Samstag, 6. Juli 2013

Tumult im Märchenwald Fortsetzung 6

Zu dämlich, pah! Sie würde es denen schon zeigen und dem Märchenwald seinen Frieden zurück bringen.
Sie lenkt ihre Schritte in Richtung Märchenwald, doch dann dreht sie wieder um.
Nein, dämlich war sie nicht, aber doch manchmal etwas zerstreut und vergesslich.
Doch diesmal durfte ihr kein Fehler unterlaufen.
Sie wollte erst in dem Zauberbuch von Lilofee nach dem richtigen Spruch suchen und ihn dann aufschreiben.
Mit forschen Schritten geht sie zurück zu Lilofees Haus und holt aus der Glasvitrine das Zauberbuch.
Sie legte es auf den Schreibtisch, dann setzt sie sich gemütlich hin.
Und nachdem sie noch umständlich ihre Brille aus der Tasche genommen und auf der Nase platziert hat, beginnt sie die vergilbten Seiten des Buches durchzublättern.
Manchmal hält sie inne, wenn sie einen Spruch entdeckt, den sie schon lange vergessen hatte und schmunzelt wenn sie sieht was sie bei manchen Sprüchen verkehrt gemacht hat.
Es war eben schon sehr lange her, dass sie die Zauberschule besucht hatte und als Kind alle diese Sprüche auswendig lernen musste.
Ach hier war er ja!
Schnell reißt sie ein Blatt Papier von dem Notizblock auf dem Schreibtisch ab und notiert sich den Spruch.
Zufrieden klappt sie das Buch zu, legt es zurück in die Vitrine, steckt Brille und Zettel in die große Tasche an ihrem bunten Kleid und verlässt das Haus.
Mit forschen Schritten nähert sie sich dem Märchenwald und bemerkt nicht, dass Wally und Knolly ihr heimlich folgen.
Die beiden Hexen haben sich in der Nähe versteckt, weil sie wissen wollten, was Muhme Immerzerstreut als Nächstes unternehmen wird.
Und so folgen sie ihr leise.
Immerzerstreut ist jetzt am Märchenwald angekommen.
Aufmerksam betrachtet sie das große Gebiet kann aber nichts auffälliges feststellen.
Alles war ruhig wie immer, erfüllt mich Fröhlichkeit und Lachen.
Wally und Knolly sehen sich an.
Was nun, wenn ihr schöner Plan nicht aufging?
Wally flüstert Esmeralda, die auf ihrer Schulter sitzt etwas ins Ohr und die Elster fliegt hinauf zum Berg der Verbannten und gleich darauf stellt die 13. Fee sich an den Rand des Felsen und ruft mit weithin schallender Stimme:
Ich verzaubere Euch, ihr nichtsnutzigen Märchenwesen und werde euch das Lachen schon austreiben!“
Sie macht geheimnisvolle Handbewegungen und murmelt dabei einige Worte.
Immerzerstreut, die leider nicht weiß, dass ihr Bruder, der Feenkönig, allen bösen Märchenwesen die Zauberkräfte genommen hatte und die 13 Fee überhaupt niemanden mehr verzaubern konnte, fällt auf den Schwindel herein.
Mit grimmiger Miene holt sie den Zettel aus der Tasche und setzt sich die Brille auf die Nase.
Nein! Diesmal wollte sie keinen Fehler begehen.
Mit lauter Stimme beginnt sie zu lesen:
Alles was falsch hier scheint
soll umgekehrt jetzt sein
Mit der Macht meiner Zauberkraft
Umkehr habe ich nun geschafft.“
Sie wirft noch einen zufriedenen Blick hinauf auf den Berg, dann nimmt sie die Brille von der Nase, dreht sich um und marschiert mit energischen Schritten davon.
Arme Immerzerstreut, da hat sie sich soviel Mühe gegeben, um diesmal alles richtig zu machen und ist auf eine so böse Intrige herein gefallen.
Nicht ahnend welches Chaos hinter ihr ausbricht, verlässt sie den Märchenwald.
Wally und Knolly treten aus ihrem Versteck und warten gespannt, was jetzt geschieht.
Ebenso haben sich oben auf dem Berg die Verbannten versammelt und auch sie warten, welch Unheil nun geschehen wird.
Und dann bricht das Chaos aus!
Die sieben Geißlein jagen mit grauseligen Gesichtern den Wolf und schreien: Wir sind die bösen Geißlein und wollen dich fressen!“
Der Wolf schnauft und stöhnt und erreicht mit letzter Kraft das Haus der Geißlein.
Voller Panik sieht er sich nach einem Versteck um.
Unterm Bett, nein dort hat er das Geißlein damals gefunden.
Unterm Tisch, nein auch nicht gut.
Im Schrank, dieses Geißlein hat er auch erwischt.
Wo hat sich das kleinste Geißlein, das er übersehen hat, versteckt, natürlich im Uhrenkasten.
Schnell öffnet er die große Standuhr und zwängt sich hinein, was bei seiner Größe gar nicht so leicht ist.
Die alte Uhr stöhnt und ächzt.
Endlich hat es der Wolf geschafft und er zieht die Tür zu und jault auf.
Er hat seinen Schwanz eingezwängt.
Schnell holt er ihn in das Uhrgehäuse und schließt die Tür.
Gerade noch rechtzeitig, denn die Geißlein stürmen ins Haus und krabbeln suchend auf dem Boden herum.
Das Rotkäppchen sitzt friedlich mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater, dem Jäger auf der Terrasse, da kommt die Großmutter angstürmt.
Sie schnappt sich das Gewehr des Jägers und schaut sich ängstlich um.
Der Wolf kommt und will mich fressen,“ flüstert sie, dreht sich um und läuft mit dem Gewehr zurück in den Wald.
Als Rotkäppchen und ihre Eltern das Haus der Großmutter erreichen, hat diese alle Fenster und Türen verschlossen.

Ein kleines Mädchen in einem kurzem weißen Hemdchen sitzt weinend auf der Wiese und statt Sterntaler fallen Kohlenstücke vom Himmel.

Schneewittchen aber irrt durch den Wald und sucht ihren gläsernen Sarg.

Die ehemalige Müllerstochter hat ihr Kind aus der Wiege genommen und irrt klagend herum:
Rumpelstilzchen, wo bist du! Ich bringe dir mein Kind!“
Der kleine Kobold hat sich aber in einer Höhle versteckt, denn er will das Kind nicht mehr.
Hat er doch inzwischen fest gestellt, wie viel Unruhe so ein kleiner Schreihals in sein gemütliches Koboldleben bringt.

Schluss folgt

1 Kommentar:

  1. Liebe Lore, welch ein Tohuwabohu! LG Martina

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.