Dienstag, 19. März 2013

Aurelia Fortsetzung 1




Wenn man dem Weg aus dem Wald folgt, erreicht man nach einiger Zeit einen Garten, der von einer schützenden Mauer umgeben ist.
Das große schmiedeeiserne Tor ist immer geöffnet und eine wahre Farbenpracht erfreut das Auge.
Blumen und Blüten wetteifern in allen Farben des Regenbogens.
Es ist das Reich der Schmetterlingskönigin Aurelia.
Zierliche Elfenmädchen laufen mit
kleinen Gießkannen zwischen den Blumen herum.
Elfenjungen und Wichteln schieben kleine Schubkarren.
Es ist ein Gerenne und Gewurrle.
Auf einer Blumenschaukel sitzt Aurelia und bindet aus Gänseblümchen einen Kranz, dabei summt sie leise vor sich hin.
Kichernd laufen Elfenmädchen vorbei und wispern:
Unsere Königin ist verliebt.“
Sie freuen sich, denn König Gernot ist ein liebenswerter, freundlicher Elf und wird bestimmt gut zu ihrer Königin sein.
Plötzlicher Lärm lässt Aurelia aufblicken.
Die Schnecke Esmeralda kriecht keuchend den Weg
entlang.
Aurelia! Der, der, der ...“
Da kommt auch schon der Koboldkönig Unwirsch angerannt, verfolgt von den beiden Torwächtern.
Er gibt der Schnecke einen Tritt, dass diese sich überschlägt.
Gerade noch rechtzeitig kann sie sich in ihr schützendes Haus zurückziehen, bevor sie unsanft aufprallt.
Aurelia legt den Kranz beiseite und steht auf, während zwei Elfenmädchen zu Esmeralda eilen.
Was soll das?“ fragt die Schmetterlingskönigin streng.
Der Koboldkönig baut sich drohend vor ihr auf und blickt sie zornig an.
Ich habe euch meinen Minister gesandt mit den herrlichsten Edelsteinen aus meinen Höhlen und ließ euch fragen, ob ihr meine Königin werden wollt.
Ihr habt mein Geschenk nicht angenommen und meinen Antrag abgelehnt,“ schreit Unwirsch und ballt die Hände zu Fäusten.
Aurelia setzt sich wieder auf die Schaukel.
Die Wichtel und Elfen sind näher gekommen und bilden einen Kreis um die Beiden.
Alle haben sich irgendwie bewaffnet, um ihrer Königin notfalls zu helfen.
Diese sieht den Koboldkönig ernst an.
Ich kann eure Königin nicht werden, das habe ich bereits eurem Minister erklärt.“
Unwirsch knirscht mit den Zähnen.
Ich bin der reichste König vom Zauberland.
Meine Schätze sind unermesslich.
Mein Palast besteht aus den schönsten und wertvollsten Edelsteinen. Was wollt ihr mehr!“
brüllt er.
Ich danke euch für die Ehre, aber ich kann nicht eure Frau werden.
Ich brauche Licht und Sonne zum Leben und könnte niemals in eurem Schloss unter der Erde glücklich werden. Außerdem ich liebe euch nicht.“
Liebe! Wer braucht schon Liebe!
Aber diesen Hungerleider aus dem Blumenreich, den liebt ihr wohl?“
Ja, ich liebe Gernot und werde sehr gerne seine Frau werden,“ bestätigt Aurelia glücklich lächelnd.
Das werdet ihr noch bereuen!“
Unwirsch dreht sich um und stapft davon.
Sehr besorgt sieht die Königin ihm nach.
Schließt das Tor und verstärkt die Wachen!
Auch müssen wir einen Boten zu Gernot schicken, ich fürchte die Kobolde werden uns angreifen.“
Ich, ich, ich werde zu Gernot gehen!“
Esmeralda, die sich wieder aus ihrem Haus gewagt hat, nachdem der Kobold gegangen ist, kriecht langsam heran.
Aurelia lächelt.
Das ist lieb von dir und es war sehr tapfer von dir, wie du dich Unwirsch in den Weg gestellt hast.“
Esmeralda errötet vor Freude, dann senkt sie traurig den Kopf.
Ich bin zu langsam.“
Ich fürchte ja, aber du wirst hier gebraucht.“
Aurelia teilt nun die Wachen ein, die in Abständen die Mauer abschreiten müssen.
Die Elfenjungen fliegen auf die höchsten Blüten um das Geschehen jenseits der Mauer zu beobachten.
Und der schnellste Läufer, der Wichtel Springinsfeld wird zu Gernot gesandt.
Das fröhliche Wispern, Lachen und Singen ist verstummt.
Unwirsch hat einen Hauch des Bösen hinterlassen.


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