Sonntag, 21. Juli 2013

Die abenteuerliche Reise im Ballon Fortsetzung 4

W ährenddessen ist das Verschwinden der Kinder aufgefallen.
Als sie nach vereinbarter Zeit nicht nach Hause kommen, ruft Verena bei Professors an.
Frau Amalie erklärt ihr, dass die Kinder bereits vor einiger Zeit nach Hause gegangen sind, verspricht aber nachzusehen.
Wenig später kommt sie durch die Terrasse und lässt sich mit krebsrotem Gesicht auf den nächsten Stuhl fallen.
Verenakind, es ist so schlimm ...“
Verena stellt ein Glas Wasser vor die alte Dame.
Nun trink erst einmal und beruhige dich.“
Dankbar nickt Frau Schrullig und nach einem kräftigen Schluck stöhnt sie.
Ich glaube die Kinder sind mit dem Fesselballon auf und davon.“
Nun muss auch Verena sich setzen.
Was für ein Fesselballon?“
Nun der Professor hat einen Ballon gebaut und ihn hinter dem Schuppen angepflockt.
Der Ballon ist weg und die Erde um die Verankerung aufgewühlt.
Sieht ganz nach Kunibert aus, den musste ich nämlich einfangen, weil er im Hof herumlief.“
Wer ist Kunibert?“
Unser Gänserich. Er ist ausgebrochen und da
Peter ihn immer ärgert, hat er sich wohl gerächt.“
Kann ich ihm nicht verdenken,“ meint Verena.
Frau Schrullig sieht sie entgeistert an.
Wie kannst du nur so ruhig sein.“
Verena lacht.
Ich bin ja von meinen Kindern schon einiges gewöhnt. Ein Glück, dass die Ferien gerade begonnen haben.
Mein Liebe würdest du bitte einen Moment auf die Zwillinge aufpassen, ich muss schnell weg.“
Ja, ja, geh nur.“
Verena eilt hinaus, dreht an ihrem Ring und steht im nächsten Moment neben Lilofee.
Überrascht lächelt Lilofee:
Hallo Schwesterlein, was ist passiert?“
Die Kinder wieder!“
Setz` dich und erzähle.“
Lilofee lacht herzlich, als sie von den neuesten Streichen ihrer Patenkinder erfährt.
Nachdem sie ihrer Schwester versichert hat, die Vögel und Luftgeister zu bitten, auf die Kinder aufzupassen, kehrt Verena erleichtert nach Hause zurück.
Als sie ihrem Mann am Abend alles erzählt, lacht dieser:
Das hat man davon, wenn man eine Fee heiratet.“
Liebevoll nimmt Michael seine Frau in den Arm und küsst sie zärtlich.
Ich weiß aber auch, dass ich mir keine Sorgen machen muss.“


Allmählich wird es den Kindern zu langweilig.
Immer nur die kleiner werdende Landschaft zu beobachten verliert schnell ihren Reiz.
Außerdem ist es empfindlich kalt in dieser Höhe.
Sie kauern sich auf den Boden und von Abenteuerlust und Fröhlichkeit ist nichts mehr zu spüren.
Hieronymus stöhnt:
Ojemine, ich habe schon wieder ein großes Loch im Bauch.“
Vanessa schüttelt verwundert den Kopf.
Du hast doch bei Tante Schrullig ein riesengroßes Stück Apfelstrudel gegessen?“
Das Kasperle zuckt mit den Schultern.
Peter betrachtet nachdenklich den Ballon.
Der Professor hat doch gesagt, dieser kleine Hebel da oben ist zum Landen?“
Peter, Hieronymus seht doch, wir fliegen über das Meer!“ ruft Vanessa.
Die Jungen stellen sich neben sie und sehen nach unten.
Tiefblau unter ihnen glitzert das Meer im Sonnenlicht und in der Ferne leuchtet weiß der Strand.
Peter runzelt die Stirn.
Das muss das Mittelmeer sein und dort drüben liegt Italien.“
Mit zusammen gekniffenen Augen beobachtet er, wie der Strand immer näher kommt.
Hieronymus und Vanessa setzen sich wieder auf die Kissen.
Plötzlich ruft Peter aufgeregt:
Der Strand, der Strand, unter uns liegt der Strand, wir können landen!“
Weißt du denn wie es geht?“ fragt seine Schwester skeptisch.
Peter nickt eifrig.
Siehst du den Hebel direkt unter dem Ballon?
Wenn man ihn nach unten zieht, dann entweicht die Luft. Doch er ist sehr weit oben.
Komm` Hieronymus wir machen eine Feuerleiter.“
Nein, nein, du bist doch viel zu schwer!“ protestiert das Kasperle.
Du sollst ja nach oben klettern!“
Peter verschränkt die Hände und missmutig steigt Hieronymus auf seine Schultern.
Peter hält seine Beine fest.
Ich komme nicht ran!“
Der Junge macht einen Schritt nach vorne und wankt.
Das Kasperle kreischt auf und springt mit einem Satz in die Verschnürung.
Angstvoll klammert es sich an die Seile.
Zieh den Hebel, aber langsam!“ schreit Peter.
Die Warnung kommt zu spät!
Mit einem Ruck reißt Hieronymus den Hebel
nach unten und zischend entweicht die Luft.
Er zappelt mit den Beinen und landet unsanft im Korb.
Während er jämmerlich stöhnt und Vanessa versucht ihn zu trösten, beobachtet Peter besorgt den immer schlapper werdenden Ballon.
Die Luft entweicht viel zu schnell.
Haltet euch fest!“ brüllt der Junge.
Der Korb schlägt unsanft auf dem Boden auf und kippt um.
Schreiend purzeln die Drei durcheinander.
Der schlaffe Ballon legt sich wie ein Schleier um den umgestürzten Korb.
Es herrscht Stille.
Endlich bewegt sich etwas und die Kinder und das jammernde Kasperle klettern heraus.
Eine tolle Landung!“ jubelt Peter und sieht sich begeistert um.

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