Montag, 22. Juli 2013

Die abenteuerliche Reise im Ballon - Fortsetzung 5

Vanessa und Hieronymus liegen erschöpft im
Sand.
Ich glaube jetzt ist er total übergeschnappt!“
stöhnt Vanessa.
Und Hieronymus jammert :
Mein 187 000 Knochen tun mir weh!“
Du hast doch überhaupt keine Knochen,“
lacht das Mädchen.
Nun kommt, ihr wolltet doch ein Abenteuer,
da vorne ist ein Dorf!“
Ungeduldig wendet Peter sich ab und marschiert auf die Häuser zu.
Das Dorf besteht aus mehren strohgedeckten
Häusern.
Hunde liegen träge auf der Straße und heben nicht einmal den Kopf, als die Kinder kommen.
Plötzlich öffnet sich die Tür eines der Häuser und ein kleines Mädchen läuft auf sie zu.
Es hält eine Puppe hoch und jubelt:
Onimus! Onimus!“
Lachend stürzt es sich auf das Kasperle, das vor Schreck auf den Boden fällt und mit Händen und Füßen zappelt und dabei schreckliche Grimassen schneidet.
Die Kleine lacht hellauf.
Auf einmal werden sie umringt von den Kindern des Dorfes, die alle jauchzen und jubeln:
ieronimus, ieronimus!“
Selbst die Hunde haben ihr Plätze verlassen
und umkreisen sie bellend.
Das Kasperle bekommt es mit der Angst zu tun
und dicke Tränen kullern über seine Backen.
Die Kinder werden ganz still und einige beginnen ebenfalls zu weinen.
Was hier sein los?“
Ein dicker Mann bahnt sich einen Weg durch die Kinderschar.
Als er das Kasperle erblickt, strahlt er über das ganze Gesicht und verbeugt sich tief.
Welche Ehre Signore Hieronymus, welche Ehre.“
Hieronymus ist so überrascht, dass er sofort aufhört zu weinen.
Er springt auf, zieht seine Kasperlmütze und
verbeugt sich ebenfalls.
Die Kinder jubeln.
Der Dicke hebt die Hand und donnert:
Ruhe!“
Dann wendet er sich an Peter und Vanessa.
Ihr Freunde sein von berühmten Burattinaio, ihr ihn wollen sicher besuchen.“
Die Kinder und das Kasperle sehen sich fragend an.
Keiner von ihnen kennt einen Burattinaio.
Der Mann, der sich inzwischen als Pepito, der Bürgermeister vorgestellt hat, legt Hieronymus kameradschaftlich den Arm um die Schulter.
Kommt mit, ich bringen euch zu eurem Freund.
Welche Freude er haben wird, er immer erzählen von dir.“
Neugierig, begleitet von der Kinderschar, folgen sie dem Bürgermeister.
Er führt sie zu einem hübschen strohgedeckten Häuschen.
Eine Schar Hühner ergreift die Flucht, als sie den Hof betreten.
Eine Katze, die auf der Fensterbank schläft, springt auf, macht einen Buckel, faucht und verschwindet im Haus, als sie die Hunde erblickt.
Aus dem Schuppen kommt ein Mann in italienischer Tracht.
Was ist denn hier los?“
Als Hieronymus die Stimme hört, jubelt er:
Fridolin!“
Und ihm nächsten Moment hängt er am Hals seines Freundes.
Dieser drückt ihn an sich und stammelt:
Hieronymus, Mensch Junge wo kommst du denn her?“
Beide haben Tränen in den Augen und auch Pepito wischt sich mit einem großen blauen Tuch über das Gesicht.
Manche Kinder schluchzen.
Alle sind gerührt.
Der Bürgermeister gibt den Kindern einen Wink und leise verlassen sie den Hof.
Nur Peter und Vanessa sind noch da.
Still setzen sie sich auf die Bank und warten.
Sie haben schon viel von Fridolin gehört, aber ihn noch nicht persönlich kennengelernt.
Endlich haben sich die beiden Freunde wieder beruhigt und nachdem Fridolin die Kinder begrüßt hat, bittet er sie alle ins Haus.
Gemütlich ist es drinnen.
Hübsche zierliche Gardinen schmücken die Fenster.
Eine große Eckbank mit einem riesigen Tisch davor füllt das halbe Zimmer aus.
Gegenüber liegen zwei Strohmatten auf deren Decke sich die Katze niedergelassen hat.
Eine halb offene Tür führt wohl in die Küche und von dort ruft eine Stimme:
Fridolin was war denn da draußen los?“
Eine junge Frau erscheint im Türrahmen und das Kasperle brüllt:
Angela!“ Und wirft sie bald um, als er sie stürmisch umarmt.
Als sie dann alle mit einem Glas eisgekühlter Limonade am Tisch sitzen, fragt Hieronymus.
Der Bürgermeister sprach immer von einem Burattinaio?“
Fridolin lacht.
Burattinaio bedeutet Puppenspieler.
Ich schnitze Puppen und wir ziehen über Land und spielen für Groß und Klein.
Meine Hauptfigur sieht dir zum Verwechseln ähnlich, deshalb haben dich die Kinder auch sofort erkannt.“
Das Kasperle grinst, dann aber fragt es nachdenklich, „aber warum seid ihr denn nicht mehr bei Direktor Quirin?“
Fridolin und Angela sehen sich traurig an und dann erzählen sie von dem schweren Sturm, der das Zirkuszelt verwüstet hat.
Der Direktor hat danach alles verkauft und das Geld unter ihnen aufgeteilt und seitdem haben sie nichts mehr von ihm gehört.
Was aus den anderen Artisten geworden ist, wissen sie auch nicht.
Sie beide aber sind hierher gekommen, da Angela das Haus von ihrer Großmutter geerbt hatte.
Als Fridolin fertig ist mit erzählen wirft Hieronymus sich auf den Boden und fängt laut an zu heulen.
Doch ein Kasperle kann nicht lange traurig sein.
Es springt auf und verkündet:
Wir werden den Direktor suchen. Peter wir
müssen den Ballon wieder auf pusten!“
Schnurstracks verlässt der das Haus und marschiert in Richtung Strand.
Die Anderen folgen ihm etwas ratlos.

1 Kommentar:

  1. Guten Morgen liebe Lore
    Was für ein Abenteuer, so spannend erzählt.
    Liebe Grüße Joachim

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.