Donnerstag, 11. April 2013

Unwirsch Fortsetzung 8





Die beiden Mädchen setzen sich auf das Bett, denn Trulla möchte erst mit Goldflimmer sprechen und sie bitten Unwirsch nicht ins Verderben zu stürzen.
Sie berichtet nun ihrer Freundin von ihrem Gespräch mit dem Koboldkönig.
Goldflimmer schweigt lange, dann sieht sie Trulla ernst an.
“ Du bist dir sicher, dass Unwirsch mit meiner Entführung nichts zu tun hat?”
“Absolut! Und das sage ich nicht, weil ich ihn liebe.”
Die Elfe grinst.
“Habe ich ja fast vergessen. Nun ich vertraue dir, und außerdem möchte ich nicht, dass ihr verbannt werdet und
ich meine beste Freundin verlier.”
Trulla umarmt sie stürmisch, dann ruft sie erschrocken, “Was ist denn mit deinem Gesicht geschehen, du bist ja ganz verschwollen.”
“Ein Fausthieb von Flip! Aber keine Sorge, ich habe ihm kräftig in die Hand gebissen.”
Die beiden Mädchen kichern.
Trulla nimmt die Hand ihrer Freundin.
“Aber nun komm, wir müssen die Höhle verlassen, bevor die zwei wieder zurück sind.”
In Begleitung von Kalypso, der vergnügt vor ihnen herspringt, verlassen sie das unterirdische Reich und stehen bald oben am Ausgang.


Trulla schickt Kalypso zurück und sieht ihre Freundin fragend an.
“Wohin gehen wir nun? Deine Eltern werden dir Fragen stellen, wenn sie deine geschwollen Wange sehen.”
Goldflimmer nickt und meint leise.
“ Und ich möchte meine Eltern nicht belügen.”
Trübsinnig lassen die beiden Mädchen den Kopf hängen.
Dann lacht Trulla.
“Ich habe eine Idee! Wir gehen zu Wurzel.
Sie kann deine Wunden heilen und sie wird Unwirsch helfen.
Denn obwohl er in letzter Zeit nur Dummheiten gemacht hat, liebt sie ihn. Und sie wird nicht wollen, dass er verbannt wird.”
“Prima! Und bestimmt weiß sie auch wie man die schrecklichen Zwillinge los werden kann.” ruft Goldflimmer.
“Nur wenn wir durch den Wald gehen, können wir den zwei Unholden leicht in die Arme laufen. Wenn du nur fliegen könntest wie ich.”
Da sieht die kleine Elfe einen Maikäfer der vergnügt brummend durch die Luft taumelt und sie wedelt mit beiden Armen.
“ Hallo, Herr Maikäfer, könnten sie bitte zu uns kommen, wir brauchen ihre Hilfe.”
Der braune Geselle ändert seine Richtung und landet etwas schwerfällig neben den Mädchen.
“Guten Tag, “ grüßt er etwas kurzatmig, “ was kann ich für euch tun? “
“Wir müssen auf dem schnellsten Weg zu der Kräuterhexe Wurzel, aber meine Freundin kann leider nicht fliegen, würdet ihr sie auf euren Rücken nehmen?”
“Aber gerne, so zwei bezaubernden jungen Damen bin ich mit Freuden behilflich,” meint der Maikäfer galant.
Trulla klettert auf seinen Rücken und los geht es.
Bald sind sie vor der Hütte von Wurzel.
Der Maikäfer bekommt von jedem der Mädchen zum Dank ein Küsschen, was ihn ganz verlegen macht, dann klopft Trulla kräftig an die Tür.
“Herein!” tönt es von drinnen.
Die Mädchen sehen sich an, fassen sich an den Händen und betreten den halbdunklen Raum.
Wurzel sitzt am Tisch und sieht sie unter ihren dichten Brauen fragend an.
“Was wollen eine Elfe und ein Koboldmädchen bei mir?”
“Guten Tag ,Wurzel, wir brauchen deinen Rat und deine Hilfe, “ meint Trulla forsch.
“Setzt euch!”
Schüchtern setzen sich die Mädchen und warten.
Wurzel wirft einen scharfen Blick auf Goldflimmer.
“Wer hat dich denn so zugerichtet?”
“Flip!”

“Flip!” donnert eine tiefe grollende Stimme und ein großer bärtiger Mann taucht aus dem Dunkel des Zimmers auf.
Die Freundinnen ducken sich erschrocken.
Wurzel wedelt ungeduldig mit der Hand .
“Setzt dich du Ungetüm, du erschreckst mir ja die Mädchen.”
“Wollt ihr einen Weidenrindentee?” wendet sie sich an die Freundinnen, dann deutet sie auf den großen Mann, der sich inzwischen an den Tisch gesetzt hat.
“Das ist übrigens mein Freund Garlefix, der Zauberer aus dem Reich der Riesen.
Er sucht hier zwei Ausreißer , die ihm etwas gestohlen haben.”
“Seinen Tarnmantel!” ruft Trulla und der Zauberer fixiert sie mit grimmigem Blick.
“Was weiß du davon?”
Und nun erzählt das Koboldmädchen was sie heute morgen von Unwirsch erfahren hat, auch wie sie Goldflimmer auf des Koboldkönigs Wunsch befreit hat.”
Wurzel hat ihnen inzwischen zwei dampfende Becher mit Tee hingestellt und trägt nun vorsichtig eine Salbe auf die verwundete Wange der Elfe.
“In wenigen Minuten ist nichts mehr zu sehen.
Du willst also Unwirsch nicht verklagen beim großen Feenkönig?”

“ Nein” Es waren doch die bösen Buben die mich entführt haben und ich glaube meiner Freundin Trulla, dass Unwirsch nichts davon ahnte.
Außerdem liebt Trulla , warum auch immer, diesen Koboldkönig und ich würde meiner Freundin niemals Kummer bereiten.”
Wurzel fixiert die rot gewordene Trulla.
“Du liebst also diesen Dummkopf!”
Das Mädchen hebt stolz den Kopf und blickt der Hexe gerade in die Augen.
“Ja, ich liebe ihn und er ist keineswegs ein Dummkopf.
Er sehnt sich insgeheim nur nach der schönen Zeit zurück, als seine Eltern noch lebten und die obere und die untere Welt miteinander in Frieden lebten.”
Wurzel nickt langsam und bedächtig.
“Du kannst recht haben, Kuddelmuddel hat ihm nicht die Chance gelassen erwachsen und ein guter König zu werden.
Du wärst die richtige Königin.
Dann hoffen wir, dass er wirklich kein Dummkopf ist und es endlich bemerkt.”
“Ich glaube er hat es schon,” gesteht Trulla errötend.
Und Goldflimmer lacht , “und dass ihm noch mehr die Augen aufgeben dafür werde ich sorgen. Ich habe einen Plan.”
Wurzel betrachtet sie nachdenklich, dann lächelt sie.
“Es ist gut, dass ihr zwei Freundinnen geworden seid.
Gut für Zauberland und seine Bewohner. Ihr könnt gehen, deine Backe ist übrigens geheilt.”
Goldflimmer springt auf.
“Dann gehen wir zu mir nach Hause, komm Trulla.”
“Wartet ich lasse euch nach Hause bringen.”
Wurzel tritt vor die Tür und stößt einen Pfiff aus.
Es rauscht in der Luft und ein wunderschöner Falke gleitet mit ausgebreiteten Flügel auf sie zu, landet vor Wurzels Füßen und verneigt sich ehrerbietig.
“Herrin, ihr habt nach mir gerufen?”

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.