Mittwoch, 4. Dezember 2013

Adventskalender Türchen 4

Russland

Nur noch 20 Tage, dann ist er da, der besonders von den Kindern heiß ersehnte Heilige Abend.
Ich kann mich noch erinnern, wie langsam die Zeit verging und besonders als meine Schwester alt genug war, um im verschlossenen Wohnzimmer den Engeln beim Schmücken des Baumes zu helfen.
Jedes Mal wenn sie die Tür öffnete klang eine herrliche Musik zu mir, die ich auf dem Gang lauerte, um vielleicht doch ein Zipfelchen von einem Engel zu sehen.
Meine Schwester grinste und erzählte mir, wie schön die Engel wären und ich konnte ja ihre herrlichen Stimmen hören.
Dass die schöne Musik aus dem Radio kam, wusste ich ja damals nicht.
Als meine Schwester dann wieder im Zimmer verschwand schlich ich zur Tür und wollte durch das Schlüsselloch spähen, doch sie hatte es wohl geahnt und ein Tuch davor gehängt.

Nun folgt mir und lasst uns durch das Schlüsselloch in das einst durch einen eisernen Vorhang verschlossene Russland schauen.


Nach dem julianischem Kalender feiert die russisch-orthodoxe
Kirche am 6. Januar die Geburt des Herrn.
Früher brachte der St. Nikolaus und die Babuschka die Geschenke.
Der heilige Nikolaus hat in der orthodoxen Kirche ein große Bedeutung und viele Jungen erhalten den Namen Nikolaus.
Und die Babuschka hat der Legende nach die Hl. Drei Könige abgewiesen und ihnen weder Speise noch ein Nachtquartier gegeben.
Seitdem ist sie auf der Suche nach dem Christkind und auf ihren Reisen besucht sie die Kinder und lässt Geschenke da.
Nach der kommunistischen Revolution wurde der Nikolaus durch Väterchen Frost ersetzt.
Es wurden die kirchlichen Feiertage abgesetzt, ebenso der Christbaum.
Um aber mit den alten Traditionen nicht ganz zu brechen wurde das Neujahrsfest zum Feiertag erklärt und der Weihnachtsbaum zum Neujahrsbaum.
Ende Dezember wird mit dem Aussuchen des „Jolka“ (Tannenbaum) begonnen und am 31.12. wird er mit viel buntem Lametta, Papierschlangen, Watte und Lichterketten in Form von Glocken und Sternen, geschmückt.
Spät am Abend gibt es ein Festmahl mit Fleischspießen, Torten, Kuchen und Plätzchen, sowie Tee und Wodka.
Dann kommt Väterchen Frost auf seiner Troika, einem Schlitten von drei Pferden gezogen und bringt Geschenke.
Begleitetet wird er von seiner Enkelin „Snegurotschka“
(Schneeflöckchen)
Am 6. Januar (orthodox-kirchlich der Hl. Abend) findet ein Gottesdienst statt und die Gläubigen ziehen anschließend in einer Lichterprozession um die Kirche.

Am Morgen des 7. Januars begrüßt man sich mit :
Frohe, christliche Weihnachten“






Kommentare:

  1. Oh ja, diese fiese Sache mit dem Tuch vor dem Schlüsselloch. Das war und das ist bei uns immer noch so, denn in jedem Jahr wieder gibt es jemanden, der durch das Schlüsselloch schauen möchte. Wir haben zum Wohnzimmer eine Glasscheibe in der Tür. Gott sei Dank ist es dunkles Glas, sonst müssten wir gar ein großes Betttuch vor die Tür hängen ;-)!!!

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  2. Jetzt fällt mir gerade noch eine Geschichte ein. Passt zwar nicht zu Weihnachten, sondern zu Ostern, aber ehe wir uns versehen, ist es ja wieder so weit. Ich komme darauf, weil du vom russisch-orthodoxen Glauben schreibst. Zu der Zeit, als ich meinen Job noch ausgeübt habe, rief zur Osterzeit ein Mann mit diesem Glauben bei mir an und beendete das Gespräch mit: Christ ist erstanden! Ich war ganz perplex und antwortete nur 'Ja!'. Aber die Antwort darauf ist eigentlich: 'Er ist wahrhaftig auferstanden!' Die Geschichte bleibt mir immer in Erinnerung.

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  3. Guten Morgen liebe Lore
    Wieder muss ich staunen, wie schön Deine Beschreibungen über Weihnachten sind.
    Lieben Gruß Joachim

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.