge Lilofee


ein böhmisches Volkslied








































1 Kommentar:

  1. Ich freu mich schon, liebe Lore,

    das Vorwort ist ja schon eine Geschichte für sich, schön, dass der Leser erfährt, wie so eine Geschichte bei dir entsteht (ich kenne das auch, plötzlich ist die Idee im Kopf und dann verselbständigt sich alles).
    Liebe Grüße
    Regina

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.