Mittwoch, 8. Mai 2013

Pension Eulenspiegel Fortsetzung 8 ( 2 )




Wie ist es Eulenspiegel inzwischen ergangen?
Blind vor Angst ist er los galoppiert und instinktiv in den Wald und den Weg entlang, den er mit Patrick am Morgen gelaufen war.
Und plötzlich steht er vor der Bärenhöhle.
Schnell schlüpft er hinein und bleibt schwer atmend stehen.
Eine Bewegung am Eingang lässt ihn zusammen zucken.
Kiki kommt in schnellen Sprüngen herein und bleibt vor ihm stehen.
Was ist denn geschehen? Ich sah dich wie von allen Hunden gehetzt durch den Wald jagen.“
Plötzlich kullern dicke Tränen aus den Augen des Esels und er erzählt seiner Freundin was geschehen ist.
Das Eichkätzchen läuft aufgeregt von einer Seite der Höhle zur anderen.
Schlimme Sache ist das! Was willst du nun machen? Zurück kannst du nicht und hierbleiben auch nicht.“
In der Ferne ist das langgezogene Pfeifen eines Zuges zu hören und Eulenspiegel erinnert sich plötzlich was Tobias zu Patrick gesagt hat.
Heute Nachmittag geht ein Viehtransport vom Bahnhof in Neumünster ab,“ meint er zögernd.
Prima, wenn du erst einmal weiter weg bist, dann kannst du dich vielleicht leichter durchschlagen.
Wann fährt der Zug?“
Weiß nicht.“
Dann komm, vielleicht ist er noch nicht weg.“
In großen Sprüngen laufen sie durch den Wald und erst als sie ins Dorf kommen, werden sie langsamer.
Auf dem Bahnsteig stehen einige Kühe und werden einzeln über die Rampe in den Viehwaggon getrieben.
Zwei Männer und der Zugbegleiter stehen dabei.
Wie soll ich an denen vorbei in den Waggon kommen?“ stöhnt der Esel.
Lass mich nur machen! Ich werde sie ablenken.“
Kiki flitzt auf die Kühe zu und springt der ersten auf den Rücken und von dort von Rücken zu Rücken.
Die Herde wird unruhig und beginnt empört zu muhen und die drei Männer haben alle Hände voll zu tun, um die Tiere am Ausbrechen zu hindern.
Diese Gelegenheit nützt Eulenspiegel um in den Waggon zu kommen.
Als Kiki dies bemerkt, springt sie vom Rücken der Kuh herunter und verschwindet in den Wald.
Zwei Kühe stehen bereits im Wagen und beobachten erstaunt was sich am Bahnsteig abspielt.
Als nun der Esel die Rampe herauf galoppiert begrüßen sie ihn erstaunt.
Was willst du denn hier? Bist du schuld an dem Getümmel?“
Eulenspiegel nickt verlegen.
Es ist wohl meine Schuld. Meine Freundin Kiki hat die Männer abgelenkt, damit ich unbemerkt in den Zug kommen kann. Ich bin nämlich auf der Flucht.
Mein Name ist übrigens Eulenspiegel.“
Angenehm, ich bin Martha und das ist Bernadette, aber weshalb musst du fliehen?“
Und der Esel erzählt ihnen seine traurige Geschichte.
Die beiden Kühe betrachten ihn voller Mitgefühl, da ruft Bernadette:
Achtung, es geht weiter. Schnell in die Ecke!“
Eulenspiegel schlüpft in die Ecke und die beiden Kühe stellen sich schützend davor.
Bald sind auch die restlichen Kühe, die sich als Anna, Lena, Lotte und Lorelei vorstellen, verladen.
Eulenspiegel muss seine Geschichte noch einmal erzählen und auch diese mütterlichen Tiere sind voller Mitgefühl.
Ein durchdringendes Pfeifen ist zu hören und mit 
einem Ruck setzt sich der Zug in Bewegung.



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