Sonntag, 12. Mai 2013

Pension Eulenspiegel Fortsetzung 12




Matthias sitzt am Tisch und liest die Zeitung und Marianne häkelt mit verträumten Gesicht, wie so oft in letzter Zeit.
Als Tobias gefolgt von den Kindern in die Stube kommt, heben beide den Kopf.
Matthias erkennt sofort an dem ernsten Gesicht des alten Mannes, das etwas geschehen ist.
Die Kuh Magda gibt keine Milch mehr, sie ist einfach zu alt. Soll ich nach dem Abdecker schicken?“
Nein!“ schreit Patrick.
Matthias lächelt ihn beruhigend an.
Keine Angst mein Junge, auf diesem Hof können die Tiere, die uns so lange brav und treu gedient haben ihr Gnadenbrot fressen.“
Wir müssen sie aber von der Melkmaschine weg nehmen und extra irgendwo unterbringen.“
Da wird sich schon ein Platz finden,“ meint Matthias, „aber mir geht schon einige Zeit ein Gedanke durch den Kopf, vielleicht ist jetzt die beste Gelegenheit mit euch darüber zu sprechen.
Setzt euch!“
Er wendet sich an seine Frau.
Könntest du uns einen Kaffee kochen, Marianne?“
Ja und ich habe auch noch einen frisch gebackenen Apfelkuchen in der Küche, komm Ellen hilf mir und du Patrick holst die Trude. Sie gehört schließlich auch zur Familie.“
Bald sitzen alle am Tisch und genießen Kaffee und Kuchen.
Nach dem Essen stopft Matthias bedächtig seine Pfeife und blickt in die erwartungsvollen Gesichter.
Der Wiesenhofer ,“ beginnt er,
will in die Stadt ziehen und hat mir seinen Bauernhof, der ja direkt neben unserem liegt, zum Verkauf angeboten.“
Er zieht an seiner Pfeife und sieht einen Moment den Rauchwolken nach und spricht weiter.
Der Bertl hat eine Menge Geld zusammen gescharrt
und war zeitlebens zu Mensch und Tier gleich bösartig.
Vielleicht sollten wir einen Teil des Geldes nehmen und etwas wieder gut machen.
Ich habe nun gedacht, ich kaufe den Bauernhof vom Wiesenhofer und wir machen daraus eine Tierpension für alte und kranke Tiere.“
Nun reden alle durcheinander.
Sie sind begeistert und Vorschläge werden gemacht
und Pläne geschmiedet.
Patrick, dem seit er mit Ellen über Eulenspiegel gesprochen hat, dieser nicht mehr aus dem Kopf geht, ruft plötzlich:
Ich habe auch schon einen Namen, Pension Eulenspiegel!“
Damit waren alle einverstanden.
Dann meint Matthias:
Aber nun wollen wir ins Bett gehen, morgen müssen wir alle wieder früh raus.“
Dann wechselt er einen lächelnden Blick mit seiner Frau und verkündet:
Noch etwas, im Dezember werdet ihr ein Geschwisterchen bekommen.“
War das eine Freude!
Nur Ellen lässt sich auf ihren Stuhl zurück fallen, die Arme baumeln an beiden Seite herab und sie stöhnt:
Was für ein Glück und ich dachte schon, du willst mir zum Geburtstag eine Puppe schenken, weil du ständig Puppenschuhe häkelst.“
Fröhliches Lachen erfüllt den Raum.
Tobias und Trude aber sehen sich mit Tränen in den Augen an.
Wer hätte das gedacht, dass sie nach einem harten und schwerem Leben, im Alter noch Teil einer so glücklichen Familie sein würden.
Im Dezember kam die kleine Angelika zur Welt und im Frühjahr wurde die „Pension Eulenspiegel“ eingeweiht.
Das ganze Dorf feierte mit und auch ein Reporter aus der Kreisstadt kam.
Die ersten Gäste in der Pension waren die Kuh Magda und der Wallach Hansi vom Lindenhof.
Doch nach dem Zeitungsartikel kamen Anfragen aus ganz Deutschland und die Pension wurde immer voller.
Es wurden Streichelzoos eingerichtet und Kindergärten und Schulen kamen, sowie Familien mit ihren Kindern.
Ellen schaffte das Abitur und studierte Tiermedizin und Patrick ging auf die Landwirtschaftsschule.
Dies war ungefähr zu der Zeit, als Eulenspiegel durch den Sturm wieder einmal eine Heimat verloren hatte.



nsche Euch einen schönen Sonntag und liebe Mütter lasst Euch heute von euren Kindern verwöhnen 









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