Freitag, 5. April 2013

Unwirsch Fortsetzung 2

 




Missmutig sitzt Unwirsch auf seinem Thron. Seine Gedanken sind bei seiner Patentante, der alten Spielverderberin. Alles hat sie verdorben, als sie Gernot half, der nun die liebliche Aurelia bekommen hat.
Wie schön wäre die trostlose dunkle Welt hier unten, würde die Elfe mit ihrem Gesang und ihrer Schönheit das Koboldreich erhellen.
Darf ein Kobold sich nicht auch nach Sonne und Wärme sehnen?
Kalypso hüpft in den Saal, setzt sich neben den König und legt seinen Kopf auf sein Knie.
Zufrieden schließt er die Augen, als sein Herr ihn zu streicheln beginnt.
Auch so etwas was er seiner Patentante zu verdanken hat, denkt Unwirsch.
Aus dem furchteinflößenden großen Drachen hat sie nun ein kleines ungefährliches Tierchen gemacht, das nicht mal mehr Feuer spucken konnte.
Doch als er auf den kleinen Drachen blickt, der sich glücklich unter seiner streichelnden Hand streckt, muss er doch lächeln.
Eigentlich war es doch besser so. Wie oft musste man aufpassen, dass man nicht unter seine großen tollpatschigen Füße geriet oder in seinen oft nur aus Freude ausgestoßenen feurigen Atem.


Für sein Volk war es doch besser, dass Kalypso nur noch die Größe einer Heuschrecke hatte.
Seine Gedanken schweifen wieder ab und er sieht vor seinen Augen dieses helle goldschimmernde Wesen.
Welch herrliches Lachen sie hatte, wie das Tönen einer Glocke. Und wie schön sie war!
Unwirsch träumt, dass dieses holde Wesen neben ihm auf dem Thron sitzt, als seine Königin und der Saal wäre plötzlich in helles Licht getaucht und er glaubt ihr helles perlendes Lachen zu hören.
Ganz versponnen in seine Gedanken bemerkt er nicht, dass Trulla, die Schwester seines Ministers, ihn aus traurigen Augen beobachtet.
Schon lange liebt sie ihn und obwohl sie immer um ihn herum ist, bemüht, ihm jeden Wunsch von den Augen abzulesen, bemerkt er sie gar nicht.
Dabei hatte sie sich so oft schon seinetwegen in Gefahr begeben, wenn sie in der oberen Welt Erdbeeren pflückte, nur weil er so gerne Erdebeerkuchen aß. Aber egal was sie tat, er nahm es mit freundlicher Selbstverständlichkeit entgegen.
Harro, ihr Bruder, tritt hinter sie und legt ihr kameradschaftlich den Arm auf die Schulter.
he, du liebeskrankes Schaf, gib es auf, er wird dich doch nie beachten. Er sieht in dir immer noch seine kleine Freundin und Spielkameradin.”

Trulla legt einen Moment ihren Kopf an seine Schulter und Tränen schimmern in ihren Augen.
Ich kann nicht, “ flüstert sie und läuft hinaus.
Harro aber geht zu Unwirsch hinüber, der ihn gar nicht bemerkt, erst als Kalypso aufspringt und den jungen Mann freudig begrüßt, hebt der Koboldkönig seinen Kopf.
Harro, wie gut dass du kommst, du musst mir unbedingt helfen!”
Ich war gestern heimlich bei Aurelias Hochzeitsfeier.”
Harro verdreht genervt die Augen.
Er kann die Spinnereien seines Freundes einfach nicht verstehen.
Weißt du, da habe ich gemerkt, so besonders gefällt sie mir gar nicht mehr. Aber ich habe eine Elfe entdeckt, sie ist fröhlich hat ein bezauberndes glockenhelles Lachen und sie strahlt wie die Sonne. Du musst unbedingt herausfinden wer sie ist, denn ich möchte sie zu meiner Königin machen.”
Harro betrachtet seinen Freund fassungslos. Er kann diese dumme Vorliebe seines Freundes für Elfen einfach nicht verstehen. Die passten doch gar nicht ins Koboldreich und ganz bestimmt nicht als Königin. Konnte der Freund sich denn nicht ein Mädchen aus seinem Reich zur Königin wählen.


Harro denkt an seine Schwester, die Unwirsch innig liebt und eine wunderbare und kluge Königin wäre.
Doch davon erzählt er seinem Freund nichts, er meint nur
Warum muss es ausgerechnet eine Elfe sein? Es gibt doch auch sehr schöne Koboldmädchen.”
Unwirsch winkt ab, “die sehen doch alle irgendwie langweilig aus und strahlen auch nicht!”
Arme Trulla! denkt Harro.
Unwirsch aber meint nun:
Schicke einige Männer aus und lasse auskundschaften wer sie ist.”
Er beschreibt nun die Elfe und Harro verlässt nachdenklich und besorgt den Thronsaal.
Er hat kein gutes Gefühl bei der Sache, doch trotzdem schickt er seine besten Kundschafter los. Er war nun einmal der Minister und Unwirsch er König.
Auch Trulla hat die unterirdische Stadt verlassen auf der Suche nach Erdbeeren.


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