Sonntag, 30. Juni 2013

Tumult Im Märchenwald




Frau Sonne hat die letzten Schleier der Nacht vertrieben und wandert nun über das Land.
Lächelnd bleibt sie beim Märchenwald stehen und beobachtet das fröhliche Treiben.
Lachen und Glück ist hier eingekehrt, nachdem der mächtige Feenkönig alle bösen Wesen aus dem Märchenwald auf den nahegelegenen Berg verbannt hat und mit einem Zauber gefangen hält.
Frau Sonne sieht den Vater von Hänsel und Gretel, der sich gerade von seiner Frau mit einem Kuss verabschiedet.
Auch die Kinder drücken ihre Mutter, haben sie ihr doch längst ihre Verzweiflungstat verziehen.
Vergnügt pfeifend mit geschulterter Axt marschiert der Vater dem Wald zu und Hänsel und Gretel folgen übermütig kichernd.
In den Händen haben sie Körbchen, denn sie wollen Beeren sammeln.
Bevor sie im Gehölz verschwinden wenden sie sich noch einmal um und winken der Mutter zu.
Frau Sonne schmunzelt, dann gleitet ihr Blick hinüber zu den vielen Burgen und Schlössern in denen die Könige mit ihren Prinzessinnen leben.
Der Froschkönig mit seiner Gemahlin, die ihn einst erlöst hat,
Schneewittchen mit ihrem Prinz,
König Drosselbart und seine inzwischen so liebenswerte und gar nicht mehr verwöhnte Gattin,
Aschenputtel, die gar nicht mehr schmutzig herum laufen muss und mit ihrem Prinzen sehr glücklich geworden ist,
Rapunzel, deren schönes langes Haar im ganzen Reich berühmt ist, mit ihrem Königssohn,
wohnen hier.
Ebenso ist Dornröschen mit ihrem Prinzen, der sie nach hundert Jahren Schlaf geweckt hat, sehr glücklich in ihrem erlösten Schloss.
Die ehemalige Müllerstochter und ihr Prinz freuen sich, wie prächtig sich ihr kleiner Sohn entwickelt.
Und auch die Prinzessin, die Hans mit seiner goldenen Gans und den Leuten, die an ihrem Schwanz fest klebten, zum Lachen gebracht hatte, lebt glücklich und zufrieden auf ihrer Burg.
Alle Könige und Prinzen sind miteinander befreundet und besonders die Damen pflegen einen herzlich Umgang miteinander und jeden Tag treffen sie sich in einem anderen Schloss zum Frühstück.
Der heutige Treffpunkt ist das Schloss von „Gans kleb an“
und Frau Sonne sieht wie Schneewittchen, Aschenputtel, Rapunzel und Dornröschen Arm in Arm über die Wiese schlendern.
Die sieben Zwerge verlassen eben ihr Häuschen, warten bis der älteste umständlich die Tür schließt, dann marschieren sie im Gänsemarsch in Richtung Bergwerk.
Als sie fröhlich pfeifend an den Prinzessinnen vorbei kommen und Schneewittchen entdecken winken sie vergnügt.
Der kleinste Zwerg löst sich aus der Reihe, purzelt mit seinen kurzen Beinen zu Schneewittchen, die sich bückt und ihm einen Kuss auf die Stirn gibt.
Errötend wendet er sich ab, reiht sich ein, und noch einmal fröhlich winkend, geht es im Gleichschritt weiter.
Die jungen Frauen kichern und warten dann, denn von der anderen Seite kommen die Müllerstochter, die Frau von König Drosselbart und des Froschkönigs Liebste.
Gemeinsam betreten sie den Burghof ihrer Gastgeberin.
Die goldene Gans kommt ihnen laut schnatternd entgegen gewatschelt.
Vorsichtshalber machen die jungen Damen einen großen Bogen um das Federvieh.
Die junge Königin kommt freudestrahlend die Freitreppe herunter und begrüßt ihre Freundinnen.
Frau Sonne freut sich über den schönen Anblick der hübschen Mädchen.
Eine Bewegung erregt ihre Aufmerksamkeit und schmunzelnd beobachtet sie die Heinzelmännchen, die purzelnd und stolpernd über die Wiese laufen.
Sie sind auf dem Weg zur Frau des Schusters die wie jeden Morgen für sie ein Frühstück bereit hält.
Diese steht bereits vor ihrer Tür und hält Ausschau nach den kleinen Strolchen.
Die Frau des Schneiders tritt eben aus dem Nachbarhaus und stellt sich neben sie.
Beide runzeln die Stirn als sie die kleinen Wichtel erblicken.
Hält man denn das für möglich!“ schimpft die Frau des Schusters und ihre Nachbarin schüttelt fassungslos den Kopf.

Fortsetzung folgt

Kommentare:

  1. Guten Morgen Lore!

    Schön das Du wieder schreibst. Ich drücke für Kuttl ganz fest die Daumen. Gruß Uschi

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  2. Hallo Lore, da seid ihr ja wieder - dein Computer, deine Geschichten und du!
    Jeden Morgen gemeinsam frühstücken. Das könnte ich mir auch gut vorstellen.
    Denk mal: Regina, du und ich würden eingehakt über die Wiese laufen und dann
    bei einem von uns frühstücken. Ein schöner Gedanke - ein schöner Traum!
    Ich drück dich ganz doll! Martina

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  3. Schön dass du wieder hier schreiben kannst! Alle sind versammelt, und ich bin gespannt wie es weiter geht.
    LG Calendula

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.