Dienstag, 7. Mai 2013

Pension Eulenspiegel Fortsetzung 8



Polizist Salvermoser aber betrachtet stirnrunzelnd den Jungen.
Wie alt bist du eigentlich?“
13!“
Hm, Bertl, der Junge ist noch nicht strafmündig.
Du könntest höchstens von seinem Vater Schadenersatz verlangen.“
Nun wurde es Patrick aber zu viel!
Anklagend deutet er auf den Vetter seines Vaters.
Schadenersatz soll mein Vater zahlen! Mein Vater zahlt jeden Monat 500 Euro Kostgeld an den Bertl und trotzdem muss ich von früh bis spät arbeiten und in die Schule durfte ich auch nicht gehen!“
Der Polizist runzelt die Stirn.
Wie lange warst du schon nicht mehr in der Schule?“
Seit vorletztem Herbst. Bevor ich zum Bertl kam, hatte ich die sechste Klasse abgeschlossen und diesen Herbst wäre ich in die achte gekommen.“
Hm, hm, hm, das sieht nicht gut aus Bertl.
An deiner Stelle würde ich von einer Schadenersatzklage absehen, die Sache könnte leicht nach hinten losgehen.“
Meinetwegen, aber der Dieb kommt mir nicht mehr auf den Hof.“
Er dreht sich um und klettert zu Xaver ins Führerhaus und dröhnend setzt sich der Wagen in Bewegung und donnert die Straße hinunter.
Der Polizist legt Patrick die Hand auf die Schulter.
Du mein Junge kommst am besten mit.“
Was wird den nun mit Patrick?“ will Frau Wildmooser wissen.
Nun er kommt ins Heim bis sein Vater ihn abholt.“
Kann er denn nicht bei uns bleiben?“
Unschlüssig sieht Salvermoser sie an, da biegt ein Jeep in die Einfahrt.
Opa!“ ruft Ellen erleichtert und läuft ihm entgegen.
Was ist denn hier los?“
Schnell erzählt ihm Ellen, was geschehen war.
Als sie erwähnt, dass Patrick ins Heim soll, da poltert der alte Mann.
Kommt ja gar nicht in Frage!“
Er reicht dem Polizisten die Hand und meint:
Martin, warum lässt du den Jungen nicht bei meiner Schwiegertochter. Ich werde mich mit dem Vater in Verbindung setzen.“
Das wird das Beste sein, Herr Oberförster.“
Erleichtert steckt der Polizist sein Notizbuch in die Tasche, tippt sich an die Mütze und verlässt den Hof.
Ellens Opa legt Patrick den Arm um die Schulter und sie gehen alle zusammen ins Haus.
Und nun beginnt für den Jungen eine wundervolle Zeit.
Als nach einigen Tagen sein Vater kommt, wird ausgemacht, dass er bei den Wildmoosers bleiben darf, bis der Vertrag mit der Ölfirma abgelaufen ist.
Frau Wildmoose aber weigert sich 500 Euro Kostgeld zu nehmen und so einigt man sich auf die Hälfte, für Schulbücher und Kleidung und Taschengeld würde es genügen.
Patrick wird in der Schule angemeldet und obwohl er ein Jahr zurück gestuft wird, ist er glücklich.
Eines Abend hat er sich auf den Bertlhof geschlichen und den beiden lieben Alten das Geld zurück gebracht.
Trude und Tobias freuen sich, dass es dem Buben jetzt so gut geht.

Der einzige Wermutstropfen war wohl, dass trotz eifrigen Suchens keine Spur von Eulenspiegel zu finden war.

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