Dienstag, 5. März 2013

Der Sohn des Wassermannes Teil 19



Als Lucinda am nächsten Morgen erwacht findet sie frische Kleider und eine Schüssel mit warmen Wasser vor.
Wenig später betritt sie vergnügt und voller Zuversicht die Küche, in der Frau Holle sitzt und gedankenverloren in ihre Tasse schaut.
Guten Morgen!“ ruft Lucinda fröhlich.
Frau Holle hebt den Kopf und lächelt kläglich.
Ach Kindchen, so gut ist der Morgen gar nicht.
Sieh doch einmal aus dem Fenster.“
Die junge Frau schiebt die zarten weißen Gardinen zur Seite und späht in den Garten.
Draußen vor dem Zaun liegt der weiße Wolf und seine roten Augen sind direkt auf sie gerichtet.
Erschrocken tritt sie zurück.
Ja,ja,“ seufzt die gute Frau Holle, „ er hat sich dort draußen niedergelassen und wird wohl nicht weichen.
Aber keine Angst hier kann er dir nichts tun.“
Niedergeschlagen setzt sich Lucinda.
Alle Fröhlichkeit hat sie verlassen.
Die alte Dame tätschelt ihre Hand.
Dann bleibst du eben bei mir.“
Begeistert schlägt sie die molligen Hände zusammen.
Ja, das ist schön! Und ich habe liebe Gesellschaft.
Auch kannst du mir beim Ausschütteln der Betten helfen, denn wir müssen doch Schneeflocke unterstützen. Oh, du wirst sehen, wir werden eine herrliche Zeit zusammen haben!“
Lucinda lächelt kläglich und versucht die aufsteigenden Tränen zu unterdrücken.
Gerne helfe ich euch, aber ich werde meinen geliebten Mann dann nie wiedersehen.“
Ach papperlapap, natürlich wirst du ihn wiedersehen! Du musst doch nicht für immer hier bleiben. Bald kommt der Frühling und wir Winterwesen werden dann schlafen, auch der weiße Wolf wird einschlafen, dann kannst du dich auf den Weg machen zu deinem Mann.“
Lucinda atmet tief durch und wischt sich heimlich die Tränen ab,
Du hast recht liebe Frau Holle, komm lass uns die Betten ausschütteln!“
So gefällst du mir,“ schmunzelt die alte Dame,
aber nicht so schnell, erst wollen wir gemütlich frühstücken.“
Sie schnippt mit dem Finger und der Tisch ist gedeckt.



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