Sonntag, 7. Juli 2013

Tumult im Märchenwald Ende



Und die goldene Gans?
Die marschiert in das Schloss mitten in eine fröhliche Gesellschaft, springt dem Hans auf den Schoß und auf einmal hängen alle an der Gans fest.
Und sie laufen durch das Schloss, treppauf, treppab.
Schließlich zieht die riesige Menschenschlange über die Freitreppe nach draußen und wandert durch den Märchenwald.
Dornröschen aber ist hinaus in den Garten gelaufen und hat sich unter einen Rosenstrauch gelegt und verkündet:
Ich werde jetzt hundert Jahre schlafen.“
Anklagend deutet sie auf ihren Mann und fordert:
Wage es ja nicht, mich mit einem Kuss zu wecken, bevor die Zeit um ist!“
Dann legt sie sich zurück und presst fest die Augen zu.

Der Froschkönig aber ist in den Park gelaufen.
Er steigt in den Weiher und setzt sich auf den großen Stein, der in der Mitte thront, krümmt seine menschliche Gestalt zu einem Frosch, reißt den Mund auf und ruft laut :
Quack, Quack, Quack!“
Seine Frau und der treue Heinrich aber laufen am Ufer des Weihers entlang und flehen ihn an, doch aus dem Wasser zu kommen.

Hänsel und Gretel aber haben ihre Eltern in den Schuppen gesperrt und fassen sich nun an den Händen und tanzen im Kreis herum, dabei singen sie:
Zeigt mir eure Fingerlein,
ob sie nicht noch sind zu klein.
Sind sie fett und wohl geraten,
dann seid ihr fertig zum Braten.
Holla, hi, holla, ho!“
Und gar die Heinzelmännchen!
Sie stürmen mit Geschrei in die Schusterwerkstatt, reißen die fertigen Schuhe aus den Regalen und beginnen sie auseinander zu nehmen.
Bald fliegen Lederstücke, Nägel und Absätze durch die Gegend.
Dann rasen sie in die Schneiderwerkstatt zerstückeln die Stoffe, trennen die Nähte aus den fertigen Kleidern und hinterlassen ein schreckliches Durcheinander.

Die Fröhlichkeit und der Frieden hat das Märchenland wirklich verlassen wie sich die bösen Märchenwesen das gewünscht haben.
Diese stehen oben auf dem Berg und krümmen sich vor lachen.
Tränen laufen ihnen über das Gesicht und der dicke Gastwirt ist sogar umgefallen und liegt nun auf dem Rücken wie ein Maikäfer .
Vor Begeisterung strampelt er mit den Beinen.

Im Märchenwald aber hört man nur noch Kreischen, Schimpfen, Jammern und Klagen.

Das wäre wohl einige Zeit so weiter gegangen, wenn nicht Lilofee glücklicherweise aus ihrem Urlaub zurück gekommen wäre und alles wieder in Ordnung gebracht hätte.

Knolly und Wally konnten leider nicht bestraft werden, da sie auf länger Zeit in ein unbekanntes Ziel vereist sind.

Immerzerstreut ist traurig und unglücklich.
Diesmal hat sie sich extra soviel Mühe gegeben, um alles recht zu machen und solches Chaos geschaffen.

Doch Lilofee und auch Purzel trösten sie, denn dass sie auf eine solch böse Intrige herein gefallen ist, das war wirklich nicht ihre Schuld.

Die Märchenwesen haben den Wirrwarr bald vergessen und sind fröhlich und glücklich wie zuvor, sehr zum Ärger der Verbannten auf dem Berg.




Kommentare:

  1. Mit dieser Geschichte hast du es wieder bewiesen: Du bist eine echte Märchentante! Danke für deine phantasievollen Märchen!
    LG Martina

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  2. Hallo Lore,

    ich habe mir heute mal Deine ganze Geschichte über den Märchenwald gegönnt - super! Die guten und die schlechten Figuren zu trennen, finde ich gut, weil es mal positiv das Happy End der Märchen weiterspinnt.

    Liebe Grüße

    Kerstin mit Finchen und Ayla

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  3. Tolles Märchen! Werde ich bestimmt auch nochmal "am Stück" lesen!
    LG Calendula

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.