Mittwoch, 20. März 2013

Aurelia Fortsetzung 2





Mit langsamen, schleppenden Schritten tappt der Drache Kalypso durch den Wald.
Immer, wenn er einen Fuß aufsetzt, bebt die Erde.
Stille herrscht im Wald.
Das fröhliche Gezwitscher der Vögel ist verstummt.
Verängstigt kuscheln sie in ihren Nestern.
Eichkätzchen flitzen die Bäume hoch, um sich im dichten Geäst zu verstecken.
Füchse und Dachse huschen in ihren Bau.
Käfer und Ameisen krabbeln eilig davon, um nicht zertreten zu werden.
Tiefe Stille legt sich über den Wald.
Nur das Stampfen der Drachenbeine und das Klirren der Waffen von Unwirsch und seinen Soldaten ist zu hören.
In der Nähe des Schmetterlingsreiches kettet Unwirsch den Drachen an einen Felsen.
Liebevoll tätschelt er dessen Hals und Kalypso schließt mit wohligem Seufzer die Augen.
Der Koboldkönig tritt an das Tor und fordert die Wachen auf, die Königin zu holen.
Anmutig schwebt Aurelia durch den Garten, begleitet von den Wichteln und Elfen.
Die Wachen haben ihr bereits von dem Drachen erzählt, doch sie lässt sich ihre Sorgen nicht anmerken.
Kühl betrachtet sie Unwirsch.
Was willst du?“
Hämisch grinsend deutet der Kobold auf den Drachen.
Darf ich dir Kalypso mein liebes Haustier vorstellen?
Er wohnt sonst unter der Erde und wärmt unsere Höhlen.
Doch jetzt wird er deinen Garten bewachen und dafür sorgen, dass niemand hinein oder heraus kann.
Ich gebe dir drei Tage Zeit.
Wenn du bis dann nicht einwilligst meine Frau zu werden, wird  dein Reich vernichtet.
Du siehst, ich habe Kalypso so angekettet, dass sein Feueratem nur bis zum Tor reicht.
Aber wehe, du wirst nicht meine Königin, dann führe ich den Drachen an das Tor und dein Reich wird nur noch Asche sein!“
Unwirsch hebt drohend die Faust, dreht sich um und marschiert mit seinen Soldaten davon.
Ein vorwitziges Wichtelkind steckt neugierig seinen Kopf durch das Gitter.
Der Drache reißt das Maul auf und ein Feuerstrahl schießt auf das Tor zu.
Das Kind fällt vor Schreck rückwärts, bleibt aber unverletzt.
Aurelia hebt die Kleine auf, die sich zitternd an sie schmiegt.
Ernst sieht die Königin ihre Freunde, die sich um sie
scharren, an.
Keiner darf zu nahe an das Tor heran, gebt auf die Kinder acht.
Die Wichtel werden aus Steinen einen Schutzwall errichten, ansonsten geht alles weiter wie bisher.
Wir lassen uns von diesem Kobold nicht unterkriegen!“
Die Wichtel und Elfen jubeln ihrer König zu, was Kalypso veranlasst wieder einen Feuerstrahl loszulassen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.