Montag, 22. April 2013

Die Klassenfahrt Ende

Nach den Osterferien bringt jedes der Kinder etwas Geld mit.
Vor der ersten Pause, nachdem Katja das Zimmer verlassen hat, geben sie es Frau Streit, die extra eine leere Dose von zu Hause mitgebracht hat.
Sie bittet die Kinder nach der letzten Stunde
noch da zu bleiben.
Die Lehrerin blickt schmunzelnd in die erwartungsvollen Gesichter.
Ich habe mir folgendes ausgedacht,“ beginnt sie.
Ihr habt doch an Fasching alle so fleißig beim Dekorieren und auch bei den Spielen geholfen und deshalb werden wir behaupten, dass eine Fahrt nach Kelheim umsonst ist.
Da es ungerecht wäre, wenn wir einfach
jemanden bestimmen würden, soll das Los entscheiden.“
Aber wie soll Katja denn das richtige Los ziehen?“ fragen die Kinder.
Auch dazu habe ich eine Lösung gefunden.
Wir werden Lose basteln und diese mit einem Bild bemalen und auf das Los mit dem Gewinn kommt ein goldener Stern, den darf Elke malen.
Und wenn das Körbchen mit den Losen herum gereicht wird, dürft ihr natürlich nicht nach dem Stern greifen.“
Warum darf Elke den Stern malen?“ mault Mandy.
Weil Elke aufmerksam war und sich um ihre Klassenkameradin Gedanken gemacht und mir von Katjas Kummer berichtet hat.
Aber nun ab in die Pause!“
Lärmend stürmen die Kinder hinaus, aber als sie die Treppe hinunter in den Hof laufen und Katja sehen, werden sie ganz leise.

Katja sitzt schon lange auf ihrem Platz, als die Kinder zurück kommen.
In der letzten Stunde haben sie Kunst und Frau
Streit berichtet nun von der Verlosung der Klassenfahrt, damit auch Katja es erfährt und dannn basteln sie alle an ihren Losen.
Die Kinder kichern und stoßen sich gegenseitig an und manch verstohlener Blick wandert zu Katja.
Diese bemerkt es nicht, wie immer hat sie sich gegen die Außenwelt abgeschirmt.
Sie zeichnet ein Pferd. Tiere kann sie am Besten malen und einen Moment wünscht sie sich, dass sie das Los mit dem Gewinn ziehen würde.
Aber sie weiß, Wünsche gehen selten in Erfüllung!
Elke sitzt tief über ihr Blatt gebeugt und malt mit ihrem goldenen Glitzerstift einen wunderschönen Stern.
Steffen sammelt die Zettel ein und gibt sie der Lehrerin.
Als die Kinder nach der letzten Stunde die Treppe hinunter gehen, sind sie sehr still.
Sie fühlen sich seltsam und sehr glücklich.
Michelle meint: „Das ist schöner wie Weihnachten.“
Selbst die Jungs ärgern heute die Mädchen nicht.
Frau Streit aber sitzt am Pult und faltet die Zettel und dabei spielt ein versonnenes Lächeln um ihre Lippen.
Sie ist stolz auf ihr 4b!
Am anderen Morgen ist ein Wispern und Summen im Raum und unterdrückte Spannung macht sich breit.
Endlich kommt die Lehrerin.
Sie spürt die Spannung im Raum und meint schmunzelnd:
Was meint ihr, sollen wir vor der Verlosung nicht noch schnell eine Kurzprobe in Mathe schreiben?“
Ein Stöhnen geht durch die Klasse.
Lachend stellt Frau Streit das Körbchen mit den Losen auf die erste Bank.
Jeder holt sich nun ein Los und reicht das Körbchen weiter.
Luca zieht wie immer eine Schau ab.
Er lässt die Hand über dem Korb kreisen und murmelt:
Welches ist der Hauptgewinn, was für ein Los soll ich nur nehmen.“
Alle lachen.
Nun gib schon weiter,“ brummt Paul ungeduldig.
Endlich landet der Korb am vorletzten Tisch bei Mandy und Elke.
Mandys Hand schließt sich um das Los mit dem Stern, doch Elke stößt sie in die Seite und sie lässt es fallen und nimmt sich ein anderes.
Nachdem auch Elke sich bedient hat, reicht sie
das Körbchen in dem nur noch ein einziges Los, das mit dem goldenen Stern, liegt an Katja weiter.
Die Klasse hält den Atem an.
Lustlos öffnet das Mädchen das zusammen gefaltete Papier und stutzt.
Ich habe gewonnen,“ stammelt es.
Die Klasse jubelt und Luca wirft beide Arme in die Luft und schreit:
Oberaffengeil!“
Die Kinder verlassen ihre Plätze und umringen Katja.
Und zum ersten Mal seit das Mädchen bei ihnen ist, lächelt es. 


Ich hoffe es hat euch gefallen.
Nun mache ich einige Tage Pause bis zum Wochenende.
Ich wünsche euch ein schöne Zeit!
Eure Märchenfee 

Übrigens wurde mein Blog so verändert, dass jetzt jeder kommentieren kann.
Würde mich riesig freuen, wenn ihr mir berichtet, ob euch meine Geschichten gefallen.
Ihr wisst ja Aplaus ist das Brot des Künstlers.  

   




Kommentare:

  1. Und den Applaus bekommst du! Ich habe die Geschichte die letzten Tage ganz gespannt verfolgt!
    Man kann sich nur wünschen, dass sowas so oft wie möglich auch in der Realität vorkommt.
    LG Calendula

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  2. Genau, liebe Lore! Es gibt jetzt keinen Grund mehr, hier keinen Kommentar abzugeben.

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.