Freitag, 12. Juli 2013

Die neue Freundin - eine Erinerungsgeschichte

Ich war ein schüchternes verträumtes Mädchen, das immer die Nase in irgendeinem Buch stecken hatte.
Auch war ich hoffnungslos romantisch und glaubte an die große wahre Liebe.
Mit zwanzig hatte ich einen kurzen Ausflug in die Liebe gemacht, aber der Traumprinz entpuppte sich als Kröte.
So habe ich mit der Liebe abgeschlossen und mich erleichtert wieder meinen Büchern zugewandt.
Nach der Schule fing ich in München bei einer großen Versicherung an zu arbeiten.
Doch war die Verbindung nach München von unserem kleinen Ort aus sehr umständlich.
Doch wie der Zufall es will kaufte sich eine Bekannte meiner Eltern in unserer Kreisstadt eine Eigentumswohnung und bot sie mir günstig zur Miete an.
Das war natürlich super!
Konnte ich doch nun zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Bahnhof gelangen.
Bei der täglichen Bahnfahrt lernte ich ein Mädchen kennen, genau das Gegenteil von mir.
Während ich immer mit dem Kopf in den Wolken schwebte, stand sie mit beiden Beinen auf der Erde.
Und ihr Herz war genauso groß wie ihr Mundwerk.
Es entstand eine Freundschaft, die bis zum heutigen Tag hielt.
Ursula wohnte auch in einer kleinen Wohnung zur Miete und außerdem besaß sie ein kleines Auto mit
dem wir die Gegend unsicher machten.
Am Monatsende schmissen wir unser Geld zusammen und kochten gemeinsam.
Würstchengulasch mit Spagetti, daran kann ich mich noch erinnern, hmmmm, lecker!
Auch wenn wir den Pfennig damals umdrehen mussten, so war es doch eine schöne, unbeschwerte und glückliche Zeit.
Was für ein großes Herz und welch ein gute Freundin sie ist und war, dass will ich euch an folgendem Beispiel erzählen.
Meinen Jahresurlaub verbrachte ich bei meiner großen Schwester Karin, die in Friedrichshafen verheiratet war.
Und Uschi goss während dieser Zeit meine Blumen.
Am letzten Tag, bevor ich zurück kam, putzte sie meine ganze Wohnung, einschließlich der Fenster und stellte mitten auf den Tisch eine Vase mit bunten Blumen.
Nach langer Bahnfahrt kam ich müde und noch ein bisschen traurig vom Abschied von meiner Schwester, an der ich sehr hing, nach Hause.
Als ich die Wohnung betrat und die Blumen mir entgegen leuchteten, da fühlte ich mich gleich besser.
So ist Uschi: Große Klappe und ein noch größeres Herz!

Morgen erzähle ich euch, wohin der Bengel Amor seinen Pfeil geschossen hat.



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