Sonntag, 4. August 2013

Die abenteuerliche Reise im Ballon Ende

Die Tür geht auf und Dr. Waller kommt herein.
Er lächelt den Dreien aufmunternd zu.
Eurem Freund geht es soweit ganz gut. Ich habe ihm eine stärkende Infusion gesetzt und ein Fiebersenkendes Mittel gegeben.“
Dann wird sein Gesicht ernst.
Ich will euch keine falschen Hoffnungen machen. Da sein Körper sehr geschwächt ist, weiß ich nicht ob er wieder gesund wird. Wenn er diese Nacht übersteht, dann können wir hoffen.“
Niedergeschlagen lassen die Freunde den Kopf hängen.
Hey, Kopf hoch, solange Leben ist, ist noch Hoffnung.“
Herr Waller wechselt einen Blick mit seiner Frau.
Wo wohnt ihr denn?“
Wir sind erst heute Morgen hier angekommen und haben noch keine Bleibe,“ murmelt Peter.
Dann bleibt doch bei uns, wir haben genügend Platz!“ ruft Frau Waller und ihr Mann nickt.
Die Kinder strahlen, doch dann meint Vanessa.
Unsere Freunde Fridolin und Angela warten
unten am Strand auf uns.“
Dann holt sie, das Haus ist groß genug,“ lacht die junge Frau.
Wir haben auch noch einen Papagei dabei,“ meint das Mädchen verlegen.
Nun lacht das junge Ehepaar herzlich.
Ihr seid ja eine lustige Reisegesellschaft.“
Der junge Arzt betrachtet die Kinder nachdenklich.
Wissen eure Eltern wo ihr seid?“
Peter hält den Kopf gesenkt und Vanessa zuckt verlegen mit den Schultern.
In meinem Arbeitszimmer ist ein Telefon. Ich denke, ihr solltet euren Eltern Bescheid sagen.“
Es wurde nun beschlossen, dass Vanessa ihre Mutter anruft, während Peter und das auffallend stille Kasperle zum Strand gehen und die Freunde holen.
Vanessa ist froh, die Stimme ihrer Mutter zu hören und plötzlich sehnt sie sich nach Hause.
Auch Verena ist glücklich, denn obwohl Lilofee sie über die Abenteuer der Kinder immer auf dem Laufenden gehalten hat und sie weiß dass die guten Geister ihre Kinder beschützen, ist sie doch froh, die Stimme ihrer Tochter zu hören.
Vanessa erzählt ihr nun, dass sie Direktor
Quirin gefunden haben, aber er sehr krank ist
und sie bei den netten Arztleuten bleiben dürfen, bis er wieder gesund ist.
Verena bittet das Mädchen, ihr doch Frau Waller an den Apparat zu rufen.
Vanessa legt den Hörer nieder und läuft in die Küche, wo die junge Frau gerade das Mittagessen vorbereitet.
Sie bittet das Mädchen auf das Gulasch auf dem Herd aufzupassen und eilt ins Arbeitszimmer.
Mit einem Lächeln auf den Lippen kommt sie wenig später wieder.
Deine Mutter ist sehr nett.Morgen ist ja Ostersonntag und deine Eltern werden morgen zu uns kommen und euch abholen.
Da der Weg von Bayern an die Nordsee sehr weit ist und Montag ja auch noch ein Feiertag ist, haben wir ausgemacht, dass deine Eltern hier übernachten und erst am Montag mit euch heim fahren.“
Juchhuuuu!“ Vanessa umarmt die junge Frau stürmisch.
Diese streicht ihr lächelnd über das Haar.
Es klingelt und Frau Waller eilt zur Tür und kommt mit der kleinen Gesellschaft zurück.
Natürlich wird sie von Cäpt`n Cook gleich aufgefordert, sich die Schuhe zu putzen und
will sich ausschütten vor Lachen.
Doch dann scheucht sie die kleine Gesellschaft in den Garten, denn sie muss kochen und die Küche ist ziemlich voll.
Kasperle ist überraschend fröhlich und kaspert und lacht und von seiner Traurigkeit ist nichts mehr zu spüren.
Vanessa wundert sich, doch als sie draußen auf der Terrasse sind, erfährt sie warum.
Angela will ihr Amulett bei dem Kranken ausprobieren, denn Viola hatte zum Abschied doch gesagt, dass es heilende Kräfte hat.
Als Vanessa ihrem Bruder berichtet, dass die Eltern morgen kommen freut der sich riesig, denn auch er hat langsam Heimweh bekommen.
Frau Waller kommt mit einem Tablett voller Geschirr heraus und bittet sie den Tisch zu decken.
Unter viel Gelächter machen sie sich an die Arbeit.
Als Doktor Waller auf die Veranda kommt freut er sich über die lustige kleine Gesellschaft und insgeheim hofft er, dass es ihm gelingt den schwerkranken Patienten zu retten.
Er begrüßt Angela und Fridolin und plötzlich fordert ihn eine Stimme auf, sich die Füße abzuputzen.
Der junge Mann entdeckt den Papagei, der auf
einem Ast hockt und betrachtet ihn vergnügt.
Du bist ja ein hübscher Vogel und sprechen kannst du auch.“
