Mittwoch, 3. April 2013

Unwirsch

Hallo ihr Lieben

Hoffentlich hattet ihr auch so ein schönes gemütliches Osterfest wie ich.
Von dem schlechten Wetter habe ich mir meine gute Stimmung nicht vermiesen lassen.
Außerdem habe ich die ruhige Zeit genutzt und drei wunderschöne Bücher gelesen.
Ich liebe ja historische Romane und es war schön in eine andere Welt abzutauchen
Aber nun will ich Euch wie versprochen mit in die Welt des Koboldkönigs Unwirsch mitnehmen.
Aber vorher will ich noch berichten, wie die Figur der Wurzel entstanden ist.


Vor vielen Jahren haben wir in einem kleinen Dorf ein altes Haus gemietet und da ich schon immer eine große Schwäche für Kinder hatte, begann ich Tages- und Pflegekinder aufzunehmen.
Am Ende dieses Dorfes stand ein kleines, bescheidenes Häuschen und darin wohnte eine alte Frau.
Die “Blumenfrau” wurde sie genannt, denn sie hatte nicht nur einen, sondern zehn grüne Daumen.
Sobald die Frühlingssonne ihre ersten Strahlen zur Erde sandte, stellte sie ihre Blumen und Planzen vor das Hause.

Und in kurzer Zeit verwandelte die blühende und wuchernde Pflanzenwelt ihr Häuschen in ein wunderbares Kleinod.
Die “Blumenfrau” war keineswegs sentimental, sie konnte dir ihre Meinung ganz schön um die Ohren hauen.
Aber sie besaß ein gutes, ehrliches Herz und sie liebte Kinder.
Wenn ich mit meinen “Kindern” an ihrem Haus vorbei
spazierte, rief sie mich herein, stellte mir eine Tasse Kaffee hin und spielte mit den Kindern.
Einmal bin ich in ihrem gemütlichen Ohrensessel sogar eingeschlafen.
Zu der Zeit hatte ich siebenmonatige Zwillinge in Pflege und war rund um die Uhr im Einsatz.
Die “Blumenfrau” hat mich schlafen lassen und sich um die Kinder gekümmert.
Sie war eine spröde Frau mit vielen Ecken und Kanten, aber darunter verbarg sich ein goldenes Herz.
Als ich die Figur der Wurzel geschaffen habe, hatte ich diese Frau vor Augen.
Leider ist sie vor zwei Jahren verstorben, aber in meinem Herzen wird sie immer einen besonderen Platz haben.





Gernot und Aurelia feiern Hochzeit.
Wichtel, Zwerge, Elfen und Feen und alle Tiere des Waldes tummeln sich auf der großen Festwiese.
Herr Dompfaff steht unter einem großen Baum und wartet auf das Brautpaar.
Ein “Aaaaah” geht über die Wiese als Aurelia an der Hand von Gernot und begleitet von vier Wichtelkindern, die mit ernstem Gesicht Blumen streuen, über den Blumenteppich schreitet.
Als Gernot nach der Trauung seine bezaubernde Braut küsst, jubeln die Hochzeitsgäste.
Die Zwerge und Wichtel werfen ihre Mützen in die Höhe, schnappen sich ein Frauchen und wirbeln übermütig über die Wiese zu den fröhlichen Weisen, die die Grillen ihren Fiedeln entlocken.
Die Elfen haben sich etwas Besonderes ausgedacht. Sie schweben über dem Brautpaar und lassen weiße Blüten regnen.
Staunend und mit vielen “Aaaahs” und “ Oooos” sehen besonders die Kinder diesem Blütenregen zu und ein kleines Wichtelkind ruft entzückt: “Schnee im Sommer!”
Alles lacht.
Es war ein wunderbares Fest.
Es wurde gelacht, getanzt, gesungen und wer müde war vom vielen Herumhüpfen, setzte sich an einen der langen Tische und ließ sich die vielen Köstlichkeiten, die es dort gab, schmecken.

Es gibt nur einen, der sich überhaupt nicht freut.
Unwirsch robbt durch das Gras bis zu der Lichtung und beobachtet mit grimmigem Gesicht, wie Aurelia mit Gernot tanzt und ihn dabei voller Liebe anstrahlt.
Knurrend ballt er die Fäuste.
Doch da wird sein Blick, wie magisch angezogen von einem leuchtenden Lichtwesen.
Eine Elfe tanzt übermütig lachend mit Gaukelchen und ein Strahlen geht von ihr aus, als hätte sie sich heute Morgen in der Sonne gebadet.
Vergessen war Auriela, Unwirsch hat sich wieder verliebt.
Das Lachen der kleinen Elfe klingt wie eine liebliche Melodie in den Ohren des Kobolds und in seinem Eifer robbt er noch näher.
Doch da wird er am Kragen gepackt und auf die Füße gestellt.
Seine Patentante steht vor ihm und sieht ihn aus wütenden Augen an.
Unwirsch presst trotzig die Lippen zusammen und gibt den finsteren Blick zurück.
Die hatte ihm gerade noch gefehlt!
Was suchst du hier? Willst du wieder Unfrieden stiften!”schnauzt sie ihn leise an.
Der Kobold gibt keine Antwort und schaut nur trotzig an ihr vorbei.

Wurzel zerrt ihn weg in den Wald und als man sie nicht mehr auf der Festwiese hören kann, wettert sie los.
Hast du denn kein bisschen dazu gelernt! Weißt du wie viel Überredung es mich gekostet hat, damit du und dein Volk nicht auch zu den Riesen verbannt worden seid, wie Kuddelmudel und seine Söhne Flip und Flap. Ich habe dem Feenkönig mein Wort gegeben, dass du keine Dummheiten mehr machst!”
Unwirsch hält den Kopf gesenkt, als würde er sich schämen.
In Wirklichkeit kann er seine Wut kaum bezähmen, denn wenn seine Patentante sich nicht eingemischt hätte, dann würde er heute Hochzeit mit Aurelia feiern und auch so lustig und vergnügt tanzen. Später würde ihm dann Aurelia in seiner dunklen trostlosen Höhle mit ihrer wunderschönen Stimme die herrlichsten Lieder vorsingen.
Er ballt die Fäuste und knirscht mit den Zähnen.
Wurzel gibt ihm einen Stoß in den Rücken.
Geh nach Hause, wenn man dich hier entdeckt, dann kann ich dir nicht mehr helfen.”
Unwirsch setzt sich in Bewegung.
Seine Wut und sein Hass sind riesengroß.
Im Vorbeigehen gibt er dem Fliegenpilz einen Tritt, dass diesem der schöne rotweiß gepunktete Hut vom Kopf fällt und er empört aufschreit.


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