Donnerstag, 6. Juni 2013

Hieronymus Fortsetzung 5





Viele Wochen sind vergangen.
Kasimir, der Clown, hat mit Hieronymus, Gina und Eulenspiegel eine neue Nummer einstudiert, die ein großer Erfolg wird.
Besonders die Kinder sind ein dankbares Publikum und ihr herzliches, fröhliches Lachen erinnert das Kasperle an den Rummelplatz und Meister Martin.
Ach ja, Meister Martin!
Überall wohin sie kamen, hat Hieronymus sich nach seinem lieben alten Freund erkundigt, doch keiner kannte ihn oder hatte ihn gesehen.
Inzwischen ist er ziemlich mutlos geworden.
Auch jetzt sitzt er auf der Holzumrandung in der Manege und malt mit den Zehen Kreise in den Sand.
Angela betritt das Zelt.
Hier also steckst und bläst wieder Trübsal, hast du eigentlich bemerkt, dass draußen die Sonne scheint? Komm, wir wollen uns die Stadt ansehen.“
Lächelnd folgt das Kasperle dem Mädchen.
Muck und Puck und auch Kasimir, der Cäptn Cook auf den Schultern trägt, schließen sich ihnen an.
Königstein ist eine hübsche Kleinstadt, mit
netten sauberen Häusern und freundlichen Menschen.
Dazu scheint noch die Sonne herrlich warm vom Himmel und spiegelt sich in den blank geputzten Fenstern und wirft grün goldene Sprenkel in die Bäume.
Die kleine Gesellschaft bummelt vergnügt durch die Gässchen, bleibt geduldig wartend stehen, wenn Angela ein Schaufenster betrachtet und landet schließlich in einem
Straßencafé.
Ein Kellner eilt herbei und fragt nach ihren Wünschen und wird prompt von dem Papagei aufgefordert sich die Füße abzuputzen und kein so dummes Gesicht zu machen.
Mit einem entsetzten Blick auf den Vogel eilt der Kellner zurück ins Café und Cäptn Cook schnarrt:
Warum läuft der dumme Esel nicht!“
Die Zirkusleute lachen immer noch als der Kellner mit ihren Milchshakes zurück kommt.
Hieronymus lehnt sich in seinen Stuhl zurück und betrachtet versonnen die Umgebung, während die anderen sich leise unterhalten und der Papagei neugierig
zwischen den Gläsern herum trippelt.
Auf einmal springt das Kasperle auf, dass die anderen erschrocken verstummen und der Papagei laut schimpfende auf einen Ast flattert.
Hieronimus aber stürzt hinaus auf die Straße und fällt einem jungen Mann um den Hals.
Mensch Fridolin alter Junge!“
Hieronymus!“
Die Beiden klopfen sich auf die Schulter und hüpfen wie verrückt im Kreis herum.
Als sie sich wieder beruhigt haben, führt das Kasperle den Freund zu den anderen und stellt ihn vor.
Nachdem auch vor Fridolin ein Milchshake steht, erzählt er ihnen was inzwischen alles geschehen ist:
Als Sandor mit dir verschwunden ist konnte ich mich aus der Kiste befreien und bin sofort zu Meister Martin gelaufen.
Dieser verständigte die Polizei und als Sandor zurück kam wurde er verhaftet, er wurde auch wegen andere Vergehen bereits gesucht.
Doch er hat nie gesagt wohin er dich gebracht hat.
Meister Martin und die Polizei haben die ganze Gegend abgesucht, aber dich nicht
gefunden.
Schließlich hat Meister Martin seine Sachen zusammen gepackt und meinte, ohne dich
hätte es keinen Sinn weiter zu spielen und er würde sich auf die Puppeninsel zurückziehen.“
Hieronymus laufen die Tränen über das Gesicht.
Der arme Meister Martin! Weißt du denn wo die Puppeninsel ist?“
Fridolin hebt hilflos die Schultern.
Aber nun erzähle doch, wie ist es dir denn inzwischen ergangen.“
Schnell von seinem Kummer abgelenkt berichtet ihm nun das Kasperle wie er zum Zirkus gekommen ist.
Als sie später zurück gehen nehmen sie Fridolin mit.
Während der Vorstellung darf er hinter der Bühne zugucken und als Hieronymus fertig ist nimmt er den Freund mit zu Direktor Quirin.
Das Kasperle stürzt in den Wohnwagen und brüllt:
Herr Direktor wissen sie wo die Puppeninsel ist?“
Sachte, sachte, junger Freund, was ist denn los?“
Hieronymus stellt nun Fridolin vor und
erzählt aufgeregt, dass Meister Martin auf
der Puppeninsel ist.
Beruhigend hebt der kleine dicke Direktor die Hand.
Das ist doch kein Grund so zu schreien, wo liegt denn diese Puppeninsel?“
Das Kasperle zieht ein langes Gesicht und lässt sich auf den Stuhl fallen.
Ich dachte, das wüssten sie?“
Von einer Puppeninsel habe ich noch nie gehört,“ bedauert der Direktor.
Er watschelt zum Schrank und holt einen dicken Atlas hervor.
Die nächste Stunde verbringen sie nun damit, den dicken Wälzer nach der Puppeninsel zu durchforschen, doch leider vergebens.
Nichts zu machen, die Insel muss so klein sein, dass sie nicht eingetragen ist,“ seufzt
Direktor Quirin und klappt das Buch zu.
Aber das gibt`s doch nicht,“ flüstert Hieronymus und dicke Tränen kullern aus seinen Augen.
Nun lass den Kopf nicht hängen. Überall wohin wir kommen werden wir nach der Puppeninsel fragen und du wirst sehen, irgend jemand kennt sie ganz sicher,“
tröstet der Direktor und Fridolin legt
kameradschaftlich den Arm um Hieronymus Schulter.
Und es gelingt den Freunden ihn wieder aufzuheitern.

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