Montag, 16. Dezember 2013

Adventskalender Türchen 16

Eine Nikolaus Geschichte

Hattet ihr als Kinder auch immer so Angst vor dem Nikolaus?
Mir war immer so bange, denn der begleitende Knecht Ruprecht war ein rauer Geselle und mit der Rute nicht zimperlich.
Einmal ist unsere Katze auf seinen Sack mit den Geschenken gesprungen und meine Schwester Karin kicherte, bautsch , da hatte sie eine mit der Rute bekommen.

Von meinem Mann wurde eine Geschichte überliefert, die mich immer wieder zum Lachen brachte:
Die Familie saß wartend auf den Nikolaus um den Tisch herum, da stellte sich Klein-Kurtl mitten ins Zimmer und prahlte:
Ich habe keine Angst vor dem Nikolaus, wenn der kommt, dann hau ich ihm eine runter, dass er denkt das Christkind ist ein Adler!“
Da klopfte es an der Tür.
Der noch eben so mutige Prahlhans sprang quer über den Tisch
auf den Schoß seiner Oma.

Ich denke mal jedes Kind hat ein wenig Bammel vor diesem Tag und genauso erging es Peter und Vanessa, den Helden so mancher meiner Geschichten.


Der Nikolaus im Forsthaus




Etwas müde geht St. Nikolaus durch den tiefen Schnee.
Hinter ihm trabt sein treuer Esel Graufellchen, auf dem Rücken den Sack mit den Geschenken, geführt von dem struppigen Knecht Ruprecht.
Recht dünn ist der Sack schon, denn sie sind auf dem Weg zu den letzten zwei Kindern.
Im Haus von Förster Braun steht Peter hinter der Gardine und späht aus dem Fenster.
Er kommt!“ ruft er aufgeregt, dann setzt er sich schnell neben die Oma, auf deren anderen Seite seine Schwester Vanessa sitzt.
Ein wenig bang fühlt er sich schon, denn so ganz rein ist sein Gewissen nicht.
Auch Vanessa spielt nervös mit ihren Fingern und fragt sich, was wohl im goldenen Buch von St. Nikolaus stehen würde.
Die Oma legt den Beiden die Arme um die Schultern und flüstert:
Keine Angst, so schlimm wird es schon nicht werden.“
Als es kräftig an der Tür klopft zucken die Kinder zusammen und jedes greift nach der Hand der Oma.
Der Vater und der Opa müssen sich ein Grinsen verkneifen und Verena eilt zur Tür, um den Heiligen Mann und seinen Begleiter herein zu lassen.
Der heilige Mann betritt das Wohnzimmer, gefolgt von dem grimmig drein schauenden Knecht Ruprecht.
Guten Abend, lieber Nikolaus,“ wird er begrüßt, „ auch dir einen guten Abend, Knecht Ruprecht.“
Dieser schwenkt nur drohend die Rute und stellt sich abwartend in die Ecke, wobei er den Kindern finstere Blicke zuwirft.
St. Nikolaus aber erwidert freundlich den Gruß und sieht sich in dem hübsch adventlich geschmückten Raum um.
Schön habt ihr es hier,“ dann wendet er sich an die Kinder,
Na Peter, Vanessa , dann kommt doch einmal zu mir.“
Schüchtern treten die Kinder näher.
Vanessa darf den golden Bischofsstab halten und St. Nikolaus öffnet das goldene Buch, nachdem er umständlich seine Brille
aufgesetzt hat.
Er lächelt den Kinder aufmunternd zu, bevor er zu lesen beginnt:
Der Peter ist ein höflicher, hilfsbereiter Junge und macht seinen Eltern große Freude. Aber er ist sehr sehr schlampig!“
Bei diesen Worten tritt Ruprecht näher, die Rute drohend erhoben und Peter zuckt zusammen, doch der heilige Mann winkt seinen Knecht zurück.
Nun Peter ich lese, dass dein Zimmer wie ein Schweinestall aussieht und deine schriftlichen Arbeiten für die Schule sehr schlampig geschrieben sind, auch das Lernen macht dir keinen Spaß und deine Noten könnten beträchtlich besser sein“
Er sieht den Jungen über die Brille hinweg an.
Versprichst du mir, dich zu besser?“
Peter nickt mit hochrotem Kopf und der Nikolaus wendet sich an Vanessa.
Auch du Vanessa bist ein hilfsbereites, höfliches und auch sehr vernünftiges Mädchen, und machst deinen Eltern große Freude.
Deine Schulnoten sind fantastisch und du arbeitest sehr sauber und ordentlich.
Doch bist du manchmal ziemlich stur, rechthaberisch und gibst deiner Mutter oft schnippische Antworten.
Willst auch du dich bessern?“
Vanessa nickt ernsthaft, ohne sich von Ruprechts finsterem Blick einschüchtern zu lassen und wirft einen scheuen Blick zu ihrer Mutter, die ihr beruhigend zu lächelt.
Nun holt Knecht Ruprecht für jedes der Kinder ein Geschenk aus dem Sack und Michael setzt sich ans Klavier und sie singen
zusammen ein Weihnachtslied.
Dann hebt der heilige Mann grüßend seinen Stab und verlässt , gefolgt von seinem Knecht das Forsthaus.
Mit einem freudigen „Iaaaah“ werden sie von Graufellchen begrüßt.
Nikolaus streichelt den Esel.
Nun mein Alter, jetzt geht es in den Himmel zurück.“
Er blickt seinen Knecht und Kameraden nachdenklich an.
Sag einmal Ruprecht, musst du die Kinder immer so erschrecken?“
Dieser grinst lausbubenhaft und sieht gar nicht mehr so grimmig aus.
Ach es ist einfach zu schön, wenn sie vor Angst schlottern. Und die wildesten Jungen haben immer am meisten Angst.“
Ruprecht, Ruprecht.“
Kopfschüttelnd sieht der heilige Mann seinen Knecht an, kann sich aber ein Schmunzeln nicht verkneifen.
Ein Mondstrahl fährt herunter und berührt die Erde und die zwei klettern den Esel hinter sich herziehend an ihm empor in den Himmel.





1 Kommentar:

  1. Ja, Kindheitserinnerungen an den Nikolaus. Die haben wir wohl alle. Ich war ja auch immer ängstlich (eigentlich bin ich das immer noch) und so hab ich mich unter den Tisch gesetzt, als der Nikolaus kam. Meine Schwester war mutiger. Das lag aber daran, dass sie fast 6 Jahre älter ist als ich und damit schon 'eingeweiht' war, was den Nikolaus betraf. Danke für die schöne Nikolaus-Geschichte.
    LG Martina

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.