Halt den Schnabel, Döskopp!“ antwortet der Papagei und der junge Arzt bricht in schallendes Gelächter aus.
Es ist überhaupt eine fröhliche Gesellschaft, die sich wenig später das Mittagessen munden lässt.
Hieronymus hat auch seinen Appetit wieder gefunden.
Leider wird Doktor Waller noch während des Essen zu einem Notfall gerufen und bevor er geht, fragt Fridolin, ob er und Angelina den Kranken besuchen dürfen.
Der Arzt nickt und eilt schnell seine Tasche holen und gleich darauf hört man das Auto wegfahren.
Während Peter und Vanessa beim Abräumen helfen, geht das Kasperle mit Fridolin und Angela zu Direktor Quirin.
Als sie später aus dem Krankenzimmer in den Garten kommen, strahlen alle drei über das ganze Gesicht und die Kinder wissen, dass das Amulett gewirkt hat.
Während ihre Gastgeberin im Haus zu tun hat, schlendern die Freunde weiter in den Garten
und setzen sich unter einen Baum.
Der Papagei fliegt ihnen nach und lässt sich auf einem Ast nieder.
Sie reden über ihr Abenteuer, die Heilung des Direktors und auch über das verwunderte Gesicht wenn Doktor Waller bemerken wird, dass sein todkranker Patient über Nacht kerngesund wurde.
Peter aber sitzt nachdenklich da und beteiligt sich kaum am Gespräch.
Morgen kommen unsere Eltern und übermorgen fahren wir nach Hause, aber was wird aus euch und dem Direktor?“ wendet er sich an Fridolin und Angela.
Angela und ich haben schon darüber gesprochen,“ erklärt Fridolin.
Sobald Direktor Quirin reisen kann, nehmen wir ihn mit nach Italien und Hieronymus kann gerne mitkommen, bis ihn die Reiselust wieder packt.“
Alle finden das für eine gute Idee und Peter nimmt seinen Zauberbeutel vom Hals und drückt ihn Fridolin in die Hand.
Ich brauche ihn nicht mehr, aber du wirst Geld für die Reise benötigen.“
Fridolin nickt dankend und versteckt den Beutel unter seinem Hemd.
Es wird noch ein vergnügter Nachmittag.
Am Abend zeigt ihnen Frau Waller ihre Zimmer,
und der Papagei wird in den Wintergarten verfrachtet.
Der Doktor, der noch einmal vor dem Schlafen gehen nach seinem Patienten geschaut hat, teilt ihnen mit, dass das Fieber gesunken und der alte Mann sich gesund schläft.
So können alle beruhigt ins Bett gehen.
Am nächsten Morgen weckt sie fröhliches Vogelgezwitscher und strahlender Sonnenschein.
Peter und Vanessa sind die ersten, die aus dem Bett springen.
Heute kommen ihre Eltern und sie freuen sich riesig.
Nachdem alle nacheinander im Bad waren, außer Hieronymus, der behauptet, Kasperle brauchten sich nicht zu waschen, laufen sie in die Küche, finden diese aber leer.
Aber der Terrasse treffen sie Frau Waller, die gerade den Tisch deckt.
Liebevoll hat sie alles arrangiert.
In der Mitte prangt eine Vase mit goldgelben Osterglocken und daneben steht eine Schüssel mit gefärbten Eiern.
Als sie die Freunde entdeckt lacht sie und ruft vergnügt:
Frohe Ostern!“
Frohe Ostern!“ tönt es im Chor zurück und alle setzen sich um den Tisch.
Meinen Mann müsst ihr wohl entschuldigen, er kam gestern Abend erst spät von einem Notfall zurück.“
Von wegen, ich lasse mir doch ein so schönes Osterfrühstück nicht entgehen und seht mal, wen ich mitgebracht habe.“
Neben ihm steht frisch und gesund Direktor Quirin.
Jubelnd wird er von seinen Freunden umringt.
Doktor Waller tauscht einen Blick mit seiner Frau, die ihn überrascht anschaut.
Ich weiß es nicht. Es ist wie ein Wunder.
Als ich in das Krankenzimmer kam, saß der Mann aufrecht im Bett. Seine Augen waren frisch und munter und er verlangte energisch nach einem Frühstück.“
Die kleine Gesellschaft kichert, wussten sie doch, warum es ihrem Freund so gut ging.
Es war ein lustiges Osterfrühstück, ein Erzählen und Lachen.
Nur der junge Arzt ist still und betrachtet immer wieder Stirn runzelnd den alten Mann, der vor Gesundheit nur so strotzt und mit sichtlichem Appetit zulangt.
Lautes Hupen klingt von der Straße herüber und Peter und Vanessa sausen los.
Mama! Papa!“
Jubelnd werfen sie sich den Eltern in die Arme.
Freundlich machen sich nun alle miteinander bekannt.
Die beiden Ehepaare verstehen sich sofort.
Frau Waller eilt in die Küche, um zwei Gedecke zu holen und Herr Waller besorgt noch zwei Stühle.
