Mittwoch, 29. Januar 2014

Der gute Kobold Ende

 



Rosamund betritt den Raum und setzt sich neben ihren Mann.
Zenko schmunzelt über die erwartungsvollen Gesichter ringsum.
Bedächtig an seiner Pfeife ziehend, beginnt er:
Wie wir alle wissen, wurde vor vielen Jahre Prinz Mirzel entführt und bis heute wissen wir nicht, was aus ihm geworden ist.“
Das Schluchzen der Königin unterbricht ihn und der König ruft unwillig:
Willst du alte Wunden wieder aufreißen!“
Geduld, Majestät.
Vor einiger Zeit berichteten mir die Tiere, dass es bei den Zwergen einen Jungen gibt, der ihnen hilft, ihre Wunden versorgt und sich benimmt, als wäre er einer von uns.
Und deshalb beobachtete ich Mateo schon lange bevor er zu uns kam.“
Und worauf willst du hinaus?“
Mit gerunzelter Stirn betrachtet der König seinen Minister.
Die Königin aber ist leichenblass geworden und drückt beide Hände aufs Herz.
Er will damit sagen, dass Mateo unser Sohn ist,“ flüstert sie.
Sie springt auf und umarmt Mateo, der nicht weiß, wie ihm geschieht.
Ich habe es gefühlt, sofort und konnte es mir nicht erklären!“
Beide haben Tränen in den Augen.
Der König ist noch unentschlossen.
Lilofee betritt die Halle und betrachet schmunzeln Mutter und Sohn.
Da komme ich ja gerade recht. Es stimmt nämlich, Mateo ist Prinz Mirzel.“
Nun umarmt auch der König seinen Sohn.
Sei herzlich willkommen mein Junge, auch wenn du mit dieser schrecklichen Koboldgestalt bestraft bist, mein Volk wird dich trotzdem als Prinz Mirzel anerkennen.
Lilofee schmunzelt.
Keine Bange, er muss nicht mit dieser Gestalt herum laufen, der große Druide gab mir einen Gegenzauber.“
Sie reicht Mateo die goldenen Nüsse und als dieser sie gegessen hat, fangen seine Glieder an, sich zu verändern und es steht ein hübscher junger Zwergenprinz vor ihnen.
War das eine Aufregung.
Alles plappert durcheinander.
Nur Melisande steht still abseits.
Leise wendet sie sich um und geht.
Traurig läuft sie den Weg zum Dorf hinunter, ohne ihre Umgebung wahrzunehmen.
Mit Tränen in den Augen achtet sie nicht auf Frau Schnecke, die sich eilends in Sicherheit bringt, hört nicht das herrliche Trillern der Lerche.
Blind vor Tränen hastet sie dahin.
Melisande, Melisande, so warte doch!“
Prinz Mirzel ist ganz atemlos, als er sie endlich einholt.
Warum läufst du denn davon?“
Du bist doch jetzt ein Prinz und ich bin nur die Tochter des Gärtners,“ schluchzt das Mädchen.
Prinz Mirzel wischt ihr liebevoll die Tränen ab.
Kleines Dummchen, denkst du, weil ich anders aussehe bin ich nicht mehr dein Mateo!“
Melisande blickt in seine warmen braunen Augen und jubelt:
Ja, du bist mein Mateo!“
Na, also,“ brummt Mirzel, der nun ein großes Selbstvertrauen besitzt, denn endlich weiß er, wohin er gehört.
Er ist nicht mehr heimatlos.
Er nimmt Melisandes beide Hände und sieht ihr ernst in die Augen.
Liebe Melisande, willst du meine Frau werden?“
Ja!“ jubelt das Mädchen und fällt ihm um den Hals.

Sicher könnt ihr euch vorstellen, wie im Schloss nun gefeiert wurde.

Die Hochzeit von Prinz Mirzel und seiner Melisande habe ich 2012 hier eingestellt.
Ich habe den Link in "Geschichten auf einen Blick" über dem Link vom "der gute Kobold Ende" eingesetzt, wenn jemand diese Geschichte noch einmal lesen will.
 


Kommentare:

  1. Guten Morgen liebe Lore
    Wie oft ein glückliches rührendes Ende, die Geschichte habe sehr schön befindenund vergleiche sie mit dem richtigen Leben, natürlich ohne zauber. Aber es gibt doch viele Schicksale.
    Wünsche alles Gute und liebe Grüße von Joachim

    AntwortenLöschen
  2. Schön, wenn man weiß, wohin man gehört. Alles Liebe und Danke für die Geschichte!
    Martina

    AntwortenLöschen

Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.