Montag, 9. Dezember 2013

Adventskalender Türchen 9

Jasper lernt den Weihnachtsmann kennen





Der Kobold Knurrjan wendet sich an das Rentier. Schön, dass du den Weg zu uns gefunden hast, gerade zur rechten Zeit. Wie heißt du denn?“
Jasper!“
Gut Jasper, dann komm!“
Er führt ihn durch die Halle in einen langen Flur, von dem rechts und links mehrere Türen abgehen.
An der letzten Tür bleibt er stehen und klopft an.
Ein kräftiges „Herein!“ ertönt.
Wie staunt Jasper, als er das Zimmer betritt.
In der Ecke steht ein riesiger geschmückter Weihnachtsbaum überall sind Tannenzweigen im Zimmer verteilt und es duftet wie im Wald.
Goldene Kugeln und Glocken baumeln von der Decke und in dem großen Kamin brennt ein lustiges Feuer.
In einem gemütlichen Lehnsessel sitzt ein kräftiger Mann mit einem weißen Bart und vergnügt funkelnden Augen.
Hallo, Jasper schön dass du endlich den Weg zu uns gefunden hast.“
Knurrjan starrt den Weihnachtsmann an.
Ihr wusstet, dass er kommen wird, aber warum habt ihr denn nichts gesagt und wir haben uns den Kopf zerbrochen, wie wir unser Problem lösen können.“
Der Kobold ist leicht beleidigt.
Der Weihnachtsmann lächelt .
Knurrjan, ich wusste nicht genau, wann er kommt, ob es dieses Weihnachten oder erst das nächste sein wird. Jasper musste den Weg ganz allein zu uns finden.
Nun zieh keine Schnute und bitte Becky, dass sie unserem Gast Wasser und Kastanien bringt, und mir eine schöne große Tasse Kakao.“
Noch immer beleidigt verlässt der Kobold das Zimmer.
Der Weihnachtsmann sieht Jasper lächelnd an.
Einen Sessel kann ich dir wohl nicht anbieten, aber wie wäre es, wenn du dich da vor dem Kamin ausstrecken würdest.“
Jasper legt sich vor das wärmende Feuer und sein Geweih blinkt voll Wohlbehagen.
Es klopft und eine stämmige Koboldfrau, die ein Tablett mit Kastanien, einer Schale Wasser und einem großen Pott mit Kakao
mit beiden Händen trägt. kommt herein.
Sie stellt das Tablett auf dem kleinen Tisch beim Kamin ab, bringt die Tasse Kakao demWeihnachtsmann und stellt Kastanien und
Wasser auf die Erde vor Jaspers Nase.
Dann klemmt sie sich das Tablett unter den Arm und geht zur Tür.
Becky, bekomme ich denn keine Kekse?“
Stirn runzelnd wendet sich die Koboldfrau um.
Ihr hatte heute bereits einen großen Teller voll,“ meint sie streng.
Der Weihnachtsmann tätschelt seinen Bauch.
Aber Becky, der Weihnachtsmann muss doch einen Bauch haben.“
Ja aber braucht nicht dem dicken Anton Konkurrenz machen,“
meint diese schnippisch und die Tür knallt hinter ihr ins Schloss.
Der Weihnachtsmann lacht dröhnend.
Siehst du Jasper, nicht einmal der Weihnachtsmann darf machen was er will.“
Er nimmt einen kräftigen Schluck aus der Tasse und lächelt voller Wohlbehagen.
Dann streckt er die Füße, die in flauschigen Pantoffeln stecken dem Feuer entgegen und faltet die Hände über dem Bauch.
Nun Jasper, jetzt will ich dir erzählen, warum ich seit deiner Geburt schon auf dich warte.
Seit die Menschen sich den Traum vom Fliegen verwirklicht haben, schwirren immer mehr von diesen eisernen Vögel durch die Luft. Auch schießen sie ständig irgendwelche Satelliten ins Weltall.
Und das Fliegen an Weihnachten ist für meine Rentiere sehr gefährlich geworden, besonders wenn die Sterne nicht durch die
dicken Schneewolken scheinen können.
Wir haben Laternen am Schlitten angebracht, doch ihr Licht reichte nicht bis vorn.“
Der Weihnachtsmann nimmt wieder einen Schluck von seinem Getränk.
Dann haben wir jedem meiner sechs Rentiere eine Laterne um den Hals gehängt, doch die waren zu schwer und hinderten sie am Fliegen. Als ich von deiner besonderen Begabung hörte habe ich dich beobachtet und gewartet bis du den Weg zu uns findest. Nun bist du hier und wir freuen uns. Willst du meine Rentiere anführen und ihnen leuchten?“
Fragend sieht der alte Mann das Rentier an.
Jasper hebt den Kopf und seine Augen leuchten, doch dann meint er leise.
Aber ich kann doch gar nicht fliegen?“
Der Weihnachtsmann lacht laut und dröhnend.
Keines meiner Rentiere kann fliegen, das ist alles Magie.
Bevor die Reise los geht streuen wir Sternenstaub auf ihren Rücken.
Nun willst du bei uns bleiben als leuchtender Anführer meiner fliegenden Rentiere?“
Jasper nickt und sein Geweih blinkt so schön, wie es bisher noch nie geblinkt hat.






Kommentare:

  1. Hallo Lore,

    Du hast mit Deiner Geschichte meinen Morgen verschönert - draußen ist es diesig und nicht richtig hell, und hier drin leuchtet Jasper mit seinem Licht. Ich liebe die Rentier-Geschichten zur Weihnachtszeit seit ich früher mal den Zeichtentrickfilm "Rudolf Rotnase" gesehen habe.

    Ich wünsche Dir einen schönen Tag

    Kerstin mit Finchen und Ayla

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  2. Kerstin hat recht. Du erhellst uns mit deinen Geschichten den Tag.
    Etwas Sternenstaub könnte ich auch gebrauchen. Nicht unbedingt zum Fliegen.
    Es würde schon reichen, wenn man dadurch besser gehen könnte.
    Und dir wünsch ich auch ganz viel Sternenstaub! LG Martina

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  3. Liebe Lore,
    wieder eine süße Geschichte. Ich lese sie gern bei Dir
    und manchmal komme ich im Laufe des Tages noch
    einmal her und lese einige Geschichten noch einmal.
    Einen schönen Abend wünscht dir
    Irmi

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.