Langsam wird das Haus voll.
Direktor Quirin aber sitzt lächelnd zwischen Hieronymus und Fridolin und genießt den Trubel.
Es ist schön wieder unter Freunden zu sein und die schlimmen Tage in der Fremde sind vorbei.
Fridolin und Angela haben ihm bereits gesagt, dass sie ihn mit nach Italien nehmen.
Er ist glücklich und zufrieden.
Vanessa und Peter kleben regelrecht an ihren Eltern und wollen sie gar nicht mehr loslassen.
Natürlich können sie ihre ganzen Abenteuer nicht erzählen in Gegenwart des jungen Ehepaares.
Aber sie berichten, wie sie Direktor Quirin schwer krank in der Straße gefunden haben.
Der junge Arzt mischt sich noch immer fassungslos ein:
Stellen sie sich vor, gestern war dieser Mann,“
er legt Quirin die Hand auf die Schulter,
noch schwer krank und ich fürchtete um sein Leben und heute Morgen?
Sehen sie sich das an. Er strotzt vor Gesundheit! Man könnte meinen, es wäre Zauberei im Spiel.“
Herr Braun verschluckt sich an seinem Kaffee und fängt zu Husten an.
Manchmal war es schon peinlich mit einer Fee verheiratet zu sein.
Wie sollte man manche Dinge denn erklären.
Verena klopft ihm lachend auf den Rücken.
Na, na mein Lieber, nicht so hastig.“
Dann wendet sie sich lächelnd an ihre Gastgeber.
Heute ist doch Ostersonntag.
Ist das nicht ein Tag der Auferstehung und Wunder?“
Dann wollen wir das mal gelten lassen,“ brummt der Doktor.
Wo sind eigentlich die Zwillinge?“ will Vanessa wissen.
Ihre Mutter lacht.
Die sind bei den Großeltern, die Fahrt wäre doch zu lange für sie gewesen.“
Welch ein Glück,“ murmelt das Kasperle und Verena zieht ihn lachend am Ohr.
Dann wendet sie sich an ihre Kinder.
Übrigens sind wir unterwegs dem Osterhasen
begegnet, seht doch mal im Auto nach.“
Die Kinder sausen los.
Im Kofferraum steht ein großer Korb.
Das ist doch der Korb, den Herr Langohr noch zum Auto gebracht hat?“ staunt Peter.
Der Vater steht hinter ihnen und grinst.
"Stummelschwänzchen hat ihn gestern Abend noch gebracht, wartet ich trage ihn für euch.“
Er hievt den Korb hoch und gefolgt von den beiden Kinder bringt er ihn in den Garten und stellt ihn auf den inzwischen abgeräumten Tisch.
Nun wird ausgepackt.
Für jeden ist ein riesiges Schokoladenei und einige Kleinigkeiten dabei.
Selbst der Papagei wurde nicht vergessen.
War das ein schöner Ostersonntag.
Als die Kinder am nächsten Morgen mit ihren Eltern aufbrechen, ist doch eine leise Wehmut in ihren Herzen.
Der Abschied von den Reisegefährten fällt ihnen schwer, haben sie doch eine Menge Abenteuer zusammen erlebt.
Auch das nette Arztehepaar haben sie ins Herz geschlossen.
Man verspricht miteinander in Verbindung zu bleiben.
Lange noch winken die Kinder, bis die Freunde
nicht mehr zu sehen sind.
Aber sie freuen sich auch wieder auf zu Hause,
auf Oma und Opa und auf die Zwillinge.
Ein wenig „Bammel“ hatten sie, als sie Professor Schrullig berichten mussten, dass der Ballon zerstört war.
Aber dieser wusste gar nicht mehr, dass er einen gebaut hatte und sein Frau war froh, das olle Ding los zu sein.

Ich hoffe die Geschichte hat Euch gefallen.
Nun möchte ich eine kleine Sommerpause machen.
Wünsche Euch einen schönen Sonntag und eine frohe Zeit, bis wir uns hier wieder treffen.
Eure Märchenfee!






Kommentare:

  1. Guten Morgen liebe Lore
    Heute Morgen habe ich die beiden letzten Abschnitte gelesen und finde ein bezauberndes Ende de Ballonfahrt.
    Ja bis wir uns wieder bei den Märchenzauber treffen, also bis dann und die herzlichsten Grüße von den eifrigen Leser Joachim

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  2. Liebe Lore, die Sommerpause hast du dir redlich verdient. Deine treuen Leser freuen sich aber schon jetzt auf ein Wiederlesen, hier bei dir im Märchenblog!
    Wir hören uns! Martina

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  3. Liebe Lore,
    eine wunderschöne Geschichte.
    Man muss sie ganz einfach zweimal lesen.
    Einen schönen Sonntag wünscht Dir
    Irmi

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  4. Liebe Lore,
    was habe ich diese Geschichte genossen, du hast eine wunderbare Fantasie!
    LG
    Marle

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.