Montag, 8. April 2013

Unwirsch Fortsetzung 5




Unwirsch aber sitzt träumend auf dem Thron, nachdem Harro ihn verlassen hat.
Goldflimmer heißt das strahlende Elfenmädchen.
Wie sehr dieser Name zu ihr passt. 
Sie sieht aus als würde sie von flüssigem Gold umgeben.
Er seufzt voller Sehnsucht und Kalypso kommt auf seinen kurzen Beinen angehoppelt und legt ihm seinen Kopf auf das Knie. 
Genußvoll schließt er die Augen, als Unwirsch ihn zu 
graulen beginnt.
So sitzen die beiden Freunde still und zufrieden.
Auf einmal hebt der Drache den Kopf und wird unruhig und kleine Rauchwolken kommen aus seinen Nüstern.
Unwirsch betrachtet ihn stirnrunzelnd.
“Was ist denn los?”
Ein Kichern ertönt und plötzlich fallen Stühle um, und der
Tisch wandert von ganz alleine durch den Raum.
Eine Vase kullert direkt auf Unwirsch zu und der Drache ergreift in panischer Angst die Flucht.
Unwirsch springt auf und greift nach seinem Schwert.
“ Wer ist da, zeig dich du Feigling!” brüllt er drohend.
Ein Lachen erklingt und auf einmal stehen Flip und Flap vor ihm.
Unwirsch lässt sich auf den Thron zurück fallen, das Schwert immer noch in der ausgestreckten Hand.
“Wo kommt ihr denn plötzlich her,” stammelt er erstaunt.
Die beiden Kobolde lachen übermütig und sind im nächsten Moment wieder verschwunden.

Unwirsch schüttelt den Kopf.
Hatte er eine Sinnestäuschung gehabt.
   
Doch dann stehen Flip und Flap wieder grinsend vor ihm.
“Was ist nur los, seid ihr es wirklich?”
Die beiden wollen sich ausschütten vor Lachen.
“Du solltest mal deinen dämlichen Gesichtsausdruck sehen,” japst Flip und Flap kriegt fast keine Luft mehr.
Endlich beruhigen sie sich wieder und setzen sich mit untergeschlagenen Beinen neben den Thron.
“Im Riesenreich ist es öde langweilig. Nur Riesen und so ein alter Zauberer .
Unser Vater hat ja mächtig Angst vor dem und folgt ihm aufs Wort.
Wir aber nicht, wir haben ihm sogar seinen Tarnmantel gestohlen und konnten so ungehindert über die Grenze
gehen.
War das ein Spaß!
Auf dem Weg hierher haben wir allerhand Unfug getrieben und keiner konnte uns sehen.”
Unwirsch hört ihnen schweigend zu.
Es ist ihm nicht recht, dass seine beiden Vettern wieder hier sind, denn ein wenig fürchtet er sich vor ihnen.
Als sie noch Kinder waren haben sie ihn immer gequält und geärgert und er konnte sich schlecht wehren.
Als er älter geworden ist hat er sich ihnen angepasst und bei ihren oft gemeinen Streichen mitgemacht, obwohl er es eigentlich gar nicht wollte.
Und er war heilfroh, als sie zusammen mit ihrem Vater verbannt wurden. Und nun?
“Wie ist es denn dir ergangen inzwischen,” reißt ihn Flap aus seinen Gedanken, “ immer noch in die schöne Aurelia verliebt?”
Unwirsch wird rot und schüttelt den Kopf.
“Sie hat inzwischen Gernot geheiratet, aber ich habe ihre Kusine Goldflimmer gesehen. Die ist vielleicht schön?” schwärmt er.
Die Zwillinge sehen sich an und grinsen.
Ihr Vetter war doch ein Langweiler und Spinner, aber wenn sie hier bleiben wollten, mussten sie sich gut mit
ihm stellen.
“Goldflimmer, die kenne ich, ein freches Ding.
Die hat uns einmal mit Nüssen bombardiert als wir einen
Wichteljungen geärgert haben.” meint Flip.
Unwirsch winkt ab. 
Er wollte mit den Beiden nicht über seinen neuesten Schwarm reden.
“Wie gefällt es euch denn im Land der Riesen,” fragt er, um sie vom Thema abzulenken.
“Überhaupt nicht!” stöhnen die Kobolde.
“Öde langweilig und die Riesen lassen sich nicht ärgern und wenn sie dich erwischen…”
Flap reibt unwillkürlich sein Hinterteil.
“ Aber wir hatten das Glück, dem alten Zauberer seinen Mantel zu klauen und nun sind wir hier.
Wir dürfen doch hier bleiben?”

Unwirsch zögert, ganz wohl war ihm nicht bei der Sache, doch dann meint er nur.
“Ja, aber keine Dummheiten, ihr könnt in eurer alten Kammer schlafen.”
“Das wird ein Spaß, aber verrate uns nicht, nicht dass der alte Zauberer noch erfährt wo wir sind.”
Und nun begann es im Koboldreich zu spucken.
Immer wieder fielen Sachen um, oder jemand stolperte, von unsichtbarer Hand geschupst.
Essen verschwand vom Tisch, Stühle kippten um, Tische begannen plötzlich zu wandern und die kleinen Kobolde
liefen erschreckt umher und waren ganz verwirrt.
Sie schlossen sich in ihren Wohnungen ein und weigerten sich heraus zu kommen.
Harro lief aufgebracht zu Unwirsch und fragte ihn, ob er eine Ahnung hätte, was hier vor sich ging, doch dieser konnte seine Vettern nicht verraten.
Aber als sie das nächste Mal zu ihm in den Thronsaal schlichen, stellt er sie ernsthaft zur Rede und verbot ihnen sein Volk weiter zu ärgern, sonst würde er dafür sorgen, dass sie wieder zurück geschickt würden.
Zähneknirschend fügten sich die Beiden.
So energisch kannten sie Unwirsch gar nicht, aber es war wohl besser es nicht zu weit zu treiben, sonst würde er ihnen noch Wurzel auf den Hals schicken und die fackelte nicht lange.


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