Sonntag, 19. Januar 2014

Der gute Kobold Teil 4




Am nächsten Morgen, als kaum die ersten Sonnenstrahlen durch die Zweige spitzen, macht Frau Rotkehlchen sich auf den Weg zu Liliofee.
Diese sitzt bereits im Garten und frühstückt.
Guten Morgen Kehlchen, muss ja etwas ungeheuer Wichtiges sein, wenn du so früh schon zu mir kommst.“
Während der kleine Vogel aufgeregt zwischen dem Geschirr auf dem Tisch herum läuft, erzählt er von Mateo, wie gut und nett er immer zu den Tieren war und dass er nun im Turm bei den Zwergen eingesperrt ist.
Erschöpft setzt sich das Rotkehlchen, plustert ihre Federn auf und steckt einen Moment den Kopf unter ihren Flügel.
Liebevoll streichelt Lilofee über das Gefieder.
Ich habe von Mateo gehört.
Ich weiß auch, dass er von der alten Kräuterfrau sehr viel über Heilkunde gelernt hat und meine kleinen Freunde oft verarztet.
Ziemlich ungewöhnlich für einen Kobold. Ich frag mich …?“
Gedankenverloren rührt sie in ihrer Tasse.
Nun was ist?“ Nervös trippelt das Rotkehlchen wieder über den Tisch.
Lilofee lacht.
Du kannst nach Hause fliegen, ich werde mich um Mateo kümmern.“
Während Frau Rotkehlchen zufrieden zurück zu ihrem Nest
fliegt, schickt Lilofee Mathilda mit einer Botschaft zu Purzel.
Nachdem dieser das Schreiben aufmerksam studiert hat, macht er sich auf den Weg in die Zwergenstadt zu seinem besten Freund Zenko.
Zenko ist der erste Minister von König Murzel und freut sich seinen Freund zu sehen.
Lange sitzen die beiden alten Herren dann zusammen und überlegen, wie sie Mateo helfen können.
Purzel erzählt seinem Freund alles, was er über Mateo weiß, wie gut er zu den Tieren ist und dass er mit der alten Kräuterfrau befreundet ist und sie oft in Schutz nimmt vor den bösartigen Streichen der Kobolde.
Hm, recht ungewöhnlich,“ murmelt Zenko und zieht so heftig an seiner Pfeife, dass er zu husten beginnt.
Lachend klopft ihm Purzel den Rücken, doch dann wird sein Gesicht wieder ernst.
Das Schlimme an der Sache ist nur, dass der König die Kobolde hasst, seit sie ihm seinen Sohn gestohlen haben.
Denkst du, dass der Prinz noch lebt?“
Ja und ich habe so meinen Verdacht. Weißt du ich beobachte Mateo schon seit einiger Zeit, er benimmt sich doch eher wie ein Zwerg, als ein Kobold.“
Aber er sieht doch so hässlich aus wie diese Kobolde!“ ruft Purzel entsetzt.
Zenko lacht. „ Nun man kann durch Magie das Aussehen eines Geschöpfes verändern, aber niemals den Charakter.“
Aber die Kobolde haben keine Zauberkräfte!“
Aber die Hexe Warzenkopf, sie ist doch dick mit den Kobolden befreundet und ist sogar die Patin von Kuddelmuddel.“
Purzel nickt verstehend.
Seltsam auch Lilofee hat den Verdacht geäußert, dass Mateo vielleicht der verschwundene Prinz sein könnte.“
Ein kluges Mädchen!“, lacht Zenko und klopft seine Pfeife aus.
Nun lass uns aber zum König gehen und sehen, was wir für Mateo tun können. Aber kein Wort von unser Vermutung, erst wenn wir Beweise haben.“
Es war nicht einfach König Murzel zu überreden und erst, als Königin Rosamund sich den Bitten anschloss, gab der König
nach.
Mateo durfte den Turm verlassen, aber Zenko musste ihn in seine Obhut nehmen und dafür sorgen, dass der Kobold nichts Bösen anstellte.
Zenko macht sich darüber keine Sorgen und zwinkert Purzel vergnügt zu.
Gemeinsam gehen sie zum Turm und lassen sich die Zelle öffnen, in der Mateo verschüchtert in der Ecke kauert.
Erschrocken hebt er den Kopf und sieht direkt in Zenkos freundliches Gesicht.
Komm mein Junge, du darfst diesen ungastlichen Ort verlassen und bei mir wohnen, bis wir den König überzeugt haben, dass du einer von den Guten bist.“
Hilflos hebt Mateo die Schultern.
Ich weiß ja selbst nicht mehr was ich eigentlich bin, ein guter Kobold, oder ein schlechter Zwerg? Ein Niemand!“
Kameradschaftlich legt Zenko ihm die Hand auf die Schulter.
Das wird sich alles finden, komm erst mal mit zu mir, meine Frau Pummelchen freut sich schon und hat extra einen Kuchen gebacken.
Da wir leider keine Kinder haben, wird sie dich von hinten und vorn bemuttern!“
Zenko lacht vergnügt und ein kleines zaghaftes Lächeln erscheint nun auf Mateos Gesicht.
Und Zenko sollte recht behalten, Pummelchen schließt Mateo sofort in ihr großes Herz und beginnt ihn eifrig zu bemuttern.
Durch ihre liebevolle Art verliert Mateo schnell seine Schüchternheit und er fühlt sich wohl bei den drei freundlichen Zwergen.
Leider sind die anderen Zwerge nicht so tolerant und überall im Dorf begegnet Mateo unfreundlichen, grimmigen Gesichtern und manche Faust wird drohend geballt.


Ich wünsche euch einen schönen Sonntag

Kommentare:

  1. Guten Morgen liebe Lore
    Das Gute wird oft verkannt, das ist auch bei den großen Menschen so,da gibt es doch das Sprichwort:
    "Das Pferd was den Hafer verdient, bekommt ihn nicht." Hier wird es sich aber zum Guten wenden.
    lieben Gruß´Joachim

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  2. Alles wird gut, das glaub ich auch, denn wir kennen ja 'unsere' Lore! LG Martina

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.