Sonntag, 26. Januar 2014

Der gute Kobold Teil 11


Mit dem Ring im Schnabel fliegt die Feldlerche zum Schloss zurück, direkt in das Arbeitszimmer von Hokuspokus und verwandelt sich wieder in Lilofee.
Der Zauberer sitzt immer noch gedankenverloren auf seinem Stuhl.
Lilofee beugt sich über seine Schulter und lacht spitzbübisch.
Onkel Pokus, nun rate mal, was ich hier habe?“
Dieser seufzt gequält.
Kind, mir ist wirklich nicht nach Späßen zumute.“
Das Mädchen legt den funkelnden Ring auf den Schreibtisch und freut sich diebisch über das fassungslose Gesicht ihres Patenonkel.
Schnell klärte sie ihn über die üblen Pläne von Wally auf, worauf Hokuspokus empört erklärt: „Die Suppe wollen wir ihr versalzen!“
Lilofee setzt sich auf die Schreibtischkante und lässt vergnügt die Beine baumeln.
Fröhlich meint sie: „Ich glaube, du wirst schon fertig mit ihr, aber nun brauche ich deine Hilfe.
Erinnerst du dich noch an die Entführung des kleinen Zwergenprinzen?
Weißt du, mir gehen da einige Gedanken durch den Kopf... .

Mühsam marschiert Hokuspokus den steilen Hang hinauf und dabei schnauft er, stöhnt und brummelt vor sich hin.
Lilofee wirft ihm einen verschmitzten Blick zu.
Alter Grantler, gleich haben wir es geschafft.“
Ächzend setzt sich der alte Mann auf einen Stein und wischt sich mit einem großen karierten Tuch den Schweiß von der Stirn.
Ich kann nicht mehr!“
Aber sieh doch, wir haben es geschafft!“
Lilofee deutet auf eine große Höhle nicht weit entfernt.
Mühsam erhebt sich der alte Zauberer und sie treten ein.
Das Innere der Höhle ist in gespenstisches Licht getaucht.
Kristalle hängen an den Wänden und klirren aneinander.
Ein kleiner Bach sucht sich einen Weg durch das Geröll.
Langsam tasten sich die Beiden durch das Felsengewirr.
Dann geht es nicht mehr weiter.
Ein großer Felsen versperrt den Weg und davor steht ein kleines verwachsenes Wesen.
Was wollt ihr?“ piepst es.
Lilofee lächelt freundlich.
Wir würden gerne den großen Meister um Rat fragen, kannst du uns bitte zu ihm führen?“
In welcher Angelegenheit?“ schnarrt das Männchen.
Ich würde ihm das gerne selber sagen, könntest du uns zu ihm führen?“
Ich werde den hohen Meister fragen. Wen darf ich ihm melden?“
Seinen alten Freund Hokuspokus und Lilofee, die Waldkönigin.“
Wartet hier“
Er klopft an den Felsen und verschwindet durch den schmalen Spalt der sich öffnet und sofort wieder hinter ihm verschließt.
Kurze Zeit später gleitet der Felsen zur Seite und umgeben von unzähligen Leuchtkäfern tritt der Druide heraus.
Sein langer weißer Bart flattert im Wind und seine klugen Augen mustern die Beiden.
Ein freundliches Lächeln gleitet wie ein Sonnenschein über sein Gesicht und er umarmt Hokuspokus.
Lange nicht gesehen alter Freund,“ murmelt er und auch der alte Zauberer ist gerührt.
Er deutet auf Lilofee.
Das ist Lilofee, die Tochter von Theoderich, auch einem Freund aus unseren Jugendtagen.“
Der Druide begrüßt Lilofee freundlich.
Ich habe bereits viel von dir gehört, dein Vater kann stolz auf dich sein.“
Lilofee knickst ehrerbietig.
Großer Druide, danke, dass du uns empfangen hast.
Ich brauche deinen Rat und deine Hilfe.“
Dann kommt mit!“
Er führt sie durch das Felsentor in einen erstaunlich gemütlich eingerichteten Raum und während die kleinen Erdmännchen eifrig hin und her huschen, um die köstlichsten Speisen aufzutischen, erzählt Lilofee von ihrer Vermutung, dass es sich
bei Mateo um den geraubten Zwergenprinzen Mirzel handelt.
Der Druide zieht sich zurück, um seine Zauberkugel zu befragen.
Wenig später verlässt Lilofee das Druidenschloß, sorgsam in der Tasche verwahrt die Zaubernüsse für Mateo.
Hokuspokus ist bei seinem Freund geblieben.
Leider bemerkt Lilofee diesmal nicht, dass die heimtückische Esmeralda alles beobachtet hat und eilends zu Wally fliegt.


Ich wünsche euch einen schönen Sonntag

Eure Märchenfee

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.