Donnerstag, 23. Mai 2013

Der Märchenkönig und Richard Wagner

Zum 200 Geburtstag Richard Wagners möchte auch ich ein wenig von dem großen Komponisten berichten und zwar seine Beziehung zu Bayern.





Der bayrische Kabinettssekretär Franz Seraph von Pfistermeister verließ am 14. April 1864 die Hauptstadt München mit einem schwierigen Auftrag.
Er sollte Richard Wagner zu König Ludwig II.
bringen.
Doch das war gar nicht so einfach, denn der Komponist war vor seinen Gläubigern aus Wien geflohen.
Erst zwei Wochen später fand ihn der Beauftragte des Königs in Stuttgart und brachte ihn am 3. Mai nach München.
Am Nachmittag des 4. Mai kam es dann zu der ersten Begegnung des 51jährigen Komponisten und dem 18jährigen König.
Noch am gleichen Tag schreibt Richard Wagner
an eine Freundin:

Sie wissen, dass mich der junge König von Bayern aufsuchen ließ.
Heute wurde ich zu ihm geführt.
Er ist leider so schön und geistvoll, seelenvoll
und herrlich, dass ich fürchte sein Leben müsse wie ein flüchtiger Göttertraum an dieser gemeinen Welt zerrinnen.
Er liebt mich mit der Innigkeit und Glut der ersten Liebe und weiß alles von mir.
Von dem Zauber seines Auges können sie sich keinen Begriff machen.
Wenn er nur leben bleibt.“

Man hat Richard Wagner oft als Scheusal bezeichnet, doch dies sind nicht die Worte eines Scheusals.




Am 1o. Juni 1865 wird im Hof und Nationaltheater in München die Oper
Tristan und Isolde „ aufgeführt.
11 Jahre hat der Komponist darauf gewartet.
Nachdem erst in Karlsruhe und Wien die Uraufführung nicht zustande kam, hatte nun München die Chance für 56 500 Gulden.
Auch plante Ludwig ein Theater für seinen verehrten Freund zu bauen wofür der
Architekt Gottfried Semper die Pläne zeichnete.
Doch die Münchner wehrten sich gegen das
5 Millionen teure Wagner-Theater.
Der König gab auf.


Richard Wagners Zeit in München war nur von kurzer Dauer.
Schon lange war er den Münchnern ein Dorn im Auge.



Die teuren Geschenke, die Ludwig ihm machte, das Haus das er ihm mietete und
dann auch noch das geplante Theater passte den Münchnern gar nicht.
Doch als Richard Wagner begann sich auch noch in die bayrische Politik einzumischen, musste der König seinen Freund bitten das Land zu verlassen.
Aber er ließ ihn nicht im Stich.
Er schickte ihm Geld, damit er den
Ring der Nibelungen“ beenden konnte.
Das Theater wurde nun in Bayreuth gebaut.
Am 22.4. 1872 wurde unter strömendem Regen der Grundstein gelegt.
Da weder Bismarck noch der Kaiser sich sonderlich interessiert zeigten, scheiterte der Bau beinahe an Geldmangel.
Und wieder war es Ludwig, der dem Freund aus der Patsche half.
Er schickte 100 000 Taler.



Am 13.8.1876 werden mit der Oper„Rheingold“
die Bayreuther Festspiele eröffnet.
Hinter der Bühne aber saß Richard Wagner in seinem Zimmer und weigerte sich vor das
applaudierende Publikum zu treten, denn zu viele peinliche technische Pannen waren während der Aufführung passiert.
Obwohl die ersten Festspiele mit viel Erfolg und Applaus stattfanden, so endeten sie doch
mit 148 000 Talern Schulden.
Und wieder war es Ludwig der half.

Richard Wagner starb am 13.2.1883 in Venedig an Herzversagen.
Als König Ludwig vom Tod seines Freundes erfährt kann er mit Recht sagen:
Den Künstler, um den die ganze Welt jetzt trauert habe ich zuerst erkannt und der Welt gerettet.“




1 Kommentar:

  1. Danke schön, liebe Lore,

    wieder was gelernt. Allzu viel wusste ich´nicht über Richard Wagner, auch wenn ich seine Musik kenne und mag.


    Liebe Grüße
    Regina

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.