Sonntag, 27. Oktober 2013

Pilze sammeln Erinnerungsgeschichte



Der Herbst hat viele schöne Dinge für uns bereit.
Denkt nur an die Kastanien, die wir als Kinder so liebten und aus ihnen mit Hilfe von Streichhölzern kleine Figuren bastelten.
In unserer Kindheit gab es ja noch nicht soviel Spielzeug aber die Natur beschenkte uns verschwenderisch und beflügelte unsere Fantasie.
Die Kürbisse, die erst in den letzten Jahren durch das von Amerika herüber kommende Halloween in Mode kamen wurden zu einem schönen Bestandteil unsere Feste .
Und natürlich hat der Herbst etwas ganz Leckeres für uns angerichtet: Die Pilze!
Ich erinnere mich wie viel Spaß ich beim Pilze sammeln immer hatte.
Mein Vater und ich waren die einzigen Frühaufsteher in unserer Familie und so gingen wir morgens um vier schon los und fuhren in den Wald.
Als ausgesprochenes Papakind war ich glücklich in dieser Zeit meinen Vater ganz für mich allein zu haben.
Damals gab es ja noch nicht so viele Autos und auch wir hatten keines.
Aber mein Vater hatte ein Motorrad.
Das war herrlich!
Mein Vater hatte vor sich einen großen Korb und ich saß hinten und klammerte mich wie ein Äffchen an ihm fest.
Dann ging es durch den frischen Morgenwind hinaus in den Wald zum Schwammerl (Pilze) sammeln.
Damals gab es noch viele Recherl(Pfifferlinge) die ja am besten schmecken und heute doch ziemlich teuer sind.
Mein Vater schnitt die Pilze vorsichtig mit einem kleinen Messer ab, säuberte sie ein wenig und ich durfte sie dann ganz vorsichtig in den Korb legen.
Manchmal wenn der Korb voll war und wir einen Hochsitz in der Nähe fanden, kletterten wir hinauf und saßen ganz still und ließen die Majestät des Waldes auf uns wirken.
Und wenn wir ganz großes Glück hatten sahen wir auch

mal ein Reh oder einen Hirsch mit stolzem Geweih auf die
Lichtung treten.
Ich glaube in diesen Momenten ist die tiefe Liebe zum Wald in mir geboren.
Als wir dann zurück fuhren, hatte mein Vater wieder den Korb vor sich und ich hing wie ein Klammeräffchen hinter ihm.
Später saß ich dann am Tisch und sah meiner Mutter zu, wie sie die Pilze säuberte.
Und während ich dies hier schreibe, fühle ich den leicht erdigen Duft der Schwammerl in meiner Nase.







Pilzberatung


Herr Hut war ein Pilzberater
Das war auch schon sein Vater
Zu ihm kamen zur Herbstzeit viele Leut
Holten über Pilze sich bescheid.

Pilze wuchsen im Wald und auf der Wiese
Leute sammeln jene oder auch mal diese
Dann werden sie nach Haus getragen
Und manche lassen sich beraten

Herr Hut ging selbst öfter in den Wald
suchte seine geliebten Pilze bald
Seine Frau schaute dabei nur zu
Und abends gab es dann Pilzragout.

Dann nahm seine Frau den Stopfpilz zur Hand
Wenn sie in den Socken Löcher fand
Herr Huber studierte Pilzylogogy
Glücklich war er dabei nie

Er ließ sich auch nicht in die Suppe spucken
Sein Fußpilz fing auch an zu jucken
Da fühlte er sich richtig krank
Und er einige Pilsner trank

Die Beatles wurden auch Pilzköpfe genannt
Gekommen waren sie aus England
Zu Herrn Hut kamen sie aber nicht
Denn sie mögen kein Pilzgericht

Eine Pilzvergiftung ist auch nicht zum Lachen
Da kann man schnell den Abflug machen
Schaut lieber ins Pilzbuch im Regal
Giftige Pilze isst man nur einmal  

Die Nachtigall


 

Kommentare:

  1. Guten Morgen liebe Lore
    Esist doch schö, wenn man sich an die Kindheit zurück erinnern kann und man eerlebt im Geiste aslles nochmal.
    Danke auch für das Gedicht.
    Liebe Grüße Joachim

    AntwortenLöschen
  2. Schöne Erinnerungen! Das kenne ich, wenn sich alle Sinne an bestimmte Kindheitserlebnisse erinnern: an den Duft von Wald, feuchten Blättern, Pilzen...
    LG Calendula

    AntwortenLöschen
  3. Jetzt weiß ich, weshalb es dich immer so früh aus dem Bett treibt. Du warst schon als Kind ein Frühaufsteher. Das wäre mir nie passiert und könnte mir nicht passieren. Obwohl ich es mir sehr schön vorstelle, diese Stille im Wald zu genießen - wenn da nicht das frühe Aufstehen wäre. Eine schöne Erinnerung an deine Kindheit - gerne war ich dabei. LG Martina

    AntwortenLöschen

Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.