Samstag, 20. April 2013

Die Klassenfahrt Fortsetzung 2

Elke trägt die Diktat-Hefte ins Lehrerzimmer und als sie ins Freie tritt sind alle Kinder schon weg.
Sie will gerade den Schulhof verlassen, da hört sie leises Weinen.
Als sie um die Ecke spät, sieht sie Katja und gerade als sie zu ihr gehen will, kommt Nele gelaufen.
Schnell huscht Elke hinter ein Gebüsch.
Was flennst du denn?“ will Nele von Katja wissen.
Diese schnieft und fährt sich mit dem Handrücken über die Augen.
Stumm hält sie ihrer Schwester das Mitteilungsblatt hin.
Ojemine, 148 Euro für die Klassenfahrt!“
Nele verzieht das Gesicht.
Katja nickt: „Verstehst du jetzt? Du weißt wie glücklich Papa gestern von der Arbeit nach Hause gekommen ist. Soll ich ihnen wieder neuen Kummer machen, weil sie meine Klassenfahrt nicht bezahlen können.“
Eine Weile stehen die Schwestern stumm da, dann nimmt Katja das Blatt und zerreißt es in viele kleine Schnipsel und wirft es in den Abfallkorb.
Bist du verrückt!“ kreischt Nele.
Es ist besser so!“
Katja nimmt Nele an der Hand und sie verlassen den Schulhof.
Elke tritt aus dem Gebüsch und geht sehr nachdenklich nach Hause.

Grübelnd stochert sie in ihrem Essen herum und ihre Mutter beobachtet sie eine Weile, dann fragt sie:
Was ist los, schlechte Note?“
Elke schüttelt den Kopf und schiebt ihre Kartoffel von links nach rechts.
Ihre Mutter hält ihre Hand fest.
Dich bedrückt doch etwas, hör auf die Kartoffel zu quälen und erzähle mir, was du auf dem Herzen hast.“
Elke legt ihre Gabel hin und erzählt ihrer Mutter
von dem Erlebnis auf dem Schulhof.
Eine Weile ist es still am Tisch, dann seufzt Frau Ellermann:
Arme Kleine, man müsste ihr helfen.“
Eifrig nickt Elke.
Mama, ich könnte doch von dem Sparbuch das Oma mir angelegt hat, das Geld nehmen und Katja geben.“
Ihre Mutter lächelt und streicht ihr liebevoll über den Kopf.
Das ist lieb von dir und spricht für dein gutes Herz, aber die Sache ist nicht so einfach.“
Aber warum?“
Weißt du, wenn Menschen in Schwierigkeiten geraten, dann ist es oft nur noch ihr Stolz, der sie aufrecht hält. Katja würde sich wohl sehr schämen, wenn du einfach hin gehst und ihr die 148 Euro in die Hand drückst.“
Elke überlegt eine Weile, dann nickt sie.
Glaubst du, dass Katja deshalb nicht mit uns redet, weil sie Angst hat, wir könnten mitbekommen wie arm sie sind?“
Kann gut sein, aber weißt du was, sprich doch morgen mal mit Frau Streit, die ist doch eine prima Lehrerin, vielleicht kann sie helfen.“

Am nächsten Tag nach der letzten Stunde trödelte Elke extra lang herum und als alle
Kinder das Klassenzimmer verlassen haben geht sie nach vorne an das Pult.
Die Lehrerin hebt den Kopf.
Nun Elke hast du ein Problem?“
Das Mädchen erzählt nun von ihrer Beobachtung im Schulhof.
Auch Frau Streit hat großes Mitleid mit Katja
aber sie lächelt Elke an.
Mache dir keine Sorgen, ich werde mir überlegen, wie wir dem Mädchen helfen können, ohne seine Gefühle zu verletzen.“

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