Donnerstag, 7. November 2013

Kramen in Erinnerungen




Bei meinen Erinnerungsgeschichten hilft mir natürlich  besonders auch meine Schachtel mit Fotos.
Es macht Spaß in alten Bildern zu wühlen und längst vergessene Begebenheiten fallen mir wieder ein.
Einige der Bilder will ich euch heute mal zeigen.



Meine Schwiegermutter hatte einen Wellensittich, der schnabelte den ganzen Tag.
Seine liebsten Sätze waren :
 "Gockerle komm, Gockerle lieb, Gockerle komm zu Mama." 
Er war zahm und zutraulich und durfte im Zimmer frei herum fliegen.
Übrigens meine Schwägerin hatte einen Kanarienvogel und der verteidigte immer ihren Sitzplatz.
Der Käfig stand auf einen Tisch neben dem Sessel meiner Schwägerin.
Wenn wir zu Besuch waren und meine kleine Tochter setzte sich auf diesen Sessel, denn sie wollte den Vogel beobachten, dann zetterte dieser wie verrückt, bis Claudia aufstand und meiner Schwägerin den Platz überließ.
Dann war Ruhe!
Was haben wir gelacht.





Beim herumkramen habe ich ein Bild von einem Krippenspiel im Kindergarten gefunden, die im dunklen Kleid hinter der Maria war ich.
Ich durfte den Verkündigungsengel spielen und seltsamerweise  dann auch in der dritten Klasse und mit demselben Text.
Scheinbar benahm ich mich als Kind wie ein Engel!


Nun kommt ein Bild, damit haben wir unsere Mutter immer aufgezogen. Unsere Mutter als Komunionkind.





Und noch einmal unsere Mutter, kaum zu erkennen, denn ich habe sie als elegant gekleidete Frau in Erinnerung.
Sie war vor dem Krieg in einem Internat. 
Sie ist die mit der Zither am Tisch.

Ob unsere Nachkommern später auch so lachen über unsere Mode?


Die gute alte Zeit

Man hört viel von alten Greisen
Die gerne die alten Zeiten preisen
Doch wer ist heute noch bereit
Zu tauschen mit der guten alten Zeit

Was hatten den früher diese Leute
Wir wollen es mal betrachten heute
Sie hatten keine Leicht- sondern Schwerstarbeit
Das gab es in der guten alten Zeit

Die Schuhe damals waren schwer zu tragen
Waren mit Eisen und Nägeln beschlagen
Zur Arbeit war es zu Fuß stundenweit
In der guten alten Zeit

Auch gab es damals keine Urlaubstage
Das kam überhaupt nicht infrage
Beten und arbeiten war das Geleit
In der guten alten Zeit

Es gab noch kein elektrisches Licht
Radio und Fernseh gab es auch nicht
Man schlief noch im Bett zu Zweit
In der guten alten Zeit

In den Betten lag man auf Haferstroh
Ein Lieblingsplatz auch für den Flo
Der nutzte die Gelegenheit
In der guten alten Zeit

Sauerkraut und Schnippelbohnen
Das tat früher immer lohnen
Es war damals eine Kostbarkeit
In der guten alten Zeit

Eines aber muss man gestehen
Man konnte beruhigt auf der Straße gehen
Mit Ruhe und Gelassenheit
In der guten alten Zeit

Wenn unsere Knochen aber einmal bleichen
Unsere Nachkommen setzen Zeichen
Urteilen sie in ihrer Zeit
Damals war `ne gute alte Zeit

Die Nachtigall
  
 

Kommentare:

  1. Liebe Lore,
    das sind wunderschöne Erinnerungen.
    Ich habe es mir abgewöhnt allzu viel in der
    Vergangenheit zu kramen. Ich weiss, dass mir
    nicht mehr viel Zeit bleibt. da genieße ich die
    Gegenwart - so gut das eben geht.
    Einen schönen Tag wünscht dir
    Irmi

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  2. Du fragst, ob unsere Nachkommen über unsere alten Fotos lachen. Die Frage kann ich dir beantworten: Na klar! Wir müssen doch heute selbst schon darüber lachen. Die Mode der 70er Jahre - 'unserer Zeit' - ist doch wirklich zum Schreien - oder?

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  3. Weißt du was, da hab ich doch fast übersehen, dass dein Blog sich verändert hat. Das ist klasse und passt total gut zu dir und deinem neuen Bücherregal! :-)

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  4. Guten Aend liebe Lore
    Danke Dir für die Gedichte, die bringen auch für mich die Erinnerung
    Lieben abendgruß Joachim

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.