Montag, 23. Dezember 2013

Adventskalender Türchen 23


Wie der Stern von Bethlehem verloren geht


Seit Tagen schon herrscht Aufregung im Himmel, die Engel schwirren umher, der Erzengel Gabriel ist noch strenger und alles war irgendwie anders als sonst.
Felix ein kleiner Engel kauert auf einer Wolke, den Kopf in die Hand gestützt und grübelt darüber nach, was er gehört hat.
Gottes Sohn sollte als Seele in einen kleinen Jungen schlüpfen, den eine Maria einem Josef gebar.
Es hieß, er wolle die Menschen retten.
Felix schüttelt sich bei dem Gedanken, dass der liebenswürdige und nette Sohn Gottes mitten unter diesen Menschen in Zukunft leben sollte.
Und warum müssen diese dummen Geschöpfe überhaupt gerettet werden.
Er, Felix beobachtet sie öfter durch ein Loch in der Wolke und was er sah gefiel ihm gar nicht. Sie stritten, schlugen sich, betrogen sich und waren alles andere als nett zueinander. Dann führten sie wieder Kriege, um anderen ihr Land zu nehmen.
Man musste wohl so gut wie Gott sein, um sie trotzdem zu lieben.
Felix aber mochte die Menschen überhaupt nicht und bedauerte den lieben Sohn Gottes.
Gisbert sein Freund setzt sich neben ihn.
Weißt du, dass seit Tagen ein Stern im großen Zimmer eingeschlossen ist.
Er soll den Weisen aus dem Morgenland den Weg zeigen und damit er nicht zu früh los fliegt, hat Gabriel ihn eingesperrt.“
Felix zuckt die Schultern, er hat davon gehört und auch beobachtet wie die Engel sich um
das Schlüsselloch scharrten, um einen Blick auf
den wunderschönen Stern zu erhaschen.
Ihn interessiert dies nicht, denn er war viel zu traurig über die ganze Sache.
Gisbert zupfte ihn an der Schulter.
Komm Gabriel hat den Schlüssel stecken lassen, wir wollen uns den Stern betrachten.
Lustlos folgt der Engel seinem Freund.
Es steckt tatsächlich der Schlüssel in der Tür.
Pass auf, dass niemand kommt,“ flüstert Gisbert, dann dreht er den Schlüssel herum und öffnet vorsichtig die Tür.
Etwas stemmt sich dagegen, der Engel purzelt auf den Boden und der Stern schwebt an ihnen vorbei.
Mit offenem Mund starren die zwei Engel dem Stern hinterher.
Hast du gesehen, wie schön er ist,“ flüstert Gisbert ehrfürchtig.
Felix blickt ihn finster an. „ Ja und hast du bemerkt, dass er entwischt ist und viel zu früh auf der Erde ankommt?“
Auweia!“
Ja, auweia, steh auf, wir müssen ihn suchen, bevor er den Himmel verlässt.“
Sie laufen nun durch den Himmel dem Stern nach, dessen langen Schweif sie in der Ferne sehen können. Doch dann ist er auf einmal verschwunden.
Atemlos erreichen sie ein Loch in den Wolken und legen sich bäuchlings hin und sehen hinunter.
Weit unter ihnen schwebt der Stern der Erde entgegen.
Wir müssen ihm nach und ihn suchen.“ meint Felix entschlossen.
Gisbert wird blass, doch unter dem grimmigen Blick seines Freundes nickt er wenig begeistert.
Sie gehen zusammen zum Sandmännchen.
Natürlich liegt es im Bett und schläft tief und fest.
Schließlich ist es ja die ganze Nacht unterwegs.
Felix rüttelt es sanft.
Das Sandmännchen dreht sich murmelnd um und schläft weiter.
Bitte, Sandmännchen du musst uns helfen!“
Dieses öffnet die Augen und sieht die beiden Engel nicht gerade freundlich an.
Wisst ihr Bengel denn nicht, dass ich die ganz Nacht unterwegs war?“
Doch, aber der Stern von Gottes Sohn ist uns entwischt.“
Nun ist das Sandmännchen hellwach. Es grummelt in seinen Bart und sein Blick ist alles andere als freundlich.
Ich vermute, ihr habt was damit zu tun?“
Die beiden Engel nicken schuldbewusst.
Was wollt ihr dann von mir?“
Kannst du uns helfen auf die Erde zu kommen.“
Seufzend verlässt das Sandmännchen sein warmes Bett, nimmt seinen Sack und folgt den Beiden zu der Wolke.
Er nimmt seinen Sternstaub und lässt ihn durch die Wolken rieseln. Eine breite glitzernde Straße ist zu sehen und die beiden Engel rutschen jubelnd hinunter.
Das Sandmännchen sieht ihnen einen Moment nach, dann dreht es sich um und schlurft zurück in seine Kammer.
Es bemerkt nicht den Erzengel Gabriel der mit verschränkten Armen und einem Lächeln das ganze beobachtet hat.

Ob die beiden den Stern wohl finden?
Das erfahrt ihr im nächsten Türchen.



Kommentare:

  1. Danke für die immer so wundervollen Geschichten!
    Leider fehlt mir manchmal die Zeit, sie alle zu lesen.......
    Ich wünsch Dir und Deinen Lieben ein frohes, wunderschönes und besinnliches Weihnachtsfest!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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  2. Liebe Lore, es gibt bei mir viele 'Lieblingsgeschichten' von dir -
    diese gehört in jedem Fall ganz nach vorne!
    Bis morgen, dann muss ich hier weiter lesen!
    LG Martina

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  3. Liebe Lore
    Schön wie Du das mit dem verlorenen Stern beschreibst, kann nur immer wieder sagen, es wird gern gelesen
    Lieben Gruß Joachim

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  4. Liebe Lore,
    wieder eine deiner wundervollen Geschichten.
    Ich freue mich schon auf morgen.
    Einen wunderschönen Restabend wünscht dir
    Irmi

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.