Donnerstag, 25. Juli 2013

Die abenteuerliche Reise im Ballon Fortsetzung 8

Gemächlich schweben sie dahin.
Das Dorf mit seinen freundlichen Bewohnern ist schon lange nicht mehr zu sehen.
Unter ihnen schimmert das Meer in verschiedenen Farben, von türkis, himmelblau und dunkelblau.
Auf einmal verfinstert sich die Sonne.
Ein tiefes Grollen ertönt.
Dunkle Wolken umgeben den Ballon.
Eine dicke weiße Wolke zwängt sich schützend
zwischen die drohende schwarze Wand.
Doch mit einem gewaltigen Schlag wird sie beiseite geschleudert und vor dem Korb baut sich ein finsterer Geselle unheildrohend auf.
Entsetzt kreischend klammern sich die Insassen aneinander, als der Korb langsam umkippt.
Hieronymus, der dem Rand am nächsten ist, purzelt hinaus.
Geistesgegenwärtig greift er nach dem Tau und klammert sich daran fest.
Von seinen Freunden kann ihm niemand helfen, denn die müssen selbst kämpfen um nicht herauszufallen.
Ein schriller Pfiff ertönt und Luftikus und Blasebalg gefolgt von einem Heer kleiner grauer Kapuzenmännchen stürzen sich auf den Unhold mit den bösen Augen.
Der Korb schaukelt hin und her bei dem heftigen Kampf und die Freunde klammern sich angstvoll an den Rand, während das Kasperle mit dem Tau durch die Luft gewirbelt wird.
Dann ist es auf einmal still.
Der Korb pendelt in seine normale Lage und nun können die Freunde das Kasperle herein holen.
Erstaunt beobachten sie, wie das wütend brüllende Monster verfolgt von Luftikus, Blasebalg und den Windmännchen in der Ferne verschwindet.
Das Meer unter ihnen wirft hohe Wellen, als die wilde Jagd darüber fegt.
Die freundliche Wolke, die sie vorhin beschützen wollte, taucht neben ihnen auf.
Ein strahlendes Lächeln auf dem pausbäckigen Gesicht fragt sie:
Alles in Ordnung bei Euch?“
Die erschöpften Freunde nicken.
Das war Taifu! Er hat hier im Mittelmeerraum eigentlich nichts zu suchen.
Seine Mutter, die Feuerhexe, hat ihn sicher auf euch gehetzt, denn sie ist mit dem Feenkönig
verfeindete. Aber da kommt Luftikus zurück, lebt wohl.“
Mit einem fröhlichen Winken schwebt sie davon.
Luftikus setzt sich auf den Korbrand, streicht über seine zerzausten Haare und setzt sein keckes Mützchen auf.
Während er einige Fusel von seine Anzug zupft, meint er so nebenbei.
Wenn ihr eure bezaubernde Tante wieder trefft, vergesst nicht zu erwähnen, welch ein Held ich bin.“
Sprach`s und kippt rückwärts vom Korb.
Was für ein alberner Geck,“ spottet Peter.
Ein Windstoß fährt durch seine Haare und bläht sein Hemd.
Luftikus lugt grinsend über den Rand des Korbes.
Alte Spottdrossel!
Übrigens hat euch Taifu sogar einen Gefallen getan.
Durch seinen bösartigen Überfall seid ihr viel schneller in Spanien. Seht nur nach unten.“
Was sollen wir in Spanien?“ fragt Vanessa.
Luftikus aber schlägt einen Purzelbaum in der Luft und verschwindet lachend.
Peter schnaubt verächtlich.
Als unter ihnen der weiße Strand auftaucht,
zieht Fridolin behutsam an dem Hebel und langsam entweicht die Luft.
Der Korb schwankt und trudelt langsam nach unten.
Mit einem harten Ruck setzt der Korb auf und lachend klettern sie heraus und kugeln über den weißen Sand.
Es ist schön wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
Glücklich bleiben sie liegen.
Der Schrecken sitzt ihnen doch noch in den Knochen.
Es ist schön wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
Angela setzt sich plötzlich auf und starrt entsetzt auf das nahegelegene Gebüsch.
Seht doch,“ wispert sie.
Zwischen den Sträuchern steht ein wunderschöner schwarzer Panther, der sie aus leuchtend blauen Augen anstarrt.
Hieronymus wirft sich bäuchlings auf den Boden und schließt die Augen, während die anderen wie vor Angst gelähmt auf das Tier starren.
Vanessa blinzelt und beobachtet das regungslose Tier, das sie aus blauen..., blaue Augen? Seit wann haben Panther blaue Augen?
Vanessa lacht, springt auf und läuft auf das
Raubtier zu.
Bist du verrückt, Nessa, komm zurück!“ schreit Peter und das Kasperle heult:
Er wird sie fressen, er wird sie fressen!“
Angela und Fridolin halten sich stumm umschlungen.
Doch Vanessa geht unbeirrt weiter.
Kurz vor dem Panther bleibt sie stehen, stemmt beide Arme in die Seiten und fordert streng:
Lass den Unsinn, Tante Viola!“
Der Panther schnaubt leise, es klingt fast wie ein Kichern und gleich darauf steht eine junge hübsche Frau vor Vanessa.
Wie hast du mich erkannt?“
Panther haben keine blauen Augen.“
Kluges Mädchen, du würdest eine gute Hexe abgeben.“
Pah!“ schnaubt das Mädchen.
Mein Leben ist schon aufregend genug!“
Viola lacht und nimmt sie bei der Hand.
Peter kommt ihnen entgegen.
Er ist etwas verlegen, weil er so ängstlich war.
Viola verstrubbelt sein Haar.
Brauchst dich nicht zu schämen, Panther sind wirklich gefährlich.
Aber lustig war es doch, wie ihr vor Angst geschlottert habt, besonders der Kleine.“
Das Kasperle wirft ihr einen finsteren Blick zu.
Ist es ein Wunder? Erst dieser schreckliche Taifu und dann noch ein Panther!“
Viola wird ernst.
Ja, ich habe davon gehört. Aber auf meiner Insel seid ihr sicher. Ich habe einen Schutzzauber um sie gelegt.“
Sie zwinkert dem Kasperle vergnügt zu.
Was macht dein großes Loch im Bauch? Bist du noch böse auf mich, wenn ich euch zu einem super tollen Essen einlade?“
Hurra!“ Hieronymus wirft seine Mütze in die Höhe, verbeugt sich vor der jungen Hexe und einträchtig folgen sie Viola.


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