Freitag, 17. Januar 2014

Der gute Kobold Teil 2




Leider bemerkt er nicht die Gefahr, in der er sich befindet.
Längst schon hat er die Grenze des Zwergenreiches überschritten und natürlich nicht unbemerkt.
Ehe Mateo sich versieht ist er schon von den Zwergen gefesselt und steht wenig später vor König Murzel.
Mateo der Pechvogel!
Wie kann es geschehen, dass einer dieser schrecklichen Kobolde in unser Reich eindringt!“
Majestät, wir haben es sofort bemerkt!“ entschuldigt sich der Hauptmann der Wache.
Dabei wirft er einen strafenden Blick auf den Zwerg Pippo, der geschlafen hatte, statt diesen Teil der Grenze zu bewachen.
Pippo wird rot und scharrt verlegen mit dem Fuß.
Der König aber mustert Mateo mit einem finsteren Blick.
Wurdest du ausgesandt, um zu spionieren?“
Der junge Kobold schüttelt heftig den Kopf.
Ich habe mich verlaufen, bitte, Majestät, ich wollte nichts böses!“
Er wirft dem Zwergenkönig einen flehenden Blick zu und diesem wird ganz eigenartig zumute.
Er wird doch nicht Mitleid mit einem Kobold haben!
Ärgerlich über sich selbst, herrscht er die Soldaten an:
Werft ihn in den Turm. Ich werde später entscheiden, was mit ihm geschehen soll!“
Die Soldaten nehmen den Gefangenen in ihre Mitte und bringen ihn in den Turm.
Traurig sieht Mateo nun durch die Gitterstäbe hinunter auf die Zwergenstadt und beobachtet das emsige Treiben.

Mateo, hallo Mateo!“ piepst plötzlich ein Stimmchen.
Mateo wendet den Kopf und erblickt einen kleinen Vogel, der neben dem Gitter auf und ab flattert.
Hallo Rotkehlchen!“ begrüßt der junge Kobold seine kleine Freundin.
Also ist es doch wahr, was die alte Tratschtante, Frau Elster erzählt hat. Man hat dich aus dem Koboldreich ausgewiesen.“
Ja das ist richtig! Aus dem Koboldreich wurde ich rausgeworfen und im Zwergenreich in den Turm gesperrt.
Du siehst ich bin überall sehr beliebt!“
Diese Worte klingen so bitter, dass Rotkehlchen ihn trösten möchte.
Sei nicht traurig, Mateo! Die Tiere des Waldes haben dich lieb und vielleicht können wir ja helfen.
Aber nun muss ich eilen, denn meine Kinder haben Hunger!“
Mateo winkt ihm lange nach, dann setzt er sich niedergeschlagen in die Ecke auf einen Strohsack.
Schlurfende Schritte nähern sich.
Der Schlüssel wird im Schloss gedreht und ein mürrisch blickender alter Zwerg stellt einen appetitlich duftenden Teller mit Essen, sowie einen Krug mit Honigwasser vor Mateo auf den Boden.
Ohne ein Wort zu sprechen schlurft der Alte wieder hinaus, der Schlüssel klirrt, die Schritte entfernen sich.
Mateo ist wieder allein.